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2014 - Allianzen gegen Menschenfeindlichkeit

Protest vor dem Kanzleramt
Berliner Manifest
Veranstaltungsreihe "Crossings and Alliances"
LSVD Saar hat ein Date mit dem Bischof
"Homosexualität in der Familie" - Handbuch des LSVD-Projekts
Konferenz in Serbien (c) Ljiljana Bozovic
Konferenz im Auswärtigen Amt während der Besuchsreise afrikanischer Aktivstinnen und Aktivisten
Zweite aktualisierte Auflage des Regenbogenfamilienführers

HOMOPHOBIE UND TRANSPHOBIE ENTGEGENTRETEN

Homophobe Stimmen werden wieder lauter. Einige rassistische und homophobe Schmähschriften erzielen hohe Auflagen. Deren Autorinnen und Autoren dürfen sich in Fernseh-Talkshows breitmachen. In einem Video “Meinungsmüll gehört in die Tonne“ entlarvt der LSVD Köln deren Strategien. Christliche Fundamentalisten und Rechtspopulisten kämpfen Seit an Seit dafür, dass Informationen über lesbisches und schwules Leben in der Schule tabuisiert werden. Sie laufen mit Hassparolen Amok gegen eine Pädagogik der Vielfalt. Der LSVD hält dagegen – in Baden-Württemberg ebenso wie in Niedersachsen oder Schleswig-Holstein.

Diese Auseinandersetzungen werden uns die nächsten Jahre viel beschäftigen müssen. Als Grundlage dafür verabschiedet der LSVD-Verbandstag im April 2014 das „Berliner Manifest gegen Homophobie und Transphobie“. Das Manifest warnt: „Die Gegner von Freiheit und Gleichheit haben Antihomosexualität wieder als Mittel der Politik entdeckt. Haben sie früher oft versucht, Homosexualität durch einen eisernen Vorhang des Schweigens unter gesellschaftliche Quarantäne zu halten, reden sie heute unaufhörlich darüber.“ Politische und religiöse Kräfte, die oft selbst für die Unterdrückung und Ausgrenzung in der Vergangenheit verantwortlich waren, stellen sich nun ihrerseits als diskriminierte Minderheit dar. Sie fordern für sich Sonderrechte, um weiter ausgrenzen zu können: in der Schule, in Beschäftigung und Beruf und im gesamten öffentlichen Leben. Das Manifest setzt dagegen Forderungen zur Bildungs- und Medienpolitik, zur Rechts- und Antidiskriminierungspolitik. Es fordert die Bundesregierung auf, den versprochenen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie im Dialog mit der Zivilgesellschaft schnell mit Leben zu erfüllen.

FACHKONFERENZ FAMILIE

Der LSVD präsentiert in Berlin am 20. März 2014 die Ergebnisse seines vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Projektes „Homosexualität und Familie - eine Herausforderung für familienbezogenes Fachpersonal“. In ihrem Grußwort betont Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, die dreijährige Arbeit des Projektes habe dazu beigetragen, die „Regenbogenkompetenz“ um die Perspektive der Angehörigen und Fachkräfte zu erweitern.

PROTEST VOR DEM KANZLERAMT GEGEN "MUTTIS BAUCHGEFÜHL"

2013 hatte das Bundesverfassungsgericht festgestellt: „Unterschiede zwischen Ehe und Eingetragener Lebenspartnerschaft, welche die ungleiche Ausgestaltung der Adoptionsmöglichkeiten rechtfertigen könnten, bestehen nicht.“ Darüber setzt sich die Regierung Merkel ungerührt hinweg und verweigert weiterhin mit ebenso fadenscheinigen wie diskriminierenden Gründen die Gleichstellung beim gemeinschaftlichen Adoptionsrecht. Dagegen protestiert der LSVD im Mai 2014 mit der Aktion „Grundgesetz statt Bauchgefühl“ vor dem Bundeskanzleramt in Berlin.

DATE MIT DEM BISCHOF

Vor vollem Haus debattiert im Juli 2014 mit Dr. Stephan Ackermann erstmals ein katholischer Bischof in Deutschland in öffentlicher Veranstaltung mit Lesben und Schwulen. Es geht um Sexualmoral, kirchliches Arbeitsrecht und Menschenrechtsfragen. Eingeladen hatte der LSVD Saar. Er übergibt dem Bischof einen „Saarbrücker Appell“ gegen Diskriminierung im Arbeitsrecht.

