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Dokumentation

Pressemeldung von LSVD

19. August 2008

Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD)

Aktuelle Deutschland-Konzerte von Beenie Man


Das Berliner Kesselhaus, wo Beenie Man heute abend auftritt, teilte gestern mit, Beenie Man habe einen Reggae Compassionate Act II, also eine Vereinbarung gegen Homophobie und Gewaltaufrufe gegen Lesben und Schwule unterzeichnet. Die Vereinbarung sei auf Initiative des Kesselhaus-Teams und in Zusammenarbeit mit dem LSVD und Politikern zustande gekommen.

Die Vereinbarung ist, sofern sie vom Interpreten ernst genommen wird, ein erster Schritt in die richtige Richtung. Ohne die Unterschrift unter diese Vereinbarung hätte das Kesselhaus das Konzert abgesagt, so der Veranstalter.

Allerdings hatte Beenie Man bereits in 2007 den Londoner Reggae Compassionate Act unterzeichnet und dann widerrufen. Deshalb hatten wir eine öffentliche Unterzeichnung der Vereinbarung gefordert. Beenie Man soll laut Auskunft des Kesselhauses auch dazu bereit sein. Dies könnte etwa im Rahmen einer Pressekonferenz geschehen oder aber im Rahmen eines Interviews.

Wir appellieren an die Konzertagentur Contour Music Promotion GmbH in Stuttgart und an die Veranstalter, dafür zu sorgen, dass die Unterschrift auch öffentlich vollzogen wird. Nicht nachvollziehen können wir, warum der Interpret sich auf der Bühne von den inkriminierten Texten nicht distanzieren will.

Ansonsten bleibt es dabei: Hierzulande darf kein Interpret auftreten und auch noch Geld verdienen, der zu Mordtaten an Schwulen und Lesben aufruft und für Morde an Schwulen auf Jamaika womöglich mitverantwortlich ist.

Am 08.08.08 hatten wir deshalb die Staatsanwaltschaften in Berlin, Hamburg und Stuttgart aufgefordert dafür Sorge zu tragen, dass menschenverachtende Lieder nicht zur Aufführung kommen und dass der Interpret auf der Bühne keine Aussagen macht, die den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllen.