Neuigkeiten

09.03.2020
Entwurf eines Gesetzes zum Schutz vor Konversionsbehandlungen Schriftliche Stellungnahme von Hartmut Rus (LSVD Sachsen) zur Vorbereitung der Anhörung am 11.03.2020Der Gesetzesentwurf setzt nicht alle Empfehlungen und Anregungen der Fachkommission zum geplanten gesetzlichen Verbot sog. „Konversionstherapien“ um. Die jetzige Fassung schwächt wichtige Instrumente zum Schutze LSBT-Jugendlicher und junger Erwachsener und liefert genügend Schlupflöcher, um das Verbot zu umgehen.
18.12.2019
Verbot von gefährlichen Konversionsbehandlungen wichtiger SchrittLSVD fordert Nachbesserungen im parlamentarischen Verfahren Verbot von gefährlichen Konversionsbehandlungen ist ein wichtiger Schritt. Diese Angebote führen zu unfassbarem Leid bei den Betroffenen. Für eine effektive Ächtung sind aber noch Nachbesserungen im parlamentarischen Verfahren notwendig.
16.10.2019
LSBTI* wirksam vor „Konversionsversuchen” schützenRechts- und gesellschaftspolitische Anforderungen an staatliches HandelnWas braucht es für ein wirksames Verbot und einer umfassenden Ächtung von sogenannten "Konversionstherapien"? Für den Bericht der vom Gesundheitsminister Jens Spahn ernannten Fachkommission hat der LSVD seine Forderungen und Vorschläge dargestellt. Sie geht auch auf die Rolle von Religionsgemeinschaften ein.
10.09.2019
„Konversionstherapien“ zügig verbieten und ächtenAbschlussbericht der Fachkommission erschienen LSVD fordert Gesundheitsminister Jens Spahn dazu auf, zügig ein Gesetz vorzulegen, um die Durchführung, Bewerbung und Vermittlung dieser gefährlichen Angebote zu verbieten. Für die effektive Ächtung braucht es neben dem Verbot ein umfassendes Maßnahmenpaket.
21.08.2019
86% der Berliner*innen finden Homosexualität normalBerlin Monitor zu politischen Einstellungen, gruppenbezogenen VorurteilenDer Berlin Monitor 2019 erfragte auch homo- und transphobe Einstellungen. Unterschiede finden sich nach Alter, Religiosität, Bildung, Staatsbürgerschaft und Geschlecht. Grundsätzlich stellt die Gruppe der Berliner*innen mit gruppenbezogenen Vorurteilen in Berlin eine Minderheit dar.
21.08.2019
Was bedeutet “Vielfalt”?Im Rahmen der Grünen Grundsatzakademie „Was heißt grundsätzlich grün?“ (17.08.2019) war der LSVD eingeladen für einen Impuls zum Thema „Vielfalt und LSBTIQ“. Dokumentation der Rede, gehalten vom LSVD-Pressesprecher Markus Ulrich.
02.08.2019
„Umpolung“ ächtenVerbot von KonversionstherapienAusgehend von einer Abwertung von Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit werden sogenannte „Umpolungs- und Konversionstherapien“ vor allem von religiös-fundamentalistischen Organisationen angeboten. Mit schweren gesundheitlichen Folgen.

Was steht dazu in unserem Programm?

  • Verantwortung der Religionsgemeinschaften einfordern

    Verantwortung der Religionsgemeinschaften einfordern

    Religionsfreiheit ist ein elementares Grundrecht. Das gilt aber genauso für den Gleichheitsgrundsatz. Es gibt keine Hierarchie zwischen diesen beiden Grundrechten. Das Grundrecht auf Religionsfreiheit ist daher kein Freibrief für die Unterdrückung anderer. Niemand darf an seiner Religionsausübung gehindert werden, wenn diese im Rahmen von Recht und Gesetz erfolgt. Aber niemand hat das Recht, seine religiösen Überzeugungen zur allgemeingültigen Norm zu erklären, nach der sich andere richten müssen. Es ist nicht von der Religionsfreiheit gedeckt, LSBTI die Grundrechte abzusprechen. Kein heiliger Text steht über den Rechten, die unser Grundgesetz garantiert. In allen Religionen gibt es liberale und orthodox-konservative Auslegungen. Die Religionsgemeinschaften sind aufgefordert, sich auf das Liebesgebot ihrer Religion zu besinnen und in diesem Licht ihre ablehnende Haltung gegenüber gleichgeschlechtlicher Liebe und der Vielfalt geschlechtlicher Identitäten zu überdenken und weiterzuentwickeln. Das bedeutet, dass sie ihren gesellschaftlichen Beitrag zur Bekämpfung von Diskriminierung und LSBTI-feindlicher Hasskriminalität leisten müssen.

    Die Evangelische Kirche in Deutschland und viele ihre Landeskirchen haben sich in den letzten Jahren von früherer Ausgrenzung distanziert und sich nach oft heftigen inneren Debatten für LSBTI geöffnet – in der Gemeinde wie im Pfarrhaus. Die meisten evangelischen Landeskirchen bieten gleichgeschlechtlichen Paaren heute kirchliche Trauungen oder zumindest Partnerschaftssegnungen an. 
    Weite Teile der Katholischen Kirche, orthodoxe Kirchen, evangelikale Gruppen und die meisten islamischen Organisationen in Deutschland lehnen dagegen gelebte Homosexualität als schwere Sünde ab, auch wenn es dort ebenfalls mutige liberale Stimmen gibt, die unseren Respekt und unsere volle Unterstützung haben.

    Insbesondere die Katholische Amtskirche und evangelikale Organisationen haben aber in