Zum Inhalt - Zur Navigation

Inhalt

Dokumentation

Pressemeldung von LSVD

23. Juli 2006

Schwulen - Angst in Uniform

Verteidigungsministerium schützt Soldaten vor Begegnung mit Homosexuellen


Das Verteidigungsministerium will Soldaten auf Dienstreisen davor bewahren, in die Nähe von Schwulenbars zu geraten. „Negative Auswirkungen auf das Ansehen der Bundeswehr sollen so vermieden werden“, heißt es in einem Schreiben. Damit reagierte das Ministerium auf den Protest eines Hotels in der Kölner Innenstadt, das die Bundeswehr vor einigen Monaten aus ihrem Verzeichnis gestrichen hatte. Dazu erklärt Jacques Teyssier, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):

Die Anordnung des Ministeriums ist kulturell rückschrittlich und undemokratisch. Es ist lächerlich anzunehmen, dass Soldaten Schaden nehmen, wenn sie an einer Schwulenbar vorbeigehen oder ein Hotel benutzen, das wenige Schritte davon entfernt ist. Wir fordern das Verteidigungsministerium auf, die peinliche Anordnung zurückzunehmen. Sie schadet dem Ansehen der Bundeswehr.

Friedberg Pflüger, der sich am Samstag auf dem CSD in Berlin deutlich für den Respekt gegenüber Lesben und Schwulen ausgesprochen hat, könnte seinen Worten am Montag Taten folgen lassen. Als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung sollte er sich für die Rücknahme der Maßnahme und eine Entschuldigung gegenüber den Betroffenen einsetzen.