| April 2010 | |
| Januar 2010 | |
| April 2009 | |
| Dezember 2008 | |
| Juli 2008 | |
| März 2008 | |
| Januar 2008 | |
| September 2007 | |
| April 2007 | |
| September 2006 | |
| März 2006 | |
| September 2005 | |
| Juli 2005 | |
| April 2005 | |
| Mediadaten und Anzeigen |
| Keine halben Sachen! | |
| Gemeinsamer Aufruf | |
| Zur Erschaftsteuerreform | |
| Material zur Kampagne "Keine halben Sachen!" |
| Inhalt | |
| Projekt Migrationsfamilien | |
| Online-Handbuch für Multiplikatoren | |
| Türk-Gays and Lesbians | |
| Türk gey ve lezbiyen | |
| ERMIS |
| Regenbogenfamilien - Ein Projekt und mehr | |
| Beratungsführer Regenbogenfamilien | |
| Kids in Regenbogenfamilien | |
| ilse - Initiative lesbischer und schwuler Eltern |
| Von 1949 bis heute | |
| Geschichte des § 175 | |
| Schwulenpolitik früher | |
| Aktion Standesamt | |
| Brief an Bundespräsident Köhler | |
| Schwule Geschichte | |
| Verfolgung in der NS-Zeit |
| Angestellte und Arbeiter | |
| Familienzuschlag | |
| Beihilfe | |
| Hinterbliebenenpension | |
| Verjährung | |
| berufsständische Versorgungswerke | |
| Kirchen | |
| Einkommensteuer | |
| Lohnsteuerklassen | |
| Grunderwerbsteuer | |
| BAföG | |
| GEZ | |
| Erbschaftsteuer |
| Ausländerrecht | |
| Asylrecht | |
| Einbürgerung | |
| Krankheit, Tod, Erbrecht und Erbschaftsteuerrecht | |
| HIV & Aids | |
| Mustertexte | |
| Vereinsrecht | |
| Bundeswehr/Zivildienst | |
| Prostitution | |
| Transgender | |
| Intersexualität | |
| NS-Unrecht/§ 175 StGB |
| Lebenspartnerschaft | |
| AGG, Rechtsprechung | |
| AGG, Literatur | |
| Andere Rechtsgebiete | |
| Ausländerrecht | |
| Steuerrecht | |
| HIV und AIDS | |
| Links zu Gesetzen und Rechtsprechung im Internet |
| Let’s talk about… | |
| Sexuelle Orientierung | |
| Ursachen? | |
| Themenhefte | |
| Rückblicke | |
| LebenspartnerschaftsG | |
| Antike | |
| Homosexualität / Religion | |
| CSD: Wutschrei | |
| Therapeuten | |
| Länderübersichten | |
| SchwuLesbisches |
|
|
|
|
News > Pressespiegel >
Irak: Morde an Homosexuellen stoppenKein Schutz durch Behörden vor sich ausbreitender Mordserie
(Beirut, 17. August 2009) - Mit einer sich ausbreitenden Serie von Folter und Morden richten sich irakische Milizen gegen Männer, denen sie Homosexualität oder mangelnde „Männlichkeit“ vorwerfen. Bislang haben die irakischen Behörden nichts getan, um diese Vorfälle zu stoppen, so Human Rights Watch in einem heute veröffentlichten Bericht. Human Rights Watch fordert die irakische Regierung auf, sofort Maßnahmen zu ergreifen, um die Gewalthandlungen der Milizen zu verhindern, die Täter zur Verantwortung zu ziehen und das Wiederaufleben der Gewalt zu stoppen, die die Sicherheit aller irakischen Bürger bedroht. Der 67-seitige Bericht „‚They Want Us Exterminated’: Murder, Torture, Sexual Orientation and Gender in Iraq” dokumentiert eine weit reichende Serie von außergerichtlichen Hinrichtungen, Entführungen und Folter von homosexuellen Männern. Die Vorfälle begannen Anfang 2009 in dem Bagdader Stadtteil Sadr City, einer Hochburg der Mahdi-Armeemiliz von Muqtada al-Sadr. Von dort breiteten sie sich auf viele Städte in ganz Irak aus. Sprecher der Mahdi-Armee schürten Befürchtungen vor dem „dritten Geschlecht“ und der „Verweiblichung“ irakischer Männer und stellten das Eingreifen der Miliz als Heilmittel dar. Einige Personen berichteten, dass die Morde mit irakischen Sicherheitskräften abgesprochen wurden oder diese an den Morden beteiligt waren. „Die Verantwortlichen im Irak sollen alle Iraker schützen, anstatt sie der Gewalt von bewaffneten Hassmilizen auszusetzen“, sagte Scott Long, Leiter des Programms für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender von Human Rights Watch. „Die Augen vor Folter und Mord zu verschließen, gefährdet die Rechte und das Leben aller Iraker.