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8. Gleichstellungspolitik zurückdrehen

Alle Menschen sollten die gleichen Chancen auf Teilhabe haben und niemand sollte diskriminiert werden. Diskriminierungen finden dennoch täglich überall statt. Insbesondere Frauen werden aufgrund des Geschlechts diskriminiert, etwa bei der Jobsuche oder beim Gehalt. Die AfD will nichts dagegen unternehmen und bereits erreichte Erfolge abschaffen, etwa das Allgemeine Gleichstellungsgesetz, Gleichstellungsbeauftragte oder die Frauenquote in Vorständen.

Die AfD findet: Gleichstellungspolitik dient nur der Abschaffung der klassischen Familie als Lebensmodell und bedroht damit auch den Erhalt des Volkes. Im Wahlprogramm heißt es dazu: „Wir lehnen daher Bestrebungen auf nationaler wie internationaler Ebene ab, diese Ideologie [gemeint ist die „Gender-Ideologie“] durch Instrumente wie Gender-Studies, Quotenregelungen z.B. für Frauen, Propagandaaktionen wie den „Equal Pay Day“ oder die „geschlechterneutrale Sprache“ umzusetzen.“ (1)

Mit der Ausrichtung ihrer Familien- und Bildungspolitik will die AfD ausschließlich ein Familienmodell fördern: Die „traditionelle Familie“ aus Vater-Mutter-Kind. (2) Und „traditionell“ bedeutet in der Regel auch, dass die Mutter die Erziehungs- und Hausarbeit übernimmt während der Vater der Erwerbsarbeit nachgeht. Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist kein Thema für die AfD – gleiche Chancen für Alle auch nicht. (3)

Stattdessen fordert sie die Abschaffung des Antidiskriminierungsgesetzes – „Vertragsabschlussfreiheit“ heißt das bei der AfD. (4) Dieses Wort klingt gut – wer mag schon nicht mehr Freiheit. Gemeint ist jedoch eine Erlaubnis zur Diskriminierung. Das trifft alle Menschen. Dass einer Frau mit Verweis auf ihr Geschlecht der Job oder die Beförderung wieder verweigert werden könnte, gehört dann genauso wieder zum „zentralen Grundwert einer freiheitlichen Zivilrechtsordnung“ wie einem schwulen Paar die Wohnung nicht zu vermieten oder einer Lesbe die Bedienung im Café zu verweigern.

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(1) Programm für Deutschland. Wahlprogramm der Alternative für Deutschland für die Wahl zum Deutschen Bundestag am 24. September 2017. S. 40. www.lsvd.de/fileadmin/pics/Dokumente/Politik/AfD/AfD-Bundestagswahlprogramm.pdf
(2) Siehe auch Kapitel 5 „Vorherrschaft der traditionellen Familie“
(3) Deutscher Frauenrat (2017): Gleichstellungs-Check zur Bundestagswahl 2017 www.frauenrat.de/gleichstellungs-check/
(4) Programm für Deutschland. Wahlprogramm der Alternative für Deutschland für die Wahl zum Deutschen Bundestag am 24. September 2017. S. 12. www.lsvd.de/fileadmin/pics/Dokumente/Politik/AfD/AfD-Bundestagswahlprogramm.pdf