VIELFÄLTIGE MENSCHENRECHTSARBEIT

Afrika und Osteuropa sind weiter Schwerpunkt der Menschenrechtsarbeit. Masakhane (“Let us build each other”): Das dreijährige Projekt zur Stärkung der Handlungsmacht von lesbischen, bisexuellen und transidentischen (LBT) Menschenrechtsverteidigerinnen im südlichen Afrika beginnt. Vom LSVD initiiert und gemeinsam mit der Coalition of African Lesbians (CAL) entwickelt und zusammen mit filia.die frauenstiftung auf den Weg gebracht, ist das Projekt die größte Maßnahme, die je vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Bereich Menschenrechte und sexuelle Orientierung / geschlechtliche Identität gefördert wurde. Es umfasst die Länder Südafrika, Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe.

Auch Russland steht anlässlich der olympischen Winterspiele in Sotschi wieder im Fokus. Mit vielfältigen Aktionen, darunter dem gay folks movement, macht der LSVD auf die Menschenrechtslage in Russland aufmerksam.

Hella von Sinnen, Markus Grimm, Steffi List, Stephan Runge, Helena Marion Scholz, Claus Vinçon, Holger Edmaier – über 30 Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland erheben ihre Stimme gegen Homo- und Transphobie. Der Erlös aus dem Verkauf des Benefizsong „100% MENSCH“ geht an die Hirschfeld-Eddy-Stiftung, die damit Menschenrechtsprojekte in Russland, Nigeria und Uganda unterstützt.

CROSSINGS AND ALLIANCES

Im Oktober 2014 startet Crossings & Alliances, eine Veranstaltungsreihe der Hirschfeld-Eddy-Stiftung. Im Fokus stehen Themen, die häufig vergessen werden: Es geht um Rassismus in der Menschenrechtsarbeit, um Homo- und Transphobie und die Rechte von Intersexuellen. Gefragt wird nach den Gemeinsamkeiten bzw. Unterschieden der Arbeit für Lesben, Schwule, Transgender und Intersexuelle (LSBTI), der Vermittlerrolle von migrantischen Selbstorganisationen, den Machtbeziehungen im Nord-Süd-Dialog und nicht zuletzt nach den Erwartungen an Solidarität aus Europa. Indien, Indonesien und afrikanische Staaten sind ebenso Thema wie Lateinamerika. Veranstaltungen finden in Berlin, Bochum, München und Saarbrücken statt.

 

WAS SONST NOCH GESCHAH

+++ Der LSVD Sachsen-Anhalt erzielt Erfolge gegen den aus der Landes-CDU stark gestützten Verein LEO e.V., der für „Homoheilung“ eintritt. Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Sachsen-Anhalt beschließt einstimmig, den Verein LEO e.V. wegen diskriminierender Äußerungen in Bezug auf die sexuelle Orientierung von Menschen auszuschließen. +++ Der LSVD veröffentlicht Wahlprüfsteine zur Europawahl 2014 +++ Anfang Mai 2014 führt der LSVD in Köln zusammen mit dem Network of European LGBT Families Associations (NELFA) und der Friedrich-Ebert- Stiftung und mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Europäische Konferenz für Regenbogenfamilien “Different Families – Same Schools” durch. +++ Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und LSVD hissen zum CSD gemeinsam die Regenbogenflagge am Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin. Innenminister de Maizière reagiert sauer. +++ Zusammen mit der serbischen Partnerorganisation „Labris“ und dem „Forum for Ethnic Relations“ veranstaltet die Hirschfeld-Eddy-Stiftung im September in Belgrad mit Unterstützung der EVZ-Stiftung und des Auswärtigen Amtes die vierte internationale Konferenz zum Thema „Menschenrechte von sexuellen Minderheiten und Nichtdiskriminierung in Serbien. +++ Die LSVD-Bundesgeschäftsstelle in Köln zieht um: in die Hülchrather Str. 4 im Kölner Agnesviertel. Auch das Hauptstadtbüro des Bundesverbandes in Berlin erhält ein neues Domizil in der Almstadtstr. 7, nahe Alexanderplatz. +++ Der LSVD Schleswig-Holstein ist Mitveranstalter der ersten Jahreskonferenz des Aktionsplans Echte Vielfalt im Kieler Landtag. +++