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Welt-AIDS-Tag: Aufklärung darf nicht nachlassen

Prävention muss weltweit an der Lebenswelt der Menschen ansetzen

(01.12.2014) Anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 01. Dezember 2014 erklärt Axel Blumenthal, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) gedenkt anlässlich des Welt-AIDS-Tages den vielen Millionen Menschen, die den Kampf gegen die Immunschwächekrankheit verloren haben. Zugleich gilt es Solidarität und Unterstützung mit HIV-positiven und an AIDS erkrankten Menschen zu zeigen. Es ist erschreckend, dass es nach wie vor Menschen gibt, die aus Unwissenheit oder Vorurteilen HIV-Positiven oder an AIDS erkrankten Menschen etwa nicht die Hand geben wollen. Die meisten Menschen können heute in Deutschland aufgrund der medizinischen Fortschritte und Versorgung auch mit einer HIV-Infektion ein selbstbestimmtes Leben führen und in jedem Beruf arbeiten. Tabuisierung, Diskriminierung und Stigmatisierung sind folglich fehl am Platz.

Dennoch ist jede Neuinfektion eine Infektion zu viel. Zielgruppengerechte Aufklärung und Prävention bleiben weiterhin unabdingbar. Dazu gehört selbstverständlich eine Aufklärung an Schulen, die auch nicht-heterosexuelle Menschen anspricht und informiert. AIDS-Prävention muss mit der Stärkung schwuler und bisexueller Männer und ihrer rechtlichen und gesellschaftlichen Gleichberechtigung einhergehen. Je offener Menschen mit ihrer sexuellen Identität umgehen können, desto reflektierter setzen sie sich mit Präventionsanforderungen auseinander.

Doch der Kampf gegen HIV und AIDS ist ein weltweiter Kampf. In vielen Staaten stehen HIV-positiven und AIDS erkrankten Menschen die medizinischen Fortschritte nicht zur Verfügung. Deutschland muss sich daher im Zuge seiner Entwicklungszusammenarbeit daran beteiligen, dass der Zugang zu Informationen, Kondomen und Gesundheitsversorgung für alle gesichert ist.

Ein Engagement gegen HIV und AIDS ist ohne den Kampf gegen die Kriminalisierung gleichgeschlechtlicher sexueller Handlungen nicht möglich. Die Deutsche Bischofskonferenz hat betont, dass HIV / AIDS auch eine Realität innerhalb der Kirche ist und der Kirche daher eine entscheidende Rolle im Kampf gegen HIV und Aids zukommt. Nimmt sie diese Rolle ernst, dann muss sie für eine Sexualmoral einstehen, die an der Realität der Menschen ansetzt und nicht an moralischen Dogmen. Eine erfolgreiche HIV-Prävention meint nicht die Propagierung von Enthaltsamkeit, sondern Aufklärung über die Übertragungswege, Zugang zu Kondomen und die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Sexualität.

Der Einsatz gegen HIV / AIDS muss daher auch ein Einsatz für die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern sein.

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