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Dokumentation

Pressemeldung von LSVD und Gedenkort-Initiative

26. Januar 2006

Denkmal für die NS-verfolgten Homosexuellen zügig bauen


Zum heute veröffentlichten Ergebnis des Kunstwettbewerbs zum Denkmal des Bundes für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen erklären Günter Dworek, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) und Albert Eckert, Sprecher der Initiative „Der homosexuellen NS-Opfer gedenken“:

Die Initiatoren des Denkmalprojekts, die Initiative „Der homosexuellen NS-Opfer gedenken“ und der Lesben- und Schwulenverband (LSVD), gratulieren den Gewinnern des Wettbewerbs. Das Preisgericht hat einen Entwurf von Michael Elmgreen und Ingar Dragset zum Wettbewerbssieger gekürt. Das international renommierte dänisch-norwegische Künstlerduo ist in Berlin ansässig.

Wir sehen im prämierten Entwurf eine erfolgreiche Annäherung an die gestellten Aufgaben. Das Denkmal soll nach dem Beschluss des Deutschen Bundestages die verfolgten und ermordeten Opfer ehren, die Erinnerung an das Unrecht wach halten und ein beständiges Zeichen gegen Intoleranz, Feindseligkeit und Ausgrenzung gegenüber Schwulen und Lesben setzen.

In Deutschland fand unter dem Nationalsozialismus 1933-1945 eine Homosexuellenverfolgung statt, die ohne gleichen in der Geschichte ist. Zehntausende Männer wurden wegen homosexueller Handlungen strafrechtlich verurteilt. Tausende wurden wegen ihrer Homosexualität in Konzentrationslagern ermordet.

Der Bundestag hat am 12.12.2003 die Errichtung eines Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen beschlossen. Drei Jahre zuvor hatte sich der Bundestag in einer am 07.12.2000 einstimmig gefassten Entschließung für die verstärkte öffentliche Würdigung des Verfolgtenschicksals der Homosexuellen eingesetzt.

Der Wettbewerb wurde vom Land Berlin im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland und in Abstimmung mit der Initiative und dem LSVD ausgelobt. Die Initiatoren danken allen beteiligten Künstlerinnen und Künstlern für ihr Engagement.

Wir erwarten, dass die Bundesregierung nach der Entscheidung des Preisgerichts jetzt zügig die Realisierung des Gedenkortes in Angriff nimmt.

www.gedenkort.de

Informationen zum Entwurf bei der Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur