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Dokumentation

Pressemeldung von LSVD

12. Juni 2007

Kein Knast für Liebe!

Kampf gegen strafrechtliche Verfolgung von Homosexualität muss verstärkt werden – Hirschfeld-Eddy-Stiftung gegründet


Im Anschluss an eine Veranstaltung von Forum Menschenrechte, International Lesbian and Gay Association (ILGA) und LSVD erklärt Philipp Braun, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):
In 85 Staaten wird Homosexualität aktiv strafrechtlich verfolgt, in einigen Ländern der islamischen Welt sogar mit Todesstrafe bedroht. Vielerorts sind staatliche Behörden an der Unterdrückung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender beteiligt, verweigern ihnen jeglichen Schutz vor Anfeindungen und Gewalt. Das ist ein Skandal.
Wir fordern die Bundesregierung, die Abgeordneten des Bundestages und international tätige deutsche Institutionen auf, den Einsatz für die Menschenrechte für Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT) zu verstärken.
Warum besucht der Außenminister nicht mal ein schwul-lesbisches Projekt in Asien oder Afrika? Die deutsche Außenpolitik muss gegenüber den Dialogpartnern in der Welt viel stärker deutlich machen: Die Verfolgung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Identität ist eine schwere Verletzung der universellen Menschenrechte.
Aus dem Lesben- und Schwulenverband (LSVD) heraus wurde im Juni 2007 die „Die Hirschfeld-Eddy-Stiftung“ gegründet. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Achtung der Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender voranzubringen, international Menschenrechtsarbeit zu unterstützen, Menschenrechtsverteidigern aktiv zu helfen sowie Aufklärung und den Abbau von Vorurteilen zu fördern.
Benannt ist die Stiftung nach dem deutschen Arzt, Sexualwissenschaftler, Sexualreformer und Bürgerrechtsaktivisten Dr. Magnus Hirschfeld (1868-1935) und nach der prominenten lesbischen Menschenrechtsaktivistin Fanny-Ann Eddy (1974-2004) aus Sierra Leone, die dort 2004 einem Mordanschlag zum Opfer fiel.
Weitere Informationen: www.Hirschfeld-Eddy-Stiftung.de
Kto. 50 100 00, BFS, BLZ 370 205 00.
LGBT-Organisationen in Verfolgerstaaten müssen finanziell und ideell unterstützt werden. In der Menschenrechtsarbeit, in Gender- und Gesundheitsprojekten muss die Situation von LGBT ein integraler Bestandteil werden.
Auch die Entwicklungspolitik ist gefordert: Die Achtung der Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender muss ein Kriterium für die Mittelgabe in der Entwicklungszusammenarbeit werden.