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Dokumentation

Pressemeldung von LSVD

21. April 2006

Ein Bündnis für Erziehung und Toleranz

Vielfalt der Familien- und Lebensmodelle anerkennen


Die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat gemeinsam mit der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland das "Bündnis für Erziehung" ins Leben gerufen. Dazu erklärt Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes LSVD:

Das Bündnis für Erziehung soll die Grundlagen für die Wertearbeit im Elternhaus und Kindergarten erarbeiten. Der wichtigste Grundwert in unserer pluralistischen Gesellschaft ist die Toleranz für Andersdenkende. Daran fehlt es gerade bei den großen christlichen Kirchen.

Die römisch-katholische Kirche lässt keine Gelegenheit ungenutzt, um Lesben- und Schwule auszugrenzen. Das geht soweit, dass sie selbst Gottesdienste von Lesben und Schwulen verbietet. Beschäftigte, die eine Lebenspartnerschaft eingehen, werden entlassen.

Besonders schlimm wirkt sich die Diskriminierung durch die Kirche auf Regenbogenfamilien aus. So werden Kinder, die in Regenbogenfamilien leben, rechtlich und wirtschaftlich massiv benachteiligt.

Einzelne Gliedkirchen der EKD "bestrafen" von ihnen beschäftigte Lebenspartner dadurch, dass sie ihnen einen geringeren Lohn als Ehegatten zahlen. Außerdem weigern sich alle Gliedkirchen, Lesben und Schwule, die eine Lebenspartnerschaft eingehen wollen, zu trauen.

Diese Form der Wertevermittlung ist der Lebensrealität von Familien in einer modernen und weltoffenen Gesellschaft nicht angemessen.

Die Bundesfamilienministerin hat angekündigt, dass sie auch andere Religionsgemeinschaften, Organisationen und Verbände in die Gespräche einbeziehen will. Wir haben sie aufgefordert, dabei auch die Lesben und Schwulen einzubeziehen. Ein Bündnis für Erziehung muss auch ein Bündnis für Toleranz sein.