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Dokumentation

Pressemeldung von Mann-O-Meter/Maneo/LSVD Berlin-Brandenburg

31. August 2005

"Chacun à son goût !" - Jeder soll nach seiner Fasson selig werden!

Homosexuellenorganisationen bestürzt über die Presseberichterstattung zum Folsom-Straßenfest


Gemeinsame Pressemitteilung von Mann-O-Meter e. V., Maneo und LSVD Berlin-Brandenburg e. V.

Jeder soll nach seiner Fasson selig werden - diese alte Weisheit Friedrich des Großen gerät manchmal in Wahlkampfzeiten in Vergessenheit. Stattdessen werden angebliche Skandale herbeigeredet, nur um sich kurzfristig wahltaktisch einen Vorteil zu verschaffen.

Mann-O-Meter und der LSVD Berlin-Brandenburg weisen darauf hin, dass das Folsom-Straßenfest nicht das erste Mal in Berlin stattfindet, sondern bereits im vergangenen Jahr stattgefunden hat. Der Regierende Bürgermeister hat bereits im vergangenen Jahr ein ähnliches Grußwort den Veranstaltern zukommen lassen. Niemand hat sich darüber aufgeregt. Erst in Wahlkampfzeiten wird versucht, politisches Kapital aus vermeintlichen Skandalen zu schlagen.

Das ganze erinnert an den großen Aufschrei erzkonservativer Kräfte, als es in den 70er Jahren Homosexuelle wagten, für ihre Forderungen nach Entkriminalisierung und gleiche Bürgerrechte auf die Straße zu gehen. - Es kommt nicht darauf an, ob man bestimmte einvernehmliche Sexualpraktiken der hetero- und homosexuellen Leder- und Sado-Maso-Szene für sich als gut empfindet. Es kommt darauf an, dass diese so lange toleriert und akzeptiert werden, so lange diese einvernehmlich unter Erwachsenen ausgeübt werden. Wer dabei von Gewaltverherrlichung faselt, der hat keine Ahnung, was wirklich Gewaltverherrlichung ist. Es ist eine Unverfrorenheit, hier eine angebliche Nähe zu faschistischen Phantasien zu konstruieren. Gerade die Homosexuellen wissen nur allzu gut, was es heißt, Opfer von psychischer und physischer Gewalt zu sein. Aber diese ist den Medien oftmals keine Schlagzeile wert.

Das Folsom-Straßenfest ist ein namhaftes großes Fest in San Francisco, mit jährlich über 100.000 Teilnehmern und in den gesamten USA ein fester Begriff für ein wichtiges Ereignis. Die Veranstalter in San Francisco haben nach dem Erfolg des amerikanischen Strafenfestes überlegt, welche Stadt in Europa für eine europäische Ausgabe dieses Festes in Frage kommen kann. Berlin hat den Zuschlag erhalten. Wir sollten uns darüber freuen und nicht versuchen, mit Piefigkeit den internationalen Flair Berlins einzudämmen. Berlin darf nicht zur Stadt der Engstirnigkeit verkommen, sondern muss seinen internationalen Ruf als liberale und tolerante Weltstadt festigen und ausbauen. Gerade deshalb gebührt dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit Respekt und Anerkennung für sein Grußwort zum Folsom-Street-Fair 2005 in Berlin.

Mann-O-Meter e.V., MANEO und LSVD-Landesverband Berlin-Brandenburg e.V.