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Dokumentation

Pressemeldung von LSVD-Pressedienst

20. Juli 2005

Kanada: Senat öffnet Ehe für Lesben und Schwule

LSVD: Gleichstellung in Deutschland jetzt verwirklichen


Zur Entscheidung des kanadischen Senats, die Ehe für schwule und lesbische Paare zu öffnen, erklärt Philipp Braun, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) begrüßt die Entscheidung des kanadischen Senats, die Ehe landesweit für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen, nachdrücklich. Nach den Niederlanden, Belgien und Spanien ist Kanada damit das vierte Land, in dem die Bürgerrechte von Lesben und Schwulen voll verwirklicht werden.

Der kanadische Senat hatte vergangene Nacht mit 47 zu 21 Stimmen die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare beschlossen. Das kanadische Unterhaus hatte dem Gesetz bereits Ende Juni zugestimmt. Der Entscheidung vorausgegangen war eine langjährige Debatte. In den vergangenen zwei Jahren hatten fast alle kanadischen Provinzparlamente die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt. Im Dezember hatte der Oberste Gerichtshof Kanadas entschieden, dass sie verfassungsgemäß ist.

Der LSVD fordert Bundestag und Bundesrat auf, dem Beispiel Kanadas zu folgen und volle Gleichstellung zu schaffen. Die Eingetragene Lebenspartnerschaft hat große Fortschritte gebracht, aber noch keine Gleichberechtigung. Während gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften im Sozialrecht voll in die Pflicht genommen werden, behandelt man sie im Steuerrecht wie Fremde. Auch das volle Adoptionsrecht wird ihnen bis heute verweigert. All das ist unsinnig und ungerecht!