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Dokumentation

Pressemeldung von LSVD

26. Januar 2006

Historische Aufarbeitung tut Not:

Verfolgung von Homosexuellen im Nationalsozialismus darf nicht vergessen werden


Zur Debatte um eine Magnus-Hirschfeld-Stiftung erklärt Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) unterstützt den Anspruch auf kollektiven Ausgleich des NS-Unrechts gegen Homosexuelle durch eine Stiftung. Wir begrüßen Initiativen zur Aufarbeitung der Verfolgungen von Homosexuellen in der Geschichte der Bundesrepublik. Das jahrzehntelange Verschweigen des Verfolgungsschicksals der Homosexuellen ist durch die erfolgreiche Arbeit von Geschichtswerkstätten und Gedenkstätten inzwischen durchbrochen. Aber eine systematische Erforschung der Geschichte der Homosexuellen ist bisher noch nicht geleistet. Auch soziologische und ethnologische Forschung zu Homosexualität ist in Deutschland noch unterentwickelt. Die Wissenschaft trägt eine wichtige Verantwortung für die Aufklärung von Politik und Gesellschaft.

In Deutschland fand unter dem Nationalsozialismus 1933-1945 eine Homosexuellenverfolgung statt, die ohne gleichen in der Geschichte ist. Wegen dieser Vergangenheit ist Deutschland in einer ganz besonderen Pflicht, sich offensiv gegen Menschenrechtsverletzungen an Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender einzusetzen, wie sie in vielen Ländern weiter stattfinden. Auch dies ist eine wichtige staatliche Aufgabe.

Der LSVD hat bereits zur Bundestagswahl gemeinsam mit zehn weiteren bundesweit tätigen schwul-lesbischen Verbänden die Parteien zur Gründung einer Magnus-Hirschfeld-Stiftung aufgefordert. Das Anliegen bleibt aktuell. Debatten über die Ausrichtung einer solchen Stiftung sind wichtig und notwendig.