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Eigentor des Monats

Profi-Fußball darf nicht vor Homophobie kapitulieren

11.03.2010: Zu den Äußerungen des ehemaligen Schalke-Managers Rudi Assauer zur Situation von Homosexuellen im Profi-Fußball erklärt Axel Hochrein, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):

Wir sind erschüttert über die feigen Kommentare von Rudi Assauer. Die Empfehlung, schwule Fußballspieler sollten sich einen anderen Job suchen, kommt einer Kapitulation gegenüber der grassierenden Homophobie im Profi-Fußball gleich. Welcher anständige Mensch kann den Zustand einfach achselzuckend hinnehmen, dass – wie Aussauer sagt – Homosexuelle „von ihren Mitspielern und von den Leuten im Stadion“ „plattgemacht“ würden? Geht es beim Fußball nicht eigentlich um Teamarbeit, Leistung und Fairness?

Statt sich der Herausforderung homosexuellenfeindlicher Fans und Spieler zu stellen, unterstützt Assauer die verdruckste und verkorkste Art vieler Fußballfunktionäre. Dem ist klar zu widersprechen: Kampf gegen Homophobie und Unterstützung für schwule Fußballer heißt das Gebot der Stunde: Die permanente Verdrängung und Vertuschung fördert Demagogie, üble Nachrede und Intrigen.

Herr Assauer ist der typische Vertreter einer gestrigen Fußball-Manager-Generation. In vielen Bundesliga-Stadien sind heute ganz selbstverständlich auch die 15 existierenden schwulen Fan-Clubs der jeweiligen Mannschaft willkommen und Teil der Fan-Gemeinde.

Der männliche Fußball sollte sich ein Beispiel an den Frauen nehmen. Dort ist der Umgang mit Homosexualität deutlich lockerer. Offenbar mit Erfolg: die Frauen-Elf ist seit 2003 ungeschlagen Fußballweltmeister und gilt auch für 2011 als klarer Favorit.

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