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Silke Burmeister-Ruf:

Wie komme ich zum Kind?

Inhalt:


Dürfen Lesben und Schwule ihren Kinderwunsch realisieren?

Lange galt es als irgendwie selbstverständlich, dass Lesben und Schwule keinen Kinderwunsch haben – oder mindestens nicht haben dürfen, wenn sie richtige Homosexuelle sein wollen. Es wurde wohl davon ausgegangen, dass der zeitliche Zusammenhang zwischen Zeugung und Sexualität im heterosexuellen Geschlechtsverkehr auch bedeutet, dass die Abneigung gegen eben diesen heterosexuellen Verkehr zwangsläufig auch die Abneigung gegen die Zeugung nach sich zieht.

Dieser Automatismus ist aber offensichtlich nicht gegeben. Auch Heterosexuelle haben mehrheitlich Verkehr, ohne den aktuellen Wunsch nach einem Kind mit diesem Partner. Verhütungspraktiken einerseits und kinderlose Beziehungen andererseits belegen heute die Unabhängigkeit von Sexualität und Kinderwunsch.

Der Kinderwunsch zeigt sich bei hetero- wie bei homosexuellen Menschen zunächst und vor allem als etwas sehr persönliches, nämlich als ein Gefühl. Dieses Gefühl versuchten und versuchen Lesben und Schwule mehr oder weniger erfolgreich zu unterdrücken, vielleicht weil nicht sein soll, was nicht sein darf. Dennoch war das Gefühl bei vielen da.

In der Szene waren schon die Kinder aus heterosexuellen Vorzeiten eine Art Tabu. Sie tauchten selten auf, wurden fast versteckt vor der Communitiy. Der Kinderwunsch selbst war das noch viel größere Tabu, welches aber immer wieder von einzelnen Lesben und seltener von einzelnen Schwulen gebrochen wurde.

Seit einigen Jahren hat sich da was getan. Immer öfter tauchen schwangere Lesben in der Frauendisko auf. Kinderwagen auf dem CSD sind zwar noch sehr vereinzelt, aber nicht, weil es die dazugehörigen Babys nicht gibt, sondern, weil die dröhnende Musik für zarte Babyohren einfach zu laut ist. Manche sprechen schon von einem lesbisch-schwulen Babyboom ("gayby-boom"). Kaum einer kann sagen, wie viele Kinder in den letzten Jahren in lesbischen oder schwulen Familien angekommen sind. Es sind sicherlich immer noch wenige hundert, aber es werden täglich mehr. Besonders die Zahl der Lesben, die ihren Kinderwunsch nicht nur haben, sondern auch noch in die Tat umsetzen wollen, ist enorm.

Das Tabu ist also längst gebrochen. Allerdings ist es in Deutschland wegen der widrigen Rechtslage immer noch nicht ganz einfach, als Lesbe oder Schwuler zu einem Kind zu kommen. Es gibt inzwischen aus den zurückliegenden Jahren einige Erfahrungen, die hier zusammengestellt und weitergegeben werden sollen.

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Wie kann ich meinen Kinderwunsch realisieren?

Wie der Kinderwunsch ein sehr persönliches Gefühl ist, so ist auch die Frage, wie man oder frau diesen Wunsch dann realisiert, sehr persönlich. Niemand kann sagen, wie es am besten geht. Da sind zum einen die persönlichen Voraussetzungen. Bin ich allein oder sind wir ein Paar? Alter und Konstitution oder Wohnort, Beruf und Einkommen bestimmen z.B. das Geflecht der zukünftigen Familie. Ebenso persönliche Geschichte und Geschichten mit geborenen oder ungeborenen Kindern, mit Eltern und Geschwistern, mit Vorbildern oder Freunden.

Von einem Ratgeber wie diesem erwartet die Leserin oder der Leser nun aber einen Rat. Den bleiben wir deshalb auch nicht schuldig. Gut ist es sicherlich für alle, die sich mit der Realisierung ihres Kinderwunsches befassen, sich zunächst über alle Möglichkeiten zu informieren und dann eine Weile darüber nachzudenken, vielleicht mit Vertrauten zu beraten. Mancher Weg, der einem zuerst irgendwie widerstrebte, zeigt sich bei genauerem Hinsehen als die bessere Lösung. Manche zunächst einfache Lösung, hat weiter hinten irgendwie ein dickes Ende, welches man nicht in Kauf nehmen möchte. Die nächsten Kapitel beschreiben deshalb schlicht, was Lesben und Schwule so alles tun, um Kinder zu bekommen und welche Erfahrungen man dabei zusammenfassen kann. Manches entzieht sich natürlich auch meiner Kenntnis.

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Wie können wir als Paar gemeinsam ein Kind bekommen?

Biologisch betrachtet muss gesagt werden, dass Kinder, die das halbe Erbgut von einer Frau und das andere halbe Erbgut auch von einer Frau haben, zum heutigen Zeitpunkt nicht möglich sind. Ob das irgendwann einmal möglich sein wird, kann heute niemand wissen – und ob dafür das Grundgesetz geändert werden müsste, erst recht nicht. Allerdings heißt dies heute eben auch, dass immer irgendwie Personen des anderen Geschlechts bei der Realisierung des Kinderwunsches beteiligt sind. Und sei es nur als anonymer Samenspender in der Samenbank in Holland oder als unbekannte Mutter oder unbekannter Vater in einer ausländischen Herkunftsfamilie.

Was es natürlich gibt, sind Paare, die die Verantwortung für ein oder mehrere Kinder gemeinsam tragen. Die für sie sorgen. Die für sie da sind, wenn sie gebraucht werden. Die einen mehr oder weniger großen Teil ihres Lebens (und ihres Einkommens) für diese Kinder einsetzen. Sie sind soziale Eltern und wenn sie diese Aufgaben gemeinsam erledigen, haben sie natürlich gemeinsame Kinder.

Juristisch betrachtet ist diese soziale Elternschaft unerheblich. Da zählt nur, wer auf der Geburtsurkunde steht. Und da steht eben die biologische Mutter, der biologische Vater oder die Frau oder der Mann, welche das Kind adoptiert haben.

Diese juristische Seite bestimmt das Leben zwar nicht unerheblich, trotzdem darf frau und man sich davon nicht verrückt machen lassen. Wir alle haben – zum Glück – in unserem Land das Recht, unser Leben so zu gestalten, wie wir es für richtig halten. Und wenn zwei Frauen oder zwei Männer oder eine Frau und zwei Männer oder zwei Frauen und ein Mann (z.B. der Samenspender) oder drei Frauen oder oder oder oder gemeinsam die Verantwortung für Kinder übernehmen, verbietet ihnen dies niemand.

Ob nun als lesbisches Paar oder in anderer Familienkonstellation, es empfiehlt sich auf jeden Fall, so weit wie möglich, bevor das Kind gezeugt oder adoptiert oder in Pflege genommen wird, verbindlich zu verabreden, welche Rolle die beteiligten Personen in Bezug auf die Kinder haben sollen. Möglicherweise ist hilfreich, diese Verabredung auch schriftlich zu fixieren. In den einzelnen Kapiteln werde ich auf die Frage, welche Klärung meist besonders wichtig ist, im einzelnen eingehen.

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Wie kann ich eine Schwangerschaft herbeiführen?

Leider bringt der Klapperstorch in lesbische und schwule Familien keine Kinder. Denn stimmte das alte Märchen von der Herkunft der Kinder, hätten wir vielleicht einige Probleme weniger. Stattdessen müssen wir uns auf unseren Biologieunterricht zurückbesinnen und wissen daher: Wir brauchen ein befruchtungsfähiges Ei und mindestens ein befruchtungsfähiges Spermium zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

In der heterosexuellen Welt wird dieses Spermium, in Gesellschaft von Millionen anderen Spermien, im Rahmen des Geschlechtsverkehrs an den richtigen Ort, also vor den Eingang zur Gebärmutter (den Muttermund) gebracht. Erst wenn dieses Verfahren nicht zur Schwangerschaft führt, gehen die Frauen und inzwischen auch die Männer zum Arzt, und es beginnt eine zum Teil extrem lange und oft sehr strapaziöse Unfruchtbarkeitsbehandlung.

Dieses Problem haben Lesben nicht. Sie sind nicht unfruchtbar – zumindest nicht in größeren Anteilen als die Heten. Befruchtungsfähige Eier finden sich in Lesben in der Regel in ausreichender Anzahl. Die ungewollte Kinderlosigkeit von Lesben, welche behoben werden will, ist also kein medizinisches Problem. Es fehlt nur an einem Rohstoff, einer Zutat: dem befruchtungsfähigen Spermium. Diese Zutat ist allerdings nicht nur unerlässlich, sondern vor allem knapp, schwer zu finden, leicht verderblich usw.

Es gibt Lesben und Schwule, die ihren Kinderwunsch durch eine Art Besuch in der heterosexuellen Welt, also durch Geschlechtsverkehr mit einem heterosexuellen Partner verwirklichen. Dieses Verfahren ist in der Szene ein wenig verpönt (nicht politisch korrekt ...). Im Rahmen der sexuellen Freizügigkeit fällt mir allerdings kein wirklich gutes Argument gegen diese Praxis ein, zumindest dann nicht, wenn alle Beteiligten wissen, was passiert.

Dieses Verfahren ist nicht nur den meisten Lesben und Schwulen, sondern wohl auch den meisten Samenspendern aus sehr persönlichen und nachvollziehbaren Gründen nicht möglich. Es bedarf also einiger Hilfsmittel, um dennoch das gewünschte Ziel zu erreichen: Das Zusammentreffen von Ei und Spermium zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die bewußte Herbeiführung dieses Rendezvous nennt sich Insemination.

