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Einmischen statt boykottieren

Einmischen statt boykottieren

Außenminister Westerwelle kritisiert Russland wegen Umgang mit Homosexuellen

Zu den Äußerungen von Außenminister Guido Westerwelle zum russischen Antihomosexualitätsgesetz und zu den Olympischen Spielen in Russland erklärt Axel Hochrein, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):

Der LSVD begrüßt die klaren Worte des deutschen Außenministers in Richtung Russland. Es wurde höchste Zeit, dass im Namen der Bundesregierung nicht nur Protest, sondern auch die Bereitschaft zum Engagement klar artikuliert wird. Für Putins Regierung muss erkennbar sein, dass es unbelastete Beziehungen zu anderen Regierungen erst wieder gibt, wenn die staatlich organisierten Menschenrechtsverletzungen und Unterdrückungen aufhören.

Das Antihomosexualitätsgesetz gehört zu einer systematischen und sich ausweitenden Unterdrückungspraxis der Regierung Putin. Es ist nicht nur verboten, über Homosexualität zu sprechen, sondern überhaupt verboten, sich für Freiheitsrechte einzusetzen. Deshalb stimmen wir mit dem Außenminister überein, wenn er feststellt: „Ein Klima der Intoleranz und der Einschüchterung hat in einer modernen Gesellschaft keinen Platz."

Wie der Außenminister sieht auch der LSVD im Boykott der Olympischen Spiele keine sinnvolle Handlungsweise. Die Olympischen Spiele sind eine gute Gelegenheit, dass sich Personen, Organisationen, Diplomaten und Regierungen für die Olympischen Ideale aussprechen. Für Menschenrechte, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit unabhängig von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität muss auch im Rahmen der Spiele auf russischem Boden demonstriert werden dürfen. So sehen das auch unsere russischen Freunde und Freundinnen. Sie fordern: “Do not boycott the Olympics – boycott homophobia!”

Über die Olympischen Spiele hinaus sind nicht nur der deutsche Außenminister, sondern alle, die Kontakt zur russischen Regierung haben, gefordert, bis in Russland die homophobe und menschenverachtende Gesetzgebung wieder abgeschafft wird. Der LSVD und seine Hirschfeld-Eddy-Stiftung sind mit der Aktion „Freundschaftskuss“ besonders engagiert. Durch enge Kontakte und Abstimmung mit der russischen Community tragen wir dazu bei, dass unsere Freundinnen und Freunde in Russland vom Putin-Regime nicht zu „Sündenböcken“ abgestempelt werden, und sie in diesen gefährlichen Zeiten innerhalb und außerhalb Russlands Unterstützung und Hilfe erfahren. Zuletzt mit einer Menschenrechtskonferenz in St. Petersburg, die auch vom Außenministerium unterstützt wurde.

Link zur Aktion Freundschaftskuss: www.lsvd-blog.de/?tag=freundschaftskuss

Russian LGBT-Network: http://lgbtnet.ru/en/content/winter-olympics-we-should-speak-not-walk-out

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