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2010 - 20 Jahre LSVD

Besuch beim Bundespräsident Horst Köhler
Bischöfin Maria Jepsen auf dem Festakt zum 20jährigen Jubiläum
Festakt zum 20jährigen Jubiläum
Festakt zum 20jährigen Jubiläum
LSVD-Bundesvorstand samt Mitarbeitende
Einladung zum Festakt
Verbandstag
Verbandstag

NEUES PROGRAMM: GLEICHE RECHTE, VIELFALT UND RESPEKT

Zum 20jährigen Verbandsjubiläum beschließt der LSVD-Verbandstag am 10. April 2010 ein neues Grundsatzprogramm. Als zentrale Begriffe prägt das Programm gleiche Rechte, Vielfalt und Respekt. Gleiche Rechte sind Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben. Sie müssen im Alltag als gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft verwirklicht werden können. Für Lesben und Schwule darf es keine Sperrbezirke geben – weder auf dem Fußballplatz noch im Elternbeirat, weder in der Autowerkstatt noch in der Chefetage.

Der LSVD steht für eine Politik der Vielfalt. Das neue Programm erhebt Einspruch gegen eine Weltsicht, die allein Heterosexualität für selbstverständlich und natürlich hält, sie als Standard nimmt, an dem alles gemessen wird. Wir wollen vielmehr, dass lesbische und schwule Lebensweisen als selbstverständlicher Teil gesellschaftlicher Normalität respektiert und anerkannt werden. Respekt heißt dabei die Zauberformel für gutes gesellschaftliches Zusammenleben. Verachtung und Unterdrückung von Homosexualität ist kein Naturgesetz, sondern ein unseliger Traditionsrest aus vordemokratischer Zeit. Homophobie hält sich hartnäckig, ist aber eine gesellschaftliche Krankheit, die überwunden werden kann. Heilmittel sind Engagement, Aufklärung und Dialog.

Das neue Programm durchzieht eine menschenrechtlich fundierte Herleitung unserer Forderungen. Denn alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Dieses großartige Versprechen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte muss sich auch für Lesben und Schwule erfüllen, ebenso für Bisexuelle, Transgender, trans- und intersexuelle Menschen. Auf dem Weg zur vollen rechtlichen Gleichstellung haben wir große Fortschritte gemacht. Das führt zu einer Akzentverschiebung im neuen Programm. Der Kampf gegen Homophobie auf allen Ebenen nimmt breiteren Raum ein, ebenso die internationale Menschenrechtsarbeit, für die wir nun mehr Kapazitäten haben. Auch weiterhin definiert sich der LSVD aber als Bürgerrechtsverband. Unsere Bürgerrechtspolitik will die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Lesben und Schwule ihre persönlichen Lebensentwürfe selbstbestimmt entwickeln können - frei von rechtlichen und anderen Benachteiligungen, frei von Anpassungsdruck an überkommene Normen, frei von Anfeindungen, Diskriminierungen und Homophobie.


FESTAKT ZUM VERBANDSJUBILÄUM

Sein zwanzigjähriges Bestehen begeht der LSVD mit einem Festakt am 9. April 2010 in Berlin, in der Landesvertretung Baden-Württembergs beim Bund. Weit über 300 Menschen folgen der Einladung: LSVD-Mitglieder, zahlreiche Persönlichkeiten aus der Lesben- und Schwulenbewegung, Abgeordnete sowie Vertreterinnen und Vertreter befreundeter Organisationen aus der allgemeinen Zivilgesellschaft. Die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen würdigt in ihrer Festrede die Arbeit des LSVD und die epochalen Veränderungen im Umgang mit homosexuellen Menschen. LSVD-Bundesvorstand Günter Dworek wirft einen Blick zurück nach vorn, berichtet aus der Verbandsgeschichte und beschreibt die Aufgabenstellung für die nächsten Jahre. Markus N. Beeko (Kampagnendirektor von Amnesty International Deutschland), Ilona Helena Eisner (Vorstand Deutscher Frauenrat), Dr. Beate Rudolf (Direktorin Deutsches Institut für Menschenrechte) und Reverend Rowland Jide Macaulay (House of Rainbow, Nigeria) überbringen Geburtstagsgrüße und würdigen ebenfalls die Erfolgsgeschichte des LSVD. Musikalisch umrahmt wird der Festakt durch die fulminante Berliner Konzertpianistin Ming.


GESPRÄCH MIT DEM BUNDESPRÄSIDENTEN

Am 16. März waren Günter Dworek, Jenny Graser und Axel Hochrein vom LSVD-Bundesvorstand zu Gast in Schloss Bellevue. Bundespräsident Horst Köhler hatte zu einem zweiten Gespräch über die Situation von Lesben und Schwulen in Deutschland eingeladen. Die erste Begegung hatte 2005 stattgefunden. In dem angeregten Gedankenaustausch wurde eine ganze Reihe von Themen angesprochen wie Regenbogenfamilien, Homophobie und antihomosexuelle Gewalt sowie die Ergänzung des Grundgesetzes um einen ausdrücklichen Diskriminierungsschutz wegen der sexuellen Identität. Fragen der Integration, die Situation lesbischer und schwuler Jugendlicher und die Menschenrechtslage im Ausland, z.B. in Unganda, waren ebenso Gegenstand des Gesprächs. Der Bundespräsident betonte die Bedeutung von Vielfalt und ermutigte den LSVD ganz ausdrücklich, seine Themen weiter kontinuierlich in die Gesellschaft zu tragen.

 

 

WAS SONST NOCH GESCHAH:

+++ Der LSVD veröffentlicht die Studie „Doppelt diskriminiert oder gut integriert? Lebenssituation von Lesben und Schwulen mit Migrationshintergrund“. +++ Der LSVD Hamburg ruft am Internationalen Tag gegen Homophobie zum ersten Rainbow-Flashmob in Deutschland auf. 700 Menschen setzen auf dem Rathausmarkt ein Zeichen für Menschenrechte und gegen Homophobie. +++ Im Juli 2010 startet das Internetportal www.mission-aufklaerung.de, das über die Aktivitäten von „Homoheilern“ und weiterer fundamentalistischer Kräfte informiert. +++ Die zweite internationale Menschenrechtskonferenz der Hirschfeld-Eddy-Stiftung findet in Zusammenarbeit mit dem lettischen Lesben- und Schwulenverband „Mozaika“ in Riga / Lettland statt. +++ Auf Anregung des LSVD werden dreizehn LSBTI-Aktivistinnen und Aktivisten aus Afrika vom Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung zu einer Informationsreise nach Deutschland eingeladen. Die Hirschfeld-Eddy-Stiftung wirbt für die Unterstützung von LSBTI-Projekten in Afrika. +++ Glückwunsch an Prof. Dr. Susanne Baer. Die offen lesbisch lebende Berliner Juraprofessorin wird vom Bundestag als Richterin ans Bundesverfassungsgericht berufen. +++