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Wie funktioniert die einfachste Insemination?

Die Frau, die schwanger werden will, beobachtet ihren Zyklus und stellt irgendwann fest, dass der Eisprung kurz bevor steht oder gerade erfolgt ist. Das merkt sie z.B. an der Erhöhung der Basaltemparatur, an der Spinnbarkeit des Zervixschleims oder ermittelt es mittels Urinteststreifen (gibt es in der Apotheke). Genauere Informationen zur Bestimmung des Eisprungs finden sich in jeder Buchhandlung unter dem Schlagwort Verhütung oder unerfüllter Kinderwunsch.

Der Samenspender befördert ein paar Milliliter Sperma in ein kleines Gefäß mit weiter Öffnung (z.B. ein Senfglas). Wie er das macht, überlassen wir ihm ... Aber: Er soll aufpassen, wir brauchen alles!

Das Sperma hat zunächst eine etwas glibberige Konsistenz, wird aber nach wenigen Minuten flüssig. Es wird dann so bald wie möglich mit einer kleinen Spritze (5 oder 10 ml-Spritze, gibt es in der Apotheke) aufgezogen. Sollte die "Weiterverarbeitung" nicht sofort möglich sein, gehört Sperma auf keinen Fall in den Kühlschrank, sondern bleibt auf Zimmertemperatur. Aber: Nicht so lange warten, je länger frau wartet, desto mehr Spermien sterben ab. Nach ein paar Stunden ist nix Lebendiges mehr übrig.

Die Frau, die schwanger werden will, legt sich hin. Nun wird die Spritze (natürlich ohne Nadel, ist ja klar, oder?) einige Zentimeter bis vor den Muttermund in die Vagina eingeführt und dann das Sperma hineingedrückt. Hierbei kann die Freundin natürlich hilf- und segensreich zur Hand gehen. Die Frau kann dann noch ein paar Minuten liegen bleiben. In der Zwischenzeit machen sich die Spermien auf den Weg – die wissen, wo es längs geht. In der Regel zeigt sich nach zwei-drei Wochen durch ausbleibende Monatsblutung, ob eine Schwangerschaft vorliegt. Sollte die Frau nicht schwanger geworden sein (es klappt nicht immer beim ersten Mal), einfach beim nächsten Eisprung noch mal inseminieren.

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Woher kommt das Sperma?

Die technische Durchführung einer "Heiminsemination" ist tatsächlich so einfach wie oben beschrieben. Wenn bei Mann und Frau keine medizinischen Probleme vorliegen, welche die Empfängnis erschweren, dann wird nach irgendeiner Insemination schon eine Schwangerschaft vorliegen. So nach einem halben erfolglosen Jahr sollte frau sich allerdings mal Gedanken machen und vielleicht gynäkologischen Rat hinzuziehen. Die wirklichen Schwierigkeiten liegen nicht in der Durchführung selbst, sondern in der Frage: Woher kommt das Sperma?

Ganz allgemein gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder kommt der Spender aus dem privaten Umfeld oder es wird eine – ausländische – Samenbank eingeschaltet.

Der private Spender ist der Frau oder den Frauen, die ein Kind bekommen, meistens persönlich bekannt. Sie haben sich vielleicht in ihrem Bekannten- und Verwandtenkreis einen Mann ausgewählt, diesen gefragt, ob er Samen für sie spendet und glücklicherweise hat dieser Mann dann zugestimmt. Gelegentlich geht die Initiative auch von dem Mann oder einem Männerpaar aus, welches mit einer Lesbe oder einem Lesbenpaar gemeinsam Kinder bekommen möchte. In Berlin gibt es sogar eine Agentur, welche Lesben- und Schwulenpaare zwecks gemeinsamer Familienplanung vermittelt.

Auswahl und Gewinnung des Spenders ist eine der empfindlichsten Fragen im Zusammenhang mit einer privaten Insemination. Immer stellt sich die Frage, in welcher Beziehung die Beteiligten zueinander und vor allem zu dem Kind stehen sollen. Soll die Beziehung des Spenders zum Kind mit der Samenabgabe enden oder soll er eine Rolle im Leben des Kindes spielen. Wird er auf dem Standesamt in der Geburtsurkunde eingetragen oder verweigert die Mutter diese Angabe. Auf der Geburtsurkunde ist dann an der Stelle für den Vater nur ein kleiner Strich.

Gelegentlich wünschen sich Lesbenpaare auch einen Samenspender aus dem Verwandtenkreis der sogenannten Co-Mutter, also derjenigen Frau, die das Kind nicht zur Welt bringt. Diese Konstellation hat den unschlagbaren Vorteil, dass die Co-Mutter auch biologisch mit dem Kind verwandt ist. Ist z.B. der Spender der Bruder, ist die Co-Mutter biologisch betrachtet die Tante, die Großeltern und alle anderen Verwandten sind auch biologisch die Großeltern oder Verwandten. So lässt es sich dann trefflich darüber sinnieren, aus welchem Familienzweig die guten oder schlechten Eigenschaften stammen.

