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Mit großer Besorgnis betrachtet der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) die wiederholten Aufrufe hoher islamischer Geistlicher zum Mord an Homosexuellen. Derartige Aufrufe können Hass und Gewalt gegen Lesben und Schwule auch in Deutschland fördern.

Presseberichten zufolge hat Mitte Februar Talgat Tadschuddin, ein hoher islamischer Geistlicher Russlands, dazu aufgerufen, „Homosexuelle zu töten, weil ihre Tätigkeit zum Aussterben der Menschen führt“. Eine nicht-traditionelle sexuelle Orientierung sei „ein Verbrechen vor Gott“, so Tadschuddin.

Vergangene Woche hatte ebenfalls Presseberichten zufolge auch der irakische Großajatollah Ali al-Sistani in einer auf seiner Webseite publizierten Fatwa zum Mord an Homosexuellen aufgerufen. Der einflussreiche schiitische Geistliche erklärte, schwuler und lesbischer Sex sei verboten. „Die Menschen, die in einen solchen Akt verwickelt sind, sollten auf die schlimmste, am meisten Schmerzen einflößende Weise getötet werden“, so die auf Arabisch verfasste Fatwa.

Großajatollah Sistani ist die höchste religiöse Autorität für die Schiiten, die 60 Prozent der irakischen Bevölkerung stellen. Bislang galt Sistani als gemäßigter Kleriker.

Der LSVD ruft islamische Organisationen inner- und außerhalb Deutschlands auf, sich von jeder Form antihomosexueller Hetze zu distanzieren und für Respekt gegenüber Lesben und Schwulen einzusetzen. Die in Deutschland existierenden muslimischen Organisationen müssen eindeutig Stellung beziehen und Hass und Gewalt eine klare Absage erteilen.

[beschlossen auf dem 18. LSVD Verbandstag am 26.03.2006 in Köln]