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FORUM 3 | MEHRFACHDISKRIMINIERUNG

Lesben, Schwule und Transgender können neben Homosexuellen- und Transfeindlichkeit auch von anderen Diskriminierungen, wie z. B. Rassismus, Antisemitismus, Behindertenfeindlichkeit betroffen sein. Mehrfachdiskriminierungen werden selbst innerhalb von engagierten, demokratischen Kreisen bisweilen übersehen oder wenig bearbeitet: Wenn etwa bei Diskursen über Homosexualität vor allem an weiße schwule Männer gedacht wird, fallen die Probleme von schwarzen lesbischen Frauen unter den Tisch.

Welche Anforderungen ergeben sich aus Mehrfachdiskriminierungen für den 'Nationalen Aktionsplan' und für queere communities? Aktuell stellt sich hier auch die Frage, wie die Situation queerer Geflüchteter ist.

Zum Verlauf des Forums siehe auch Bericht im LSVD-Blog

Diskriminierung ist nicht nur Hass – sie kann auch ganz freundlich sein (Jennifer Petzen)

"Wenn wir die tief verwurzelte und komplexe staatliche, institutionelle und strukturelle Gewalt und Diskriminierung nicht wahrnehmen und nicht kritisieren, dann betreiben wir eine falsche Politik,  die nur einen Teil der Bevölkerung begünstigt."

Download Beitrag (PDF) von Dr. Jennifer Petzen

Dr. Jennifer Petzen
forscht seit 2001 zu transnationalen queeren Politiken und Bewegungen. Sie veröffentlicht in verschiedenen Zeitschriften und in Sammelbänden regelmäßig zu den Themen "Rassismus in queeren und feministischen Bewegungen", "Rezeption von Intersektionalität in Europa" sowie zu "Homonationalismus in der Bundesrepublik Deutschland". Sie lehrte und lehrt in Berlin, Seattle und Istanbul zu den Themen „Gender- und Queer-Theorie sowie zu Migration und zu anti-muslimischem Rassismus. Seit 2014 ist sie Geschäftsführerin der Lesbenberatung Berlin e.V.  

Kontakt: jenniferpetzen(at)lesbenberatung-berlin.de

Alle Frauen sind weiß, alle Schwarzen sind Männer, einige von uns aber sind mutig (Zülfukar Çetin)

"Die Antidiskriminierungsarbeit in Deutschland ist heute immer noch eindimensional nach dem Entweder-Oder-Prinzip konzipiert, und so wird sie auch praktiziert. In ihrer Eindimensionalität werden sexuelle Orientierung und migrationsbezogene Merkmale als zwei Kategorien betrachtet, die sich entweder gegenseitig ausschließen oder als Gegensätze betrachtet werden."

Download Beitrag (PDF) von Dr. Zülfukar Çetin

Dr. Zülfukar Çetin
Stiftung Wissenschaft und Politik, Mercator-IPC Fellow an der Stiftung Wissenschaft und Politik. Çetin lehrt an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin im Bereich Soziale Arbeit. Seine Doktorarbeit zu Homophobie und Islamophobie wurde 2014 im Rahmen des Deutsch-Türkischen Wissenschaftsjahrs mit dem Wissenschaftspreis ausgezeichnet. Seit Oktober 2014 arbeitet er an seinem Post-Doc-Projekt "LSBTI-Politik und -Bewegung in der Türkei" als Mercator-IPC-Fellow bei der Stiftung Wissenschaft und Politik. Er ist Vorstandsmitglied des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg. Seine letzte Publikation "Gespräche über Rassismus. Perspektiven und Widerstände" ist im März 2015 im Verlag Yılmaz-Günay erschienen.

Dr. med. Lieselotte Mahler, Psychiatrische Universitätsklinik der Charité

"Eine Gruppe, die oft und besonders betroffen ist von Mehrfachdiskriminierungen, sind homosexuelle und queere Flüchtlinge. Obwohl Homo– und Transsexualität in vielen Ländern nicht nur zu Anfeindungen und Gewalt führt, sondern auch unter drastischen Strafen steht, verschweigen viele queere Flüchtlinge ihre Homo– oder Transsexualität, selbst wenn sie der Fluchtgrund waren. Zugleich werden die queeren Flüchtlinge in Flüchtlingswohnheimen oft weiter diskriminiert."

Siehe dazu Bericht im LSVD-Blog

Dr. med. Lieselotte Mahler
Oberärztin an der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité. Sie leitet eine Allgemeinpsychiatrische Station sowie eine Mehrgenerationen-Tagesklinik. Die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie ist Mitbegründerin und Vorsitzende des DGPPN-Referates "Sexuelle Orientierungen und Geschlechtsidentitäten in Psychiatrie und Psychotherapie". Zahlreiche nationale und internationale Vorträge und Publikationen, wie z.B. das Positionspaper der Weltärztekammer (WMA) "Statement on Natural Variations of Human Sexuality". Zudem ist sie Mitinitiatorin des mehrfach ausgezeichneten 'Weddinger Modells', eines neuen Recovery-orientierten Psychiatrie-Konzepts.
Kontakt: lieselotte.mahler(at)charite.de

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