Die derzeitige Rechtslage ist ja leider im Moment so, dass der genetische Vater immer der Vater bleibt, es sei denn, das Kind würde durch Adoption völlig neue Eltern bekommen. Der genetische Vater, also der Samenspender, bleibt immer unterhaltspflichtig. Daran kann keine Vereinbarung mit den sozialen Eltern etwas ändern. Wenn zwischen den Beteiligten klar ist, dass der Samenspender nicht die Rolle eines Vaters spielen soll und daher natürlich auch keinen Unterhalt zahlen soll, ist es deshalb umso wichtiger, dass genaue Absprachen getroffen werden. Insbesondere auf eine Eintragung in der Geburtsurkunde wird deshalb meistens verzichtet.

Wer sollen nach Wunsch der Beteiligten die Hauptbezugspersonen, also die Eltern des Kindes sein: Die biologische Mutter, das Lesbenpaar, das Schwulenpaar, alle gemeinsam mit gleichen Anteilen. Wer sorgt für das Kind, wer sorgt für seinen Unterhalt? Was geschieht, wenn einem der Beteiligten etwas passiert? usw. usw. Diese und andere Fragen, die sich aus der Situation ergeben, sollten die Beteiligten unbedingt besprechen und einvernehmlich klären, möglicherweise auch schriftlich.

Ab und zu werden Lesben auch schwanger durch einen privaten Spender, dessen Identität ihnen selbst gar nicht bekannt ist. Das funktioniert dann so, dass eine andere Person Kontakt zu dem Spender hat und das Sperma der Frau oder dem Paar übergibt, ohne die Identität des Spenders preiszugeben. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass der Spender nicht zu Unterhaltszahlungen etc. herangezogen werden kann. Er ist ja anonym. Auch das vielleicht etwas peinliche direkte Zusammentreffen zwischen Inseminationswilligen und Spender entfällt. Andererseits besteht durch die vermittelnde Person für das Kind später einmal die Möglichkeit, einen Kontakt zum Erzeuger herzustellen. Allerdings ohne durchsetzbaren Rechtsanspruch, nur auf der Basis guter Kooperation. Und ob nach vielen Jahren die Kontakte hergestellt werden können, ist ein wenig fraglich.

Für eine private Insemination benötigt frau nicht zwingend eine Ärztin oder einen Arzt. Viele Lesben lassen sich dennoch zu ihrer eigenen Sicherheit von einer gynäkologischen Praxis mehr oder weniger intensiv begleiten. So ist eine gynäkologische Grunduntersuchung vor der ersten Insemination bestimmt nicht falsch. Manche Frauen lassen mittels Ultraschall gleich zu Beginn oder auch erst nach mehreren erfolglosen Versuchen feststellen, ob überhaupt und wann ein Eisprung stattfindet. Weitere unterstützende Maßnahmen können natürlich im Einzelfall abgesprochen und eingeleitet werden. Diese Maßnahmen werden ganz normal im Rahmen der medizinischen Grundversorgung von den Krankenkassen bezahlt.

Eine Untersuchung des Spenders auf ansteckende Krankheiten (AIDS, Hepatitis) ist sicherlich eine sehr gute Idee. Manche Lesben bestehen auch auf einer Untersuchung des Spermas, um sicherzustellen, dass genügend zeugungsfähige Spermien vorhanden sind. Ich persönlich würde dies vermutlich erst nach einigen erfolglosen Versuchen angehen.

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Wie funktioniert die Sache mit einer ausländischen Samenbank?

Der Gang zu einer Samenbank ist die Alternative zum privaten Spender – ob frau nun keinen gefunden hat oder keinen wollte. Der besondere Vorteil liegt in der Anonymität der Spender einerseits und in der Professionalität andererseits. Es entsteht kein persönliches Verhältnis, also auch keine Abhängigkeit, Dankbarkeit, Peinlichkeit oder sonstiges. Frau trifft den Spender ja nicht, und die durchführenden ÄrztInnen werden ja für ihre Arbeit bezahlt.

Bezahlen muss allerdings die Lesbe oder das lesbische Paar selbst, denn die Behandlung übernimmt keine Krankenkasse. In Abhängigkeit von der gewählten Samenbank und der Durchführungsart variieren die Kosten sehr, es ist aber auf jeden Fall mit einigen Tausend e zu rechnen. Auch ist die Nutzung einer deutschen Samenbank in der Regel nicht möglich. Die Standesregeln der deutschen Ärzteschaft schreiben vor, dass eine Insemination mit Spendersamen nur bei einer verheirateten Frau und auch nur bei nachgewiesener Unfruchtbarkeit des Ehemannes erlaubt ist.

