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2012 - Offensiv gegen Hetzer

Protest gegen homophobe Politik in Russland
Manfred Bruns erhält den Preis der Antidiskriminierungstelle des Bundes
Gedenken und Einweihung des neuen Films im Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen
House of Rainbow - Projektpartner in Nigeria
Menschenrechtskonferenz in St. Petersburg
Fehlende Vielfalt in Schulbüchern - Fachtagung

KAMPF GEGEN UNTERDRÜCKUNG IN RUSSLAND

Russland unter Putin fährt einen immer schärferen Unterdrückungskurs. Unterstützt von der orthodoxen Kirche und nationalistischen Ideologen tritt 2012 in der Stadt St. Petersburg ein Gesetz in Kraft, das positives Sprechen über lesbisches, schwules und transgeschlechtliches Leben als „Propaganda für Homosexualität“ untersagt. Es dient als Blaupause für ein 2013 beschlossenes nationales Zensurgesetz. Mit vielfältigen Aktionen versuchen LSVD und Hirschfeld-Eddy-Stiftung Unterstützung und Solidarität für Lesben, Schwule und Transgender in Russland zu organisieren. Anfang 2012 veranstaltet der LSVD mit Bündnispartnern eine Demonstration vor der russischen Botschaft in Berlin gegen das homophobe Gesetzesvorhaben. Es folgt eine weitere Aktion vor dem Brandenburger Tor unter dem Motto „Hassgesetz in St. Petersburg verhindern“. Die Hirschfeld-Eddy-Stiftung und die russische Organisation „Coming Out“ präsentieren in St. Petersburg eine Plakatkampagne mit Motiven, die Pjotr Tschaikowski, Rudolf Nurejew und Marina Zwetajewa mit zugeklebten Mündern zeigen. Kurze Texte aus persönlichen Briefen und Dokumenten benennen die Homosexualität der drei russischen Kulturgrößen. Trotz des Gesetzes führt die Hirschfeld-Eddy-Stiftung am 26./27. Oktober 2012 gemeinsam mit dem Russian LGBT Network in St. Petersburg und mit Unterstützung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ sowie des Auswärtigen Amtes die Menschenrechtskonferenz „Bedeutung, Herausforderungen und Perspektiven der Antidiskriminierungspolitik in der Russischen Föderation“ durch.

MANFRED BRUNS AUSGEZEICHNET

Für sein Engagement gegen Diskriminierung erhält Manfred Bruns den Preis der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS). Die Laudatio beim Festakt am 19. September 2012 hält Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Die Hirschfeld-Eddy-Stiftung überreicht zum Festakt die von der ADS unterstützte zweisprachige Festschrift „Vom Verbot zur Gleichberechtigung“ für Manfred Bruns, in der die Rechtsentwicklung zum Thema in Bezug auf Lesben, Schwule und Transgender in Deutschland beschrieben und Manfred Bruns’ Rolle dabei gewürdigt wird.

FEHLENDE VIELFALT IN SCHULBÜCHERN

„Sexuelle Identität und Gender. (K)Ein Thema in Schulbüchern?“ Das fragt eine Konferenz, die der LSVD gemeinsam mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) am 20. April 2012 in Berlin durchführt und die sehr viel Fachpublikum anlockt. Die Diagnose ist bedrückend: Gleichgeschlechtliche Lebensweisen werden in den Lehrmitteln weitgehend totgeschwiegen. Es ginge auch anders: Warum kann im Mathebuch nicht auch mal der Einkaufswagen einer Regenbogenfamilie - Mutter, Mutti und Kind - als Rechenbeispiel dienen? Die Konferenz formuliert Forderungen an die Bildungspolitik. Allen ist klar: Der Weg ist noch weit, an vielen Stellen bestehen noch große Ängste und Vorbehalte. So hatten sämtliche großen Schulbuchverlage die Einladung, auf der Konferenz zu sprechen, ausgeschlagen oder ignoriert.

HETZPORTAL KREUZ.NET

Der LSVD erstattet Strafanzeige wegen Volksverhetzung gegen die Betreiber von kreuz.net. Auf der Internetseite wurde der verstorbene Schauspieler Dirk Bach tagelang als “pervers“ und “gestört“ beschimpft. Der LSVD fordert die deutschen katholischen Bischöfe auf, mehr Verantwortung zu übernehmen und ein ausdrückliches Bekenntnis gegen solch menschenverachtende Homophobie abzugeben. Zudem sollten sie die Sicherheitsbehörden bei der Suche nach den Urhebern der Hassreden unterstützen. Anfang Dezember verschwindet die Webseite aus dem Netz.