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Deutsche Politik muss gegenüber Papst Klartext reden:

Menschenrechte von Lesben und Schwulen achten!

22.09.2013

Zum Besuch des Papstes in Deutschland erklärt Manfred Bruns, Sprecher des Lesben und Schwulenverbandes (LSVD):

Der Lesben und Schwulenverband (LSVD) fordert alle Politikerinnen und Politiker auf, bei ihren Gesprächen mit Papst Benedikt XVI. dessen menschenverachtende Haltung gegenüber Lesben und Schwulen kritisch zur Sprache zu bringen. Deutsche Politik muss Klartext reden: Niemand darf sich erheben, seinen vermeintlich rechten Glauben über die Rechte der Menschen zu stellen.

Der Papst beschimpft die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften als „Legalisierung des Bösen“ und ruft zum Widerstand gegen demokratisch beschlossene Gesetze auf. Bereits die politische Unterstützung für schwule und lesbische Paare gilt ihm als „schwerwiegend unsittliche Handlung“. 

Bei den Vereinten Nationen macht der Vatikan in trauter Eintracht mit Saudi-Arabien oder dem Iran Front gegen die Menschenrechte von Homosexuellen. Er versucht, jegliche Maßnahmen zum Schutz von Lesben und Schwulen vor Verfolgung zu hintertreiben. Bereits 1992 hat der damalige Kardinal Ratzinger die Parole ausgegeben, dass es „kein Recht auf Homosexualität gibt“. Dieser menschenrechtswidrigen Maxime folgt die Politik des Vatikans bis heute. Der Papst trägt persönlich große Schuld daran, dass Homosexuellen in vielen Ländern das Leben zur Hölle gemacht wird, dass sie staatliche Verfolgung, Willkür und Gewalt erfahren.

Darüber dürfen deutsche Politikerinnen und Politiker nicht freundlich hinweg lächeln. Sie sind aufgefordert, auch gegenüber dem Papst für die Werte unseres Grundgesetzes auf freie Entfaltung der Persönlichkeit und damit für die Menschenrechte auch von Lesben und Schwulen einzutreten.

Es ist empörend, dass Bundesinnenminister Friedrich Kritik an den Positionen des Vatikans gegen Homosexuelle als „Klein-Klein-Diskussion“ abtut. Ausgerechnet der Verfassungsminister Deutschlands zeigt damit ein merkwürdig selektives Grundrechtsverständnis. 

Gemeinsam mit vielen anderen Organisationen demonstriert der LSVD heute ab 16:00 Uhr in Berlin, Potsdamer Platz, gegen die menschenverachtende Politik dieses Papstes.

Quellenangaben für die Zitate

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LSVD - Pressestelle

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