Es bleibt deshalb nur der Gang zu einer ausländischen Samenbank. Wegen der räumlichen Nähe fahren lesbische Frauen meist nach Holland. Aber auch andere Länder wie z.B. USA oder Belgien kommen in Betracht. Die erste Kontaktaufnahme mit den holländischen Instituten kann telefonisch oder auch über das Internet erfolgen. Eine Liste der mir derzeit bekannten Samenbanken findet sich im Anhang dieses Ratgebers unter "FFGZ". Die Auswahl eines Instituts ist nicht ganz einfach. Am besten ist es vielleicht, eine persönliche Checkliste zu erstellen und dann die Institute gezielt danach zu befragen.

  • Woher kommen die Spender?
  • In welchem Rahmen kann ich den Spender mit aussuchen?
  • Besteht die Möglichkeit, Sperma für Geschwisterkinder zurückzulegen?
  • Wie lange?
  • Kann ich mir Sperma nach Hause schicken lassen?
  • Wie geht das im Einzelfall?
  • Wie oft muss ich in das Institut kommen?
  • Kooperiert das Institut mit einer Frauenarztpraxis hier?
  • Kann ich die Durchführung auch zuhause machen?
  • Was kostet die ganze Behandlung?
  • Was kosten einzelne Teile z.B. die Eingangsuntersuchung, jede einzelne Spende, die Verschickung?

Nach einem ersten Kontakt wird dann ein Termin ausgemacht, zu welchem die Frau oder das Paar nach Holland anreist. Dort werden die Vertragsbedingungen geklärt, Eingangsuntersuchungen, Festlegung des Spenders, der Verfahrensweise etc. vorgenommen. Die weitere Vorgehensweise ist sehr unterschiedlich. Teilweise fahren die Frauen zu jedem Eisprung nach Holland und lassen die Insemination dort durchführen. Das ist natürlich sehr aufwändig.

Zunehmend verschicken die Institute das tiefgefrorene Sperma in Spezialgefäßen auch nach Deutschland. Dort wird es entweder zuhause oder in einer gynäkologischen Praxis weiterhin in Flüssigstickstoff tiefgefroren gehalten. Wenn der Eisprung sich ereignet, wird die Insemination dann zuhause (wie oben beschrieben, aber: vorher auftauen!) oder in der Praxis durchgeführt.

Die holländischen Samenbanken arbeiten im wesentlichen mit sogenannten Nein-Spendern. Das heißt, daß die Identität des Spenders nicht preisgegeben wird. Dies schützt den Spender vor Unterhaltsansprüchen und anderen Kontaktversuchen durch die von ihm genetisch Abstammenden. Diese Anonymität ist häufig für die Spender eine sehr wichtige Bedingung, um überhaupt zu spenden. Ja-Spender hingegen stehen für spätere Kontaktwünsche zur Verfügung. Sie sind aber selten. Der Nein-Spender hat keine Möglichkeit, Kontakt zu Eltern und Kindern aufzunehmen. In dieser Anonymität liegt die besondere Stärke der Samenbanken. Die Frauen brauchen keine Angst haben, dass der Samenspender irgendwann einmal seine Vatergefühle entdeckt und dann auf die Kinder irgendwelche Ansprüche erhebt.

Diese Anonymität ist zugleich auch die besondere Schwäche der Samenbanken. Wer sich wünscht, dass der genetische Vater eine Rolle im Leben seines Kindes spielt, ist hier natürlich ganz falsch. Für den Fall, dass das Kind irgendwann einmal auf der Suche nach seinen Wurzeln den Wunsch verspürt, den Samenspender kennen zulernen, hat es im Falle des Nein-Spender einfach keine Chance.

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Wer bekommt das Kind?

Da Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist, ist Insemination ein Thema für Lesben, meistens lesbische Paare, denn die erheblichen Strapazen einer Alleinerziehenden laden sich nicht ganz so viele freiwillig auf ihre Schultern.

Welche der beiden Frauen das Kind bekommen soll, ist keine so ganz leichte Frage. Die unvergleichliche Erfahrung einer Schwangerschaft wollen vielleicht beide erleben, vielleicht aber auch nicht. Soll es nur ein Kind sein, bedeutet die Entscheidung für die eine Frau, eine möglicherweise entgültige Entscheidung, dass die andere zwar Mutter wird, aber niemals eine Schwangerschaft erleben wird.

Manche Paare bekommen zwei Kinder, das erste die eine, das zweite die andere. Wenn es dem Paar wichtig ist, können die Kinder dann genetische Halbgeschwister werden, wenn der Spender jedes Mal derselbe Mann war. Wer zwei oder mehr Kinder möchte, findet diese Konstellation oft besonders günstig. Und sicherlich spricht viel für die Art von Symmetrie. Allerdings beinhaltet sie in sich zugleich das Risiko, dass bei aller zuvor gelebter Gemeinsamkeit die Biologie im Trennungsfall zuschlägt. Auf einmal sind es dann vielleicht nicht mehr unsere Kinder, sondern eins von dir und eins von mir.

