Zum Inhalt - Zur Navigation

Inhalt

Lebenspartnerschaften

Lebenspartnerschaften werden erst ab dem 01.01.2014 statistisch erfasst. An diesem Tag ist das "Gesetz über die Statistik der Bevölkerungsbewegung und die Fortschreibung des Bevölkerungsstandes (Bevölkerungsstatistikgesetz - BevStatG)" vom 20. April 2013 (BGBl. I S. 826) in Kraft getreten. Nach § 6 BevStatG sollen die statistischen Daten ab dem 09.05.2011 nacherfasst werden.

Im "Datenreport 2016" des Statistischen Bundesamts wird auf Seite 46 f. gesagt:

Eingetragene Lebenspartnerschaften 

Rund 41000 gleichgeschlechtliche Paare lebten 2014 in Deutschland als eingetragene Lebenspartnerschaft in einem Haushalt zusammen. Das seit 2001 bestehende Lebenspartnerschaftsgesetz ermöglicht es, zwei Menschen gleichen Geschlechts ihrer Beziehung einen rechtlichen Rahmen zu geben. Seit 2006 wird dieser Familienstand im Mikrozensus erhoben. Damals hatte es knapp 12000 eingetragene Lebenspartnerschaften in Deutschland gegeben. Seitdem hat sich die Zahl bis 2014 mehr als verdreifacht, die bestehenden eingetragenen Lebenspartnerschaften wurden überwiegend (24 000 Paare) von Männern geführt, rund 17 000 Paare waren Frauen.

Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften

Anhand der Frage zur Lebenspartnerschaft weist der Mikrozensus für das Jahr 2014 rund 87 000 gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften aus. Etwas mehr als die Hälfte (54 %) der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften wurde von Männern geführt. Rund 41 000 (47 %) aller gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften waren zugleich eingetragene Lebenspartnerschaften. 

Aufgrund geringer Fallzahlen und der Freiwilligkeit dieser Vorsicht zu interpretieren. Gleichwohl können sie als eine untere Grenze für die Zahl der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften in Deutschland gelten.

Eine obere Grenze für die Zahl gleichgeschlechtlicher Paare kann im Mikrozensus mit einem Schätzverfahren bestimmt werden. Hierbei werden alle Haushalte, in denen mindestens zwei Personen leben, näher betrachtet. In diesen Haushalten müssen (mindestens) zwei nicht verwandte 16-jährige oder ältere Personen gleichen Geschlechts leben, die keine Ehegatten im Haushalt haben beziehungsweise nicht verheiratet und beide familienfremd sind. Nach diesem Schätzkonzept gab es im Jahr 2014 in Deutschland 223000 gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften, also fast dreimal so viele gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften wie nach dem Fragekonzept. Auch die Ergebnisse des Schätzkonzepts sind jedoch eingeschränkt aussagekräftig.

Sie dürften vor allem auch deshalb eine obere Grenze der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften sein, weil in den geschätzten Werten auch Wohngemeinschaften von Studierenden ohne partnerschaftlichen Hintergrund enthalten sind.

Fazit: Auch wenn die Ergebnisse des Frage- und des Schätzkonzepts zur Verbreitung gleichgeschlechtlicher Paare vorsichtig zu interpretieren sind, zeigt sich nach beiden Konzepten, dass seit 2004 die Zahl gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften gestiegen ist. (Hervorhebungen nicht im Original):