Die Marburger CDU verteidigt den Kongress der APS mit unzutreffenden Behauptungen

Sie hat sich von Frau Vonholdt (DIJG) und "wüstentrom" täuschen lassen

03.05.2009: Die Marburger CDU hat in einem Antrag an die Marburger Stadtverordnetenversammlung den Kongress der "Akademie für Psychiatrie und Seelsorge" mit unzutreffenden Behauptungen verteidigt. Dazu erklärt Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland (LSVD):

In dem Antrag der Marburger CDU heißt es wörtlich: "Das Stadtparlament nimmt zur Kenntnis, dass die Veranstalter des 6. Internationalen Kongresses für Psychotherapie und Seelsorge, APS, sowie der Verein „Wüstenstrom“ und DIJG öffentlich versichern, Homosexualität nicht als Krankheit anzusehen und dementsprechend auch keine 'Heilbehandlung' und keine Konversionstherapien vornehmen."

Tatsächlich bekennen sich Frau Vonholdt und "wüstenstrom" zur "Reparativtheraphie", siehe das Statement von Frau Vonholdt auf der Webseite "Homosexualität verstehen - Chance zur Veränderung" - http://www.hv-cv.de/17.html. Mit "Reparativtherapie" ist aber dasselbe gemeint wie mit dem sonst allgemein üblichen Ausdruck "Konversionstherapie". Die unterschiedliche Ausdrucksweise ist nur eine Folge der unterschiedlichen Vorstellungen vom Phänomen "Homosexualität.

Wer der Meinung ist, dass es verschiedene sexuelle Identitäten gibt, der wird den Ausdruck "Konversionstherapie" oder "Umpolungstherapie" gebrauchen. Wer dagegen wie die DIJG und "wüstenstrom" der Meinung ist, dass alle Menschen grundsätzlich heterosexuell sind ("Gott hat den Menschen als Mann und Frau geschaffen") und dass "manche ein homosexuelles Problem haben", der wird den Ausdruck "Reparativtherapie" gebrauchen und den Ausdruck "Umpolung" als falsch zurückweisen.

Der Berufsverband "Deutscher Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie" stellt deshalb richtig fest: "Der Ausdruck 'reparative Therapie' suggeriert fälschlicherweise eine vorherige Fehlfunktion, die korrigiert werden soll."

Gerade die Benutzung des Wortes "Reparativtherapie" macht deutlich, dass Frau Vonholdt und "wüstenstrom" Homosexualität als krankhafte Abweichung verstehen, die "repariert" werden muss.

Die Bundesregierung hat in der Bundestagsdrucksache 16/8022 vom 12.02.2008 festgestellt: "Die vor allem in den 60er und 70er Jahren häufig angebotenen so genannten 'Konversions'- oder 'Reparations'-Therapien, die auf eine Änderung von gleichgeschlechtlichem Sexualverhalten oder der homosexuellen Orientierung abzielten, werden heute in der Fachwelt weitestgehend abgelehnt. Dies gründet sich auf die Ergebnisse neuerer wissenschaftlicher Untersuchungen, nach denen bei der Mehrzahl der so therapierten Personen negative und schädliche Effekte (z. B. Ängste, soziale Isolation, Depressionen bis hin zu Suizidalität) auftraten und die versprochenen Aussichten auf 'Heilung' enttäuscht wurden.

__________

LSVD - Pressestelle
Pressesprecherin
Renate H. Rampf
Chausseestr. 29
10115 Berlin
Tel.: 030 - 78 95 47 78
Fax: 030 - 78 95 47 79
E-Mail: Presse@lsvd.de
www.lsvd.de

Möchten Sie Ihr Abonnement ändern oder kündigen? Besuchen Sie dazu die Seite zur Abmeldung (https://lsvd.de/184.0.html) und klicken am Ende der grauen Box auf "Klicken Sie hier!". Sie müssen Ihre Emailadresse auf der folgenden Seite eintragen und die Nachricht versenden. Sie erhalten eine neue Email zugeschickt, die einen Link zur Kündigung enthält. Wir bemühen uns wieder einen direkten Link anzubieten.

© Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) e.V.

-.