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Dokumentation

Pressemeldung von Lesbenring und LSVD

24. November 2006

Verschwiegen. Verdrängt. Vergewaltigt

Gewalt gegen Lesben hat viele Formen


Der 25. November ist der weltweite Aktionstag zur Beseitigung jeder Form von Gewalt gegen Frauen. Dazu erklären Julia Borggräfe, Sprecherin des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) und Elke Heinicke, Pressesprecherin des Lesbenrings:

Weltweit werden Frauen, die gegen traditionelle Rollenbilder verstoßen geächtet, vergewaltigt, verfolgt und ermordet. Viele dieser Frauen sind Lesben. Lesbische Frauen haben es in vielen Ländern besonders schwer, ein selbstbestimmtes Leben frei von Verfolgung und Anfeindungen zu leben, oft werden ihre Menschenrechte mit Füßen getreten.

Aus Angst vor zusätzlichen Repressionen verschweigen Lesben ihre sexuelle Orientierung. Ein Outing geht in aller Regel mit dem Verzicht auf die Solidarität von männlichen Gefährten und der Familie einher. Nach wie vor wird die Verfolgung lesbischer Frauen unter Hinweis auf Traditionen und Kulturen gerechtfertigt. Deutschland muss Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Identität verfolgt werden, Schutz gewähren.

Erschreckende Nachrichten erreichen uns aus vielen Ländern. Im Iran und Saudi Arabien droht Lesben die Todesstrafe. In Bangladesch oder Malaysia wird versucht, ihnen das „widernatürliche Verhalten“ mit hohen Gefängnisstrafen „abzugewöhnen“. Aber auch in Ländern, die Homosexualität offiziell nicht mehr unter Strafe stellen, werden Lesben verfolgt oder psychiatrisiert.

Der Gedenktag wurde 1981 bei einem Treffen lateinamerikanischer und karibischer Feministinnen ausgerufen. Das Datum verweist auf die Ermordung der drei Mirabal-Schwestern durch den dominikanischen Diktator Trujillo im Jahr 1960. Die Familie Mirabal gehörte zum dominikanischen Widerstand, der sich den Sturz des seit 30 Jahren herrschenden Trujillo-Clans zum Ziel gesetzt hatte.