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Dokumentation

Pressemeldung von IG CSD Stuttgart e.V.

19. Juli 2005

Falsche Parolen aus der CDU

Hetzkampagne gegen Sozialminister Renner entbehrt jeder Grundlage


Stuttgart – „Eigentlich wollten wir das Thema ruhen lassen, aber die nicht abreißenden Anfeindungen von CDU Gruppierungen und kirchlichen Vertretern gegenüber unserem Schirmherrn und somit auch gegenüber dem CSD lassen uns leider keine andere Wahl“, so Christoph Michl, Vorstand und Gesamtleiter des CSD Stuttgart 2005. Die Schirmherrschaft des baden-württembergischen Landesministers für Arbeit und Soziales, Andreas Renner (CDU), sorgt bereits seit mehreren Wochen für Sprengstoff im Ländle. „So ein Echo auf eine CSD Schirmherrschaft gab es noch nie“, zeigt sich der Vorstand überrascht. „Was hier passiert, hätte wohl niemand erwartet. Gegenreaktionen waren zu befürchten, aber eine solche Hetzkapmange geht schon sehr dicht an die Grenzen des guten Geschmacks.“

Egal ob Frauen oder Senioren, sogar der CDU Fraktionschef in Baden-Württemberg, Stefan Mappus, alle lassen kein gutes Haar an ihrem Parteikollegen Renner. Mappus scheint zurzeit fleißig damit beschäftigt zu sein, sowohl den Schirmherrn als auch den CSD insgesamt in Interviews zu diskreditieren. In der Pforzheimer Zeitung (http://www.pz-news.de/suedwest/71495/) war zu lesen, dass er es für falsch hält, „wenn ein Regierungsmitglied der CDU die Schirmherrschaft übernimmt, womit er zumindest in Ansätzen dokumentiert, dass er dies positiv findet. Ich hätte kein Problem, wenn wir uns mit dem Thema in der Sache befassen. Zum Beispiel, indem man entsprechende Gruppierungen zu einem Gespräch einlädt. Aber der CSD macht doch etwas völlig anderes. Er versucht auf eine für mich abstoßende Art und Weise eine Woche lang Veranstaltungen durchzubringen, die wir ablehnen. Auf diese Form der Symbolik kann ich verzichten.“

Vielleicht sollte sich Herr Mappus tatsächlich erst einmal mit „dem Thema in der Sache befassen“. Dies scheint er nämlich beim Christopher Street Day nicht für nötig zu halten. Denn eine 10-tägige Veranstaltung, die mittlerweile – verbrieft durch den Stuttgarter Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster (CDU) – zum Kulturhighlight der Landeshauptstadt gehört, so zu verunglimpfen kann nur als Frechheit bezeichnet werden.

„Herr Mappus scheint nicht wirklich zu wissen von was er da spricht“, ist Christoph Michl empört. „Statt sich mit der Thematik eingehend auseinander zu setzen, zieht er lieber uralte Klischees und abgedroschene Stammtischparolen aus dem Hut.“ Er verunglimpft damit nicht nur die Veranstaltung, sondern vor allem deren Teilnehmer. Ein Blick in den CSD Veranstaltungskalender oder die Teilnehmerliste der Parade hätte ihm gezeigt, dass der CSD alles andere als nur frivol und karnevalesk ist. Beispiel Programmwoche: Hier finden über 50 engagierte Veranstaltungen von meist ehrenamtlich organisierten Vereinen und Gruppierungen statt. Herr Mappus will doch der Bevölkerung nicht ernsthaft weismachen, dass eine Podiumsdiskussion zum Antidiskriminierungsgesetz oder ein Gottesdienst der Metropolitan Church Community abstoßende Veranstaltungen sind. Und die Teilnahme einer schwul-lesbischen Elterngruppe, der schwulen Väter oder die des LSVD (Lesben und Schwulenverband Deutschland) als grotesk zu bezeichnen, entbehrt weiterhin jeder Grundlage.

Den CSD als Ganzes mit den Etiketten „frivol“ und „abstoßend“ zu versehen, zeigt, wie wenig sich Herr Mappus mit dem Thema auseinander gesetzt hat. Der CSD mag provozieren und in den Medien oft auch schrill daher kommen. Aber, um den Vergleich zum oft zitierten Sommerkarneval zu ziehen: nur weil die Stuttgarter einmal im Jahr auf einem Karnevalsumzug eine rote Nase aufziehen, heißt das noch lange nicht, dass es sich dabei nur um gröhlende, Kamelle werfende Spaßmacher handelt. Auch der Schwule oder die Lesbe an sich führt ein bürgerliches Leben – im Job, in der Familie, in der Gesellschaft. Wir fordern Herrn Mappus daher auf, homosexuelle Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht pauschal zu diskreditieren und in den Schmutz zu ziehen.

„Beim CSD ist man für eine klare und sachliche Kritik jederzeit offen“, macht Michl klar. „Aber wenn man schon auf die große Presse setzt, dann sollte man zumindest wissen, über was man spricht. Daher laden wir Herrn Mappus gerne ein, sich ein persönliches Bild vom CSD Stuttgart zu machen.“ Sicherlich wird er überrascht sein, welche unterschiedlichen Facetten diese Veranstaltung hat. „Gerne lassen wir uns von Herrn Mappus auch als Verein wie angeboten zu einem Gespräch einladen. Wir erläutern ihm den ernsten sowie politischen Hintergrund und das Konzept der Veranstaltung gern persönlich“.

Für weitere Informationen, Interviews und Bildmaterial stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung.

Über die IG CSD Stuttgart e.V.

Die Interessengemeinschaft CSD Stuttgart e.V. ist Veranstalter des jährlichen Christopher Street Day (CSD) in der Landeshauptstadt. Der Vereinszweck (VR 6575) ist es, die Öffentlichkeit über die Lebensbedingungen von gesellschaftlichen Minderheiten insbesondere homo-, bisexueller und transgender Menschen aufzuklären. Der Verein verfolgt dies insbesondere dadurch, dass er öffentliche Veranstaltungen, wie die politische CSD Parade durchführt, bei denen die Vielfalt und die vorhandenen Probleme sichtbar gemacht werden. Durch aktive Presse- und Medienarbeit sowie ein ausgefeiltes Werbekonzept macht der CSD lautstark auf sich und seine Klientel aufmerksam – immer mit dem Ziel, realistisch und hautnah über die Lebensweisen der homosexuellen Bevölkerung zu informieren und Vorurteile abzubauen. Damit wird nicht nur dem Vereinsziel Rechnung getragen, sondern auch die Landeshauptstadt in ein weltoffenes Licht gerückt. Standortwerbung einmal anders. Im letzten Jahr verfolgten etwa 40.000 Zuschauer die CSD Parade in der Innenstadt. Die Polizei sprach gar von 120.000 Zuschauern. www.csd-stuttgart.de

Pressekontakt

Christoph Michl, Gesamtleitung

Telefon: +49 179 7868556, E-Mail: presse@csd-stuttgart.de

IG CSD Stuttgart e.V., Weißenburgstr. 28a, 70180 Stuttgart

Bildmaterial

Druckfähiges und freigegebenes Bildmaterial zum CSD Stuttgart steht online unter http://www.csd-stuttgart.de/csd2005/html/bilder.html zum Download bereit.