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6. Eheverbot für gleichgeschlechtliche Paare

In schwulen und lesbischen Partnerschaften werden die gleichen Werte gelebt wie in heterosexuellen. Im Vordergrund steht, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Verheirateten muss es frei stehen, sich für oder gegen Kinder zu entscheiden. Für die AfD haben schwule und lesbische Beziehungen hingegen nicht den gleichen Wert.

Die AfD war und ist strikt dagegen, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen. Für sie gibt es nur eine einzige richtige Form des Zusammenlebens: Die Gemeinschaft zwischen Frau und Mann als Zelle der Reproduktion und Erziehung. Im Bundestagswahlprogramm heißt es dazu: „Wir wollen unnötige Hemmnisse beseitigen, damit stabile Ehen und Familien entstehen und bestehen bleiben. Hiermit wollen wir schon früh beginnen, indem anerkannte Regeln zu Partnerschaft und Familie, Haushaltsführung, Lebensschutz (1) und Kindererziehung in Lehrplänen und Schulbüchern aller allgemeinbildenden Schulen wieder fester Bestandteil werden.“ (2)

Die AfD führt nicht weiter aus, was unter diesen „anerkannten Regeln“ konkret zu verstehen ist. Es ist zu vermuten, dass Schlagwörter wie Haushaltsführung, Kindererziehung und anerkannte Regeln zur Partnerschaft ein Roll-Back in die 50er Jahre bedeuten würden. Der Zweck der Ehe wäre demnach ausschließlich auf Familienführung und somit auf Reproduktion ausgelegt. (3) Kinder und Jugendliche sollen schulisch auf diese zweifelhafte Norm getrimmt werden. Die (heterosexuelle) Ehe und das individuelle Streben danach wird zu einem Lebensentwurf erklärt, der in Familie, Schule und Medien vermittelt werden könnte und muss. (4)

Das widerspricht den Grundsätzen unserer freiheitlichen Gesellschaft, in der Bürger*innen selbstverständlich selbst wählen können, welche Form des Zusammenlebens für sie die passende ist. Die Durchsetzung dieses völkischen Ideals betrifft nicht nur Schwule und Lesben in Beziehungen, Lebensgemeinschaften und Ehen, sondern wäre ein gewaltiger Rückschritt für jeden Menschen, egal ob hetero- oder homosexuell, der für sich nicht die Ehe mit Kinderplänen als Form der Beziehung wählen möchte oder kann.

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(1) Lebensschutz meint Nicht-Abtreibung. Die AfD will sich mindestens für Meldepflichtauflagen und somit Erschwernis von Abtreibungen einsetzen oder Abtreibungen gar ganz verbieten (AfD 2017, S.39).
(2) Programm für Deutschland. Wahlprogramm der Alternative für Deutschland für die Wahl zum Deutschen Bundestag am 24. September 2017. S. 37. www.lsvd.de/fileadmin/pics/Dokumente/Politik/AfD/AfD-Bundestagswahlprogramm.pdf
(3) Siehe auch Kapitel 5. "Familienpolitik lässt keine Vielfalt zu"
(4) Programm für Deutschland. Wahlprogramm der Alternative für Deutschland für die Wahl zum Deutschen Bundestag am 24. September 2017. S. 39. www.lsvd.de/fileadmin/pics/Dokumente/Politik/AfD/AfD-Bundestagswahlprogramm.pdf