“ Internationale Menschenrechtsstandards verbieten alle Formen von Folter und grausamer Behandlung und garantieren das Recht auf Leben, einschließlich des Rechts auf einen wirksamen Schutz durch den Staat. Der Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen hat 1994 in dem Präzedenzfall Toonen gegen Australien entschieden, dass der Schutz vor ungleicher Behandlung im Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte auch den Schutz der sexuellen Orientierung beinhaltet. Der Bericht zeigt des Weiteren, dass die Morde genauso von Vorurteilen über sexuelle Fragen wie von der Angst angetrieben werden, dass die Männlichkeit der Iraker auf dem Spiel steht. Viele Männer berichten, dass ihnen von ihren Eltern oder Brüdern mit Ehrenmorden gedroht wird, weil ihr „unmännliches“ Verhalten das Ansehen der Familie oder des Stammes verletze. Das irakische Recht erlaubt durch eine Bestimmung, die noch aus der Zeit Saddam Husseins stammt, mildernde Umstände für Verbrechen, die „mit ehrenhaften Motiven“ ausgeführt wurden. Zeugenaussagen aus dem Bericht (alle Namen sind zum Schutz der Personen geändert) „Die Mörder beurteilen Menschen danach, mit wem sie Sex haben. Sie beurteilen sie nicht nach ihrem Gewissen, ihrem Verhalten oder ihrer Moral, sondern nur danach, mit wem sie schlafen. Das Wertloseste, was es im Irak gibt, ist ein Mensch, ein Menschenleben. Es ist billiger als ein Tier, als ein paar gebrauchte Batterien, die auf der Straße verkauft werden. Vor allem Menschen wie wir … Ich kann gar nicht glauben, dass ich jetzt hier mit ihnen darüber rede. Sonst wird das doch hier unterdrückt, unterdrückt, unterdrückt. Das geht nun schon so seit Jahren - wenn ich die Straße entlang gehe, fühle ich mich, als würde jeder mit dem Finger auf mich zeigen. Es fühlt sich an, als würde ich die ganze Zeit über sterben. Und nun dies, im letzten Monat - ich verstehe nicht, womit wir das verdient haben. Sie wollen uns ausrotten. All diese Gewalt und all dieser Hass: das haben diejenigen, die darunter leiden müssen, nicht verdient.“ „Die Mahdi-Armee hat uns viel angetan. … Sie entführten meinen Partner für sechs Tage. Er will nicht darüber reden, was sie ihm angetan haben. Auf der Seite seines Körpers waren Blutergüsse; als hätte man ihn eine Straße entlang gezogen. Selbst mir gegenüber kann er nicht beschreiben, was sie ihm angetan haben. In den Staub auf der Windschutzscheibe seines Autos haben sie ‚Tod der Bevölkerung von Lot und allen Kollaborateuren’ geschrieben. In SMS-Nachrichten haben sie uns verhüllte Drohungen geschickt: ‚Ihr seid auf der Liste.’ Sie haben ihm einen Umschlag mit einer Nachricht nach Hause geschickt, zusammen mit drei in Kunststoff gehüllten Kugeln unterschiedlicher Größe. In der Notiz stand: ‚Welche davon willst du ins Herzen kriegen?’ … Ich will ein ganz normaler Bürger sein, ein normales Leben führen, einen Spaziergang in der Stadt machen, einen Kaffee auf der Straße trinken. Aber weil ich der bin, der ich bin, ist das nicht möglich. Ich sehe keinen Ausweg.“
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
|