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Dokumentation

Pressemeldung von IG CSD Stuttgart

04. Dezember 2005

CSD Stuttgart setzt beim Motto weiterhin auf die politische Botschaft

„Bist du auch normal?“ tritt die Nachfolge von „Familie heute“ an


„Normalität“ ist kein statischer Zustand, sondern ein Begriff. Aber was ist schon normal? Wer legt fest, ob Mann oder Frau sich das begehrte Etikett anheften darf? Und überhaupt: Was will man mit der Normalität per se ausdrücken?

Dies sind zentrale Fragen, mit welchen sich das neue Motto in den kommenden neun Monaten bis zum CSD auseinander setzt. „Keine ganz neue Diskussion“, wie Christoph Michl, Vorstand und Gesamtleiter des CSD Stuttgart, zugibt. „Aber es scheint weiterhin einen großen Bedarf an solchen Fragenstellungen zu geben“. Jeder Mensch kommt in seinem sexuellen Findungsprozess zu dem Punkt, an dem er oder sie sich fragt: „Bin ich normal oder weiche ich von der Norm ab?“ Speziell beim homosexuellen Coming Out spielen die möglichen Konsequenzen für das weitere Leben eine existenzielle Rolle. Genau hier setzt der Christopher Street Day seit den Anfängen der CSD Bewegung im Jahr 1969 an, um gleiche Lebensbedingungen für homosexuelle Mitbürgerinnen und Mitbürger zu schaffen – ohne Angst, Ausgrenzung, Herabsetzung, Gewalt und Schikane.

Politisch Provokant

Mit „Bist du auch normal?“ gehen die Organisatoren des größten Christopher Street Day in Süddeutschland neue Wege. Mit der frechen und durchaus provokanten Fragestellung kehrt man den Spieß um: Nicht die vermeintliche Norm fragt nach der Normalität der Minderheit, sondern die Minderheit selbst kokettiert mit der Normalität. „Wir wollen keinesfalls damit Ausdrücken, dass Homosexualität das Maß aller Dinge werden soll – mitnichten“, kommt der CSD Vorstand etwaigen Kritikern zuvor. „Vielmehr wollen wir mit einer gehörigen Prise Provokation verdeutlichen, dass die Sexualität nicht in abwertender Form über Zugehörigkeit oder Anschluss in unserer Gesellschaft bestimmen darf“.

Nach dem das vergangene Motto „Familie heute“ – vor allem in Verbindung mit der Schirmherrschaft des baden-württembergischen CDU Sozialministers Andreas Renner – enorme politische Brisanz erfuhr, hoffen die Veranstalter mit „Bist du auch normal?“ daran nahtlos anzuknüpfen. Wenn auch über andere Mechanismen, wie Christoph Michl erläutert: „`Familie heute’ wurde durch Andreas Renner zum sprichwörtlichen Renner. Bei `Bist du auch normal?’ werden wir auf eine augenzwinkernde grafische und emotionale Umsetzung zurückgreifen, die in aufmerksamkeitsstarken Plakaten gipfeln wird“.

Besonders wichtig wird in der Kommunikation in diesem Jahr auch der neue Veranstaltungsmonat August sein. Aufgrund der bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft verschiebt sich der CSD Termin von traditionell Ende Juli auf Mitte August (11. bis 20. August 2006). Los geht’s ab Januar mit einer ersten Stufe unter www.bistduauchnormal.de. So erhoffen sich die ehrenamtlichen Organisatoren eine erneute und breite Diskussion rund um die Lebensweisen von homosexuellen Mitbürgern. Denn: „Normal sind wir alle – egal ob lesbisch, schwul oder hetero“, gibt Michl als Losung für den CSD 2006 in der baden-württembergischen Metropole aus.

Über die IG CSD Stuttgart e.V.

Die Interessengemeinschaft CSD Stuttgart e.V. ist Veranstalter des jährlichen Christopher Street Day (CSD) in der Landeshauptstadt. Der Vereinszweck (VR 6575) ist es, die Öffentlichkeit über die Lebensbedingungen von gesellschaftlichen Minderheiten insbesondere homo-, bisexueller und transgender Menschen aufzuklären. Der Verein verfolgt dies insbesondere dadurch, dass er öffentliche Veranstaltungen, wie die politische CSD Parade durchführt, bei denen die Vielfalt und die vorhandenen Probleme sichtbar gemacht werden. Durch aktive Presse- und Medienarbeit sowie ein ausgefeiltes Werbekonzept macht der CSD lautstark auf sich und seine Klientel aufmerksam – immer mit dem Ziel, realistisch und hautnah über die Lebensweisen der homosexuellen Bevölkerung zu informieren und Vorurteile abzubauen. Damit wird nicht nur dem Vereinsziel Rechnung getragen, sondern auch die Landeshauptstadt in ein weltoffenes Licht gerückt. Standortwerbung einmal anders. Im letzten Jahr verfolgten laut Angaben der Stuttgarter Polizei etwa 140.000 Zuschauer die CSD Parade in der Innenstadt. www.csd-stuttgart.de

Pressekontakt: Christoph Michl, Vorstand & Gesamtleitung

Telefon: +49 179 7868556

IG CSD Stuttgart e.V., Weißenburgstr. 28a, 70180 Stuttgart