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Welt-AIDS-Tag: Prävention und Unterstützung statt Stigmatisierung und Tabuisierung

Anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 01. Dezember 2013 erklärt Tobias Zimmermann, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) gedenkt anlässlich des Welt-AIDS-Tages den vielen Millionen Menschen, die den Kampf gegen die Immunschwächekrankheit verloren haben. Wir rufen zugleich zu mehr Solidarität mit HIV-positiven und an AIDS erkrankten Menschen auf. Allzu oft wird ihnen mit Stigmatisierung und Ausgrenzung begegnet.

Menschen mit HIV, in besonderem Maß aber schon an AIDS erkrankte Menschen haben aufgrund der verbesserten Therapien heute eine deutlich gestiegene Lebenserwartung. Durch diese erfreuliche Entwicklung verschärft sich aber das Problem der mittel- bzw. langfristigen sozialen Absicherung. HIV-Positive haben keinen Zugang zu privater Alterssicherung, viele sind erwerbsunfähig. Der LSVD fordert eine Sozialpolitik, die das Verarmungsrisiko verringert und lebenswürdige Renten im Alter ermöglicht. Sozialhilfe und das ALG II decken den spezifischen Bedarf nur unzureichend ab. Hier wird die Anerkennung der Mehrbedarfe benötigt, um flexibel auf die gesundheitliche Situation von Menschen mit HIV und AIDS reagieren zu können. Die Gesellschaft muss lernen, dass es für Menschen mit HIV, die körperlich und geistig voll leistungsfähig sind, keine beruflichen Einschränkungen geben darf.

Ein Schwerpunkt der AIDS-Prävention in Deutschland muss weiter darauf liegen, Männer, die Sex mit Männern haben, über HIV zu informieren und zu Safer Sex zu motivieren. Prävention ist dann erfolgreich, wenn sie die ganze Vielfalt schwuler Lebensformen und Begegnungen im Auge hat, sowie offen und explizit Sexualpraktiken und damit verbundene Risiken und Risikominderungsstrategien anspricht.

AIDS-Prävention heißt auch, schwule Männer in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken und ihre rechtliche und gesellschaftliche Gleichberechtigung durchzusetzen. Je offener Menschen zu ihrer sexuellen Identität stehen können, desto reflektierter setzen sie sich mit Präventionsanforderungen auseinander.

Auch international ist Deutschland dazu angehalten, sich weiter an dem weltweiten Einsatz gegen HIV und AIDS zu beteiligen. In Entwicklungsländern mangelt es fast immer an Informationen, Zugang zu Kondomen und einer ausreichenden Gesundheitsversorgung. Das Engagement gegen HIV und AIDS ist zugleich ein Kampf gegen die Kriminalisierung gleichgeschlechtlicher sexueller Handlungen – ein Kampf für die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender.

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