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Antrag eines homosexuellen Asylbewerbers auf Auszug aus der Gemeinschaftsunterkunft

Vorname und Name ...
zurzeit: ….. Gemeinschaftsunterkunft …..
Personalien siehe unten

                                                                                                                                      … Datum

Anschrift: … zuständige Landesbehörde für Zuweisungsbescheide …

Antrag auf Auszug aus der staatlichen Gemeinschaftsunterkunft

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bitte dringend darum,

mir eine Ausweichunterbringung zur Verfügung zu stellen.
mir die Umsiedlung in die unten beschriebene Ausweichunterbringung zu erlauben.

Meine Unterbringung in der #… Gemeinschaftsunterkunft … # stellt für mich eine außergewöhnliche Härte dar.

Ich bin homosexuell und aus meiner Heimat ……………… geflohen, weil dort Homosexuelle massiv ausgegrenzt, geächtet und strafrechtlich verfolgt werden.

In meiner jetzigen Unterkunft lebe ich mit Flüchtlingen aus meiner Heimat und aus anderen Ländern zusammen, in denen Homosexuelle genauso ausgegrenzt und bestraft werden wie in meiner Heimat. Die homophoben Einstellungen sind in diesen Ländern gesellschaftlich und kulturell tief verankert und werden von der Mehrheitsbevölkerung geteilt. Die Flüchtlinge aus diesen Ländern lehnen Flüchtlinge, die homosexuell sind, genauso vehement ab, wie sie das schon in ihrer Heimat getan haben. Sie sind zum Teil sogar bereit, gewalttätig gegen Menschen vorzugehen, die ihren strengen hetero-normativen Vorstellungen nicht entsprechen.

Das erfahre ich immer wieder. Die anderen Flüchtlinge haben mitbekommen, dass ich homosexuell bin. Ich werde laufend angepöbelt, aus den Gemeinschaftsräumen ausgeschlossen und mit Tätlichkeiten bedroht weitere Einzelheiten … #

____________________ oder:

Nach meiner Flucht habe ich in Deutschland zum ersten Mal versucht, mit anderen Homosexuellen über # ... z.B.: Facebook ... ' Kontakte anzuknüpfen. Auf diese Weise habe ich den deutschen .............. aus ....... kennengelernt. Wir sind uns am .......... zum ersten Mal persönlich begegnet und verstehen uns inzwischen ungemein gut. Das ist für mich eine sehr beglückende Erfahrung, aber meine Freundschaft zu .......... bringt mich in der Gemeinschaftsunterkunft in große Schwierigkeiten.

Die anderen Flüchtlinge wissen zwar noch nicht positiv, dass ich homosexuell bin, weil ich sehr vorsichtig bin. Ich gehe aus den Gemeinschaftsräumen raus, wenn ich mit meinem deutschen Freund telefonieren will. Auch treffen wir uns möglichst außerhalb der Gemeinschaftsunterkunft. Aber die Mitbewohner haben trotzdem mitbekommen, dass ich immer von demselben deutschen Mann besucht werde.

Hinzu kommt, dass wir in der Gemeinschaftsunterkunft sehr eng zusammenleben. Die Männer begegnen sich in den Duschen und Schlafzimmern mehr oder weniger nackt. Ich habe deshalb große Angst, dass ich möglicherweise körperlich so auf diese Männer reagieren werde, dass diese das bemerken und zwei und zwei zusammenzählen.

# … Außerdem habe ich bei meiner Anhörung angegeben, .....
# …Außerdem habe ich vor meiner Anhörung große Angst. Ich muss dort angeben, .....
dass ich wegen meine Homosexualität aus meinem Heimatland geflohen bin. Die Mitbewohner aus ..........  scheinen zu wissen, welche Sprachmittler bei der Anhörung von Flüchtlingen aus ....... zu dolmetschen pflegen. Ich befürchte deshalb, dass es durchsickern könnte, dass ich wegen meiner Homosexualität Asyl beantragt habe. Meine Landsleute wissen, dass ich als Homosexuller sehr viel bessere Chancen habe, als Flüchtling anerkannt zu werden, als sie selbst. Das wird zusätzlich Neidreaktionen auslösen.

Dann muss ich damit rechnen, laufend angepöbelt, aus den Gemeinschaftsräumen ausgeschlossen und mit Tätlichkeiten bedroht zu werden.

____________________

Als Homosexueller gehöre ich zu den schutzbedürftigen Personen i.S.v. Art. 21 der Aufnahmerichtlinie 2013/33/EU. Die Aufzählung der schutzbedürftigen Personen in Art. 21 der Aufnahmerichtlinie ist nicht abschließend, sondern nur beispielhaft gemeint. Das zeigt das einleitende Wort "wie" vor der Aufzählung. Als besonders schutzbedürftig müssen deshalb auch homosexuelle Asylsuchende im Hinblick auf ihre Unterbringung in den Gemeinschaftsunterkünften gelten. Dort wohnen Geflüchtete aus Ländern, in denen homosexuelle Menschen staatlich und gesellschaftlich verfolgt werden. Homosexuelle Schutzsuchende sind in solchen Einrichtungen denselben Unterdrückungs- und Ausgrenzungsmechanismen wie in ihren Heimatländern ausgesetzt. Es ist vielfach belegt, dass es in den Gemeinschaftsunterkünften immer wieder zu Übergriffen bis hin zu Tätlichkeiten kommt, wenn die gleichgeschlechtliche sexuelle Orientierung von Schutzsuchenden bekannt wird.

So sieht das auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte. Er hat in seinem Urteil vom 05.07.2016 (Az. 9912/15, Rs. O.M. v. Ungarn) darauf hingewiesen, dass die staatlichen Stellen bei der Unterbringung von homosexuellen Asylbewerbern mit besonderer Sorgfalt darauf achten müssen, dass diese in der Haft nicht mit derselben Situation konfrontiert werden, vor der sie geflohen sind, weil die anderen inhaftierten Asylbewerber aus Ländern kommen, in denen die religiösen und kulturellen Vorurteile gegen Homosexuelle weit verbreitet sind.

Zur Vermeidung einer außergewöhnlichen Härte bitte ich deshalb dringend darum,
# ... meine Ausweichunterbringung in einer geschützten Unterkunft zu bewilligen
# ... meinen Auszug aus Gemeinschaftsunterkunft zu bewilligen. Die/der … Betreuer/in …, … Beratungsstelle … hat mir zugesagt, dass ich in …………… wohnen kann, wenn der Auszug aus der Gemeinschaftsunterkunft bewilligt wird.

Mit freundlichen Grüßen

(……………….)

Name …, … Vorname … ,
ID-Nummer …,
geboren am … Datum …, in … Ort … , … Staat …,
Staatsangehörigkeit: ………..,
Aktenzeichen: ..........
Zurzeit: … Adresse