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Dokumentation

Pressemeldung von LSVD-Pressedienst

19. Juli 2005

Wahlkampf unter der Gürtellinie

Ottmar Schreiner soll Angriff auf Westerwelle zurücknehmen


Zu der schwulenfeindlichen Entgleisung von Ottmar Schreiner auf dem saarländischen SPD-Parteitag erklärt Philipp Braun, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):

Ottmar Schreiners Ausfall gegenüber FDP-Chef Guido Westerwelle ist völlig inakzeptabel. Nach dem WASG-Wahlkampfsong (vgl. LSVD-Pressemitteilung vom 30. Juni 2005) handelt es sich hierbei bereits um den zweiten Angriff, der auf Westerwelles Homosexualität abzielt. Die unsägliche Tradition, den politischen Gegner mittels sexueller Denunziation zu demontieren, scheint in diesem Wahlkampf neue Blüten zu treiben. Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) verurteilt dies aufs Schärfste.

Der SPD-Spitzenkandidat im Saarland Ottmar Schreiner hatte auf dem Landesparteitag der SPD am vergangenen Sonntag Guido Westerwelle u.a. als „Dr. Föhn und Dr. Schwesterwelle“ bezeichnet. Mit diesen Anspielungen auf schwulenfeindliche Klischees sollte der FDP-Vorsitzende offenbar der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Statt eine sachliche Auseinandersetzung zu suchen, zielte Schreiner unter die Gürtellinie.

Auf Nachfrage erklärte Schreiner gegenüber dem saarländischen LSVD-Landesvorsitzenden Hasso Müller-Kittnau, sein Zitat sei keineswegs diskriminierend gemeint. Er selbst habe sich im Bundestag immer für die Rechte von Minderheiten und der Homosexuellen eingesetzt.

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) fordert Ottmar Schreiner auf, seinen schwulenfeindlichen Ausfall zurückzunehmen und zu einer von Respekt geprägten Auseinandersetzung zurückzukehren. Homosexuellenfeindlichkeit darf nicht zum Mittel der politischen Auseinandersetzung werden.