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Dokumentation

Pressemeldung von LSVD

29. Mai 2006

Lesben und Schwule in Osteuropa brauchen unsere Solidarität und Unterstützung

LSVD ruft auf zur Demo vor der Russischen Botschaft und Generalkonsulaten am Freitag, 2. Juni 2006, und zur Fahrt zum Warschauer CSD


Für den Lesben- und Schwulenverband erklärt Sabine Gilleßen, Bundesvorstand des LSVD:

Die erschütternden Ereignisse des Wochenendes in Moskau zeigen, dass die Russische Föderation trotz formaler Mitgliedschaft noch nicht im Europarat angekommen ist: Fundament des Europarats ist die Gewährleistung der Menschenrechte. Der erste Skandal war bereits das Verbot einer friedlichen Demonstration von Lesben und Schwulen, die ihr Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen wollten. Der zweite Skandal ist das Verhalten von Polizei und bereitstehender "Anti-Terror-Einheit" OMON: Sie hatten den lesbischen Demonstrantinnen und schwulen Demonstranten jeden Fluchtweg versperrt und sie direkt in den faschistischen Mob getrieben. Verletzungsopfer sind u.a. der Bundestagsabgeordnete Volker Beck, der Generalsekretär der österreichischen Lesben- und Schwulenorganisation HOSI, Kurt Krickler, und Pierre Serne, der dem Europa-Vorstand der Internationalen Lesben- und Schwulenorganisation ILGA angehört. Unter den zahlreichen Festgenommenen befand sich auch der Organisator der Moskauer Demonstration, Nikolas Alexejew, und die prominente lesbische Aktivistin Jewgenia Debrjanskaja, wie die russische Agentur Interfax meldete. Infam ist der Versuch des stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden Andreas Schockenhoff, eine Mitschuld der Demonstranten an den Vorfällen zu unterstellen.

Wir werden den Kampf der osteuropäischen Schwulen und Lesben um Gewährleistung ihrer Menschenrechte weiterhin unterstützen.

Deshalb rufen wir dazu auf,

     

  • am kommenden Freitag, 2. Juni 2006, um 12.30 Uhr, gegen das katastrophale Verhalten von Miliz und "Anti-Terror-Einheit" OMON zu demonstrieren:
  • vor der Botschaft der Russischen Föderation, Berlin, Unter den Linden 63 - 65
  • vor dem Generalkonsulat der Russischen Föderation in Bonn, Waldstr. 42
  • vor dem Generalkonsulat der Russischen Föderation in Hamburg, Am Feenteich 20
  • vor dem Generalkonsulat der Russischen Föderation in München, Seidlstr. 28, hier allerdings erst um 14.00 Uhr.

Außerdem erneuern wir unseren Aufruf, zum Warschauer CSD zu fahren:

Nach einer Konferenz am 9. Juni 2006 findet am Sonnabend, 10. Juni die "Parade für Gleichberechtigung" statt, der am gleichen Tag abends eine große Party in Warschau folgt. Informationen zum Programm auf "www.gaysolidarnosc.org". Von Hamburg und Berlin aus werden Busreisen organisiert, wie auf der gleichen Website nachzulesen ist.