Es ist ganz bestimmt nicht egal, wer das Kind bekommt. Die Beziehungen zwischen Mutter, Mutter und Kind entwickeln sich im Laufe der Zeit. Hier spielen einige Faktoren eine Rolle. Die Frage, in welchem Bauch das Kind gewesen ist, ist dabei eben auch wichtig. Welche Konsequenzen das jedoch hat, ist höchst unterschiedlich. Es heißt auf gar keinen Fall, dass die Beziehung zur biologischen Mutter zwangsläufig enger ist als die zur nicht-biologischen. Wer hat sich in welchen Phasen überwiegend um die Kinder gekümmert? Wer kommt charakterlich besser im Alltag oder in schwierigen Situationen mit dem Kind zurecht? Diese und viele andere Faktoren bestimmen die Beziehungsstruktur der neuen Familie. Die meisten davon lassen sich vorher gar nicht absehen, und manche lassen sich nicht so richtig beeinflussen.

Es gibt noch nicht so viele und noch nicht so lange lesbische oder schwule Familien mit Kindern. Gerade die Familien mit kleinen Kindern können deshalb oft nicht auf erprobten Pfaden wandeln, sondern müssen für viele Fragen, deren Antworten den Heterosexuellen irgendwie leichter fallen, neue Wege finden. Nach dem neuen Lebenspartnerschaftsgesetz ist es jetzt auch Co-Eltern möglich, Erziehungsurlaub zu nehmen. Die intensive Beschäftigung mit dem Kind gerade in frühen Zeiten ist sicher eine Chance und oft eine phantastische Erfahrung. Leider spricht meist die Sache mit dem Stillen gegen die allererste Zeit, aber warum nicht so bald wie möglich abwechseln? Und, mal ehrlich, ich kenne zwar keine Co-Mutter, die es je mit dem Stillen versucht, aber ich kenne sehr, sehr viele die davon überzeugt sind, dass es gehen würde, wenn Co-Frau und Baby es nur einmal ernsthaft versuchten.

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Wie kann ich oder wie können wir ein Kind adoptieren?

In Deutschland kann jeder Mensch ein Kind adoptieren. Gemeinsam mit einer anderen Person geht es allerdings nur, wenn diese Personen verheiratet sind. Auch die neue Lebenspartnerschaft hat hieran leider noch nichts geändert. Lesben und Schwule können also nur als Einzelperson ein Kind adoptieren, auch wenn sie dann vielleicht die Sorge für das Kind gemeinsam mit der Partnerin oder dem Partner tragen.

Nun gibt es in Deutschland nicht viele Kinder, die adoptiert werden sollen, und schon gar keine kleinen Kinder. Andererseits gibt es sehr viele Einzelpersonen oder Paare, die ein Kind adoptieren wollen. Die wollen dann meistens auch noch kleine. Realistischerweise muss also davon ausgegangen werden, dass eine Adoption durch eine Einzelperson – sei sie nun homosexuell oder nicht – in Deutschland nicht stattfinden wird. Wer dennoch ein Kind adoptieren möchte, muss sich also auf eine Auslandsadoption einlassen.

Für eine Auslandsadoption gelten alle Regeln einer Adoption hier in Deutschland. Das bedeutet, dass der adoptionswillige Mensch in der Adoptionsvermittlungsstelle des zuständigen Jugendamtes einen Antrag auf Adoptionserlaubnis stellt. Dafür wird ein Lebensbericht und eine schriftliche Begründung des Adoptionswunsches nebst amtsärztlichem Gesundheitszeugnis benötigt. Die MitarbeiterInnen des Jugendamtes führen danach mehrere Gespräche. Es findet auch eine Art Besichtigung der häuslichen Verhältnisse statt. Ziel der Gespräche ist es, rauszufinden, ob die Adoptionswilligen auch wirklich geeignet sind. Denn es geht ja darum, für vorhandene Kinder geeignete Eltern zu finden und nicht Kinder für Eltern.

In den Gesprächen wird versucht, ein Gesamtbild der Situation zu erfassen, in welche das Kind mit der Adoption hineinkommt. Gibt es genug Platz in der Wohnung? Ist die finanzielle Situation gesichert? Wie wird sich der Umgang mit dem Kind gestalten? Können die zukünftigen Eltern mit der besonderen Situation des adoptierten Kindes angemessen umgehen? Am Ende der Gesprächsreihe erstellt das Jugendamt einen Sozialbericht (home-study), der dann ausschlaggebend für die Erteilung einer Adoptionserlaubnis ist. Von der Einreichung des Antrags bis zur Erlaubnis verging jetzt schon mindestens ein dreiviertel Jahr.

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Kann ich dem Jugendamt sagen, dass ich homosexuell bin?

Die Erfahrungen mit den Jugendämtern hat gezeigt, dass es zunächst komplizierter wird, wenn ein Lesben- oder Schwulenpaar seine gleichgeschlechtliche Lebensweise offen legt, im Ergebnis ist es jedoch deutlich besser, dies zu tun. Die Tatsache, dass die Betroffenen offen und selbstbewusst zu ihrer Lebensweise stehen, wurde oft positiv gewertet.

Verlogenheit und Verdrängung aber führen nahezu zwangsläufig zu der Einschätzung, dass man oder frau nicht als Erziehungsperson in Frage kommt, zumindest wenn die Lüge auffliegt. Aber auch wenn nicht, besteht doch immer die Gefahr der Verstrickung in Widersprüche. Ich kann mir ehrlich gar nicht vorstellen, wie ein lesbisches oder ein schwules Paar bei der Intensität der Begutachtung einen so wesentlichen Teil seines Lebens dauerhaft verbergen kann. Da müsste mindestens eine zweite Wohnung her, wenn nicht ein neues zweites Leben. Zudem kann die Tatsache, dass eine weitere Person für das Kind Verantwortung übernehmen wird, gerade im Hinblick auf die ökonomische Absicherung von weiterem Vorteil sein.

Die Zusammenarbeit mit den Jugendämtern gestaltet sich nicht immer unproblematisch oder ohne Vorbehalte. Aber: Da auch alleinstehende Heterosexuelle realistischerweise kein deutsches Kind zur Adoption vermittelt bekommen, ist es auch schon wieder egal, ob man es sagt oder nicht. Und dann kann man es genausogut auch gleich sagen. Und bei wirklich alleinstehenden Lesben oder Schwulen braucht diese Frage vielleicht auch nicht wirklich eine Rolle zu spielen.

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Wie finde ich oder wie finden wir "unser" Kind im Ausland?

Wer nun seine Adoptionserlaubnis hat, muss in dem Land, aus dem das Kind stammt, das dort vorgeschriebene Adoptionsverfahren durchlaufen. Frau oder man kann also in ein Land fahren, welches Auslandsadoptionen erlaubt und sich dort an die Behörden wenden. Schlauer ist es sicherlich, sich an eine international anerkannte Adoptionsvermittlungsorganisation zu wenden, wobei nicht alle Lesben und Schwule annehmen (s. Anlage). Diese Organisationen sind behilflich bei der Bewältigung des Papierkrieges und der Vermittlung der Kinder.

Wenn alle Unterlagen vorliegen, reist dann der adoptionswillige Mensch in das Herkunftsland und kann dort ein Kind, welches nach dortiger Rechtslage zur Adoption freigegeben ist, adoptieren. Das ist dann aber natürlich nicht wie im Supermarkt, wo man sich einfach eins aussucht. In der Regel heißt es wie aus heiterem Himmel auf einmal: Hier ist ein Kind. Nehmen Sie bitte dieses. Dieser Moment wird von den meisten Adoptionswilligen als sehr eindringlich geschildert, denn plötzlich ist es da, mein oder unser Kind.

Bis zum Abschluss des Adoptionsverfahrens, das oft mehrere Wochen bis Monate dauert, verbleibt das Kind im Herkunftsland mit den neuen Eltern im Hotel, im Waisenhaus oder wird in eine Pflegefamilie gegeben. Erst wenn im Herkunftsland die Adoption rechtskräftig abgeschlossen wurde (in der Regel durch ein Gericht), können die neuen Eltern das Kind mit nach Deutschland nehmen. In Deutschland bleibt dann noch die Pflicht, nach deutschem Recht die Adoption eine zweites Mal zu vollziehen. Erst dann ist das Kind wirklich angekommen.

Das gesamte Verfahren ist nicht nur langwierig, sondern auch teuer. Es sind erhebliche Gebühren für Notare, Gerichte, Beglaubigungen und Übersetzungen zu entrichten. Und auch die Reisen in die Herkunftsländer bei verhältnismäßig langer Aufenthaltsdauer sind nicht billig. Es ist schwer zu sagen, wie viel so eine Auslandsadoption am Ende dann gekostet hat, aber es dürfte sich in der Regel deutlich oberhalb von 5.000 e bewegen.

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Gibt es auch innerhalb Deutschlands die Möglichkeit, Verantwortung für ein Kind zu übernehmen?

Diese Möglichkeit besteht im Rahmen einer Pflegschaft. Im Gegensatz zur Adoption gibt es in Deutschland einen echten Bedarf an geeigneten Pflegeeltern. Hier zeigt sich für Lesben und gerade auch für Schwule, denen ja nicht der Weg der Insemination freisteht, eine echte, realistische Möglichkeit, Verantwortung für ein oder mehrere Kinder zu übernehmen.

Das Verfahren zur Übernahme einer Pflegschaft ähnelt dem der Adoption etwas, allerdings besteht der grundlegende Unterschied darin, dass in der Regel der Kontakt zwischen dem Kind und der Herkunftsfamilie bestehen bleibt. Dieser Kontakt findet in einem Rahmen statt, welcher zwischen Pflegeeltern, Herkunftseltern und Jugendamt abgesprochen wird.

Wer ein Pflegekind vermittelt bekommen möchte, stellt einen Antrag bei dem örtlichen Jugendamt mit verschiedenen Unterlagen (beim zuständigen Jugendamt erfragen). MitarbeiterInnen des Jugendamtes führen dann mehrere Gespräche, teilweise auch zuhause, um die Eignung der Bewerbenden zu prüfen. Wer diese Gespräche "überstanden" hat, erhält im positiven Fall eine Pflegeerlaubnis.

Das Jugendamt schlägt dann ein Kind vor. Es finden Treffen zwischen dem Kind, den leiblichen Eltern, den möglichen Pflegeeltern und den SozialarbeiterInnen des Jugendamtes statt. Alle Beteiligten sollen sich kennenlernen. Nur wenn die Beteiligten sich füreinander entscheiden, wird ein Pflegevertrag unterzeichnet. Diese Entscheidung füreinander schließt natürlich auch mit ein, dass die Homosexualität der Pflegeeltern von allen akzeptiert werden kann. Hier gab es in der Vergangenheit gelegentlich Schwierigkeiten, die jedoch teilweise durch intensive Kommunikation aufgelöst werden konnten.

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Können wir als Paar als gemeinsam die Pflegschaft für ein Kind übernehmen?

Ja!! Im Gegensatz zu allen anderen "Verfahren" besteht die Möglichkeit, dass z.B. ein lesbisches oder schwules Paar gemeinsam juristisch wirksam als Pflegeeltern für ein Kind eingesetzt werden. Diese Möglichkeit ist auch nicht nur theoretisch, sondern wurde in Deutschland schon mehrfach von Paaren genutzt.

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Ist ein Pflegekind wirklich "mein" oder "unser" Kind?

Es gibt verschiedene Formen der Pflegschaft:

  • Dauerpflege (längere Zeit oder auf Dauer)
  • Kurzzeitpflege (z.B. bei Erkrankung der Eltern oder anderen Krisen für einige Wochen oder auch Monate)
  • Wochenpflege (einzelne ganze Tage auch über Nacht bei Abwesenheit der Eltern z.B. Schichtdienst)
  • Heilpädagogische Pflegestelle für behinderte Kinder (Hierfür ist in der Regel eine heilerzieherische oder pädagogische Qualifikation erforderlich)

Für alle Formen der Pflegschaft, auch für die Dauerpflege besteht aber der gleiche Grundsatz, dass die Fortführung des Kontaktes zur Herkunftsfamilie gewünscht ist und soweit gefördert werden soll, wie es dem Wohl des Kindes dient. Den Pflegeeltern obliegt es also, die Kinder zu stützen, zu fördern oder gleichzeitig auch loszulassen. Diese Rolle ist sicherlich nicht immer nur unproblematisch. Die Vorstellung, dass das Kind, welches einem möglicherweise über Jahre ans Herz gewachsen ist, einmal in die Herkunftsfamilie zurückkehrt, wenn die Bedingungen dort sich verbessert haben, hält anscheinend viele Kinderwünschende davon ab, sich auf eine Pflegestelle einzulassen. Zwar lässt sich sagen, dass dieser Fall recht selten vorkommt, aber theoretisch besteht diese Möglichkeit. Vor allem aber stehen die Pflegeeltern mit dem Pflegekind immer in einem mehr oder weniger aufwendigen Kommunikationszusammenhang mit Herkunftsfamilie und Jugendamt.

Gleichwohl entstehen im Pflegeverhältnis, gerade bei der Dauerpflege, Eltern-Kind-Beziehungen und Familie. Ein Pflegekind kann das Leben seiner Pflegeeltern genauso bereichern wie jedes andere Kind. Die Beziehungen zwischen Pflegeeltern und "ihrem" Kind dauern oft viele Jahre und gerade im Hinblick darauf, wie dringend viele Pflegekinder stabile und verlässliche Beziehungen zu Erwachsenen benötigen, ist es sicherlich eine wichtige, bereichernde und dankbare Aufgabe.

Wer ein Pflegekind aufnehmen möchte, sollte sich ganz besonders genau über seine Motive im klaren sein. Pflegekinder haben in der Regel eine schwierige Vergangenheit, sonst wären sie ja keine Pflegekinder geworden. Für diese Kinder suchen die Jugendämter geeignete Eltern, nicht umgekehrt.

Silke Burmeister-Ruf lebt mit Partnerin Petra Ruf und zwei Kindern in Hamburg (siehe: Familienporträt Silke und Petra). Sie ist aktives Mitglied von ILSE. Erreichbar über ilse@lsvd.de

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