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Parade für Toleranz in Kraków

Die NRW-Delegation bei der Krakówer Parade, Foto: Christian Scheuss

"Schlag zu, wenn du an Gott glaubst"

Lesben und Schwule aus NRW berichten von ihren Erlebnissen beim Krakauer "Festival für Toleranz"

 

von Christian Scheuss

 

"Stop Homofobii! Der Marsch der Gleichheit geht weiter!" Unter diesem Motto demonstrierten in Krakau am 28. April rund 1.500 Lesben, Schwule und auch Heterosexuelle bei der bislang größten Krakauer Lesben- und Schwulendemonstration für Toleranz und Diskriminierungsfreiheit.

"Homo-Terror!" oder "Schlag zu, wenn Du an Gott glaubst!" skandierten dagegen Rechtsextremisten und attackierten die Demonstrierenden mit Steinen und Eiern. Aus NRW nahm eine neun-köpfige Delegation von lesbischen und schwulen Selbsthilfe- und Kulturprojekten an dem Marsch im Rahmen des "Festivals für Toleranz" teil.

Dutzende Menschen wurden verletzt, einige mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei verhinderte schlimmeres. Dass Lesben und Schwule während des diesjährigen Marsches von einem starken Polizeiaufgebot geschützt wurden, ist auch ein Erfolg europäischer schwullesbischer Solidarität. Der Schutz der Teilnehmer durch die Behören war in den Jahren davor nicht ernst genug genommen worden.

In Auschwitz-Birkenau gedachte die Delegation der Lesben und Schwulen, die in diesem Vernichtungslager ermordert wurden. Sie legten zusammen mit Delegierten anderer europäischer Nationen einen Kranz für die lesbischen und schwulen Opfer des Nationalsozialismus nieder.

Die Aktivist/innen aus Krakau und NRW planen, ihre Kooperation in der lesbisch-schwulen Projekt- und Kulturarbeit auszubauen. Entscheidender Grundstein für die weitere Vernetzung sind die direkten persönlichen Begegnungen vor Ort.

Aus Nordrhein-Westfalen beteiligten sich Jacek Marjanski, Vorstand des Schwulen Netzwerks NRW und Koordinator des internationalen Selbsthilfeprojekts von Lesben und Schwulen "baraka", Alexander Popp, Geschäftsführer des Schwulen Netzwerkes NRW, Carolina Brauckmann vom rubicon-Beratungszentrum für Lesben und Schwule in Köln, Matthias Kuske, AIDS-Hilfe NRW, Christof Gille, Stricherprojekt LOOKS Köln, Andreas Wolter,BÜNDNIS, 90 / DIE GRÜNEN, MdR Köln, Julia Magerkurth und Jutta Hennecke, CSD-Düsseldorf und Bodo Busch, Ver.di, und andere.

Auf der Grundlage einer eindrucksvollen Fotodokumentation werden sie am Montag, 3. Juli 2006 um 20 Uhr bei einer Veranstaltung OST-WEST im Kölner rubicon-Beratungszentrum für Lesben und Schwule von ihren Erlebnissen berichten.

 

Veranstaltungshinweis:

Ost - West

Bericht und Impressionen von schwul-lesbischen Begegnungen in Krakau

Jacek Marjanski, Carolina Brauckmann / rubicon

Montag, 3.7.2006, 20 Uhr

Rubicon Beratungszentrum für Lesben und Schwule Rubensstr. 8 - 10

www.rubicon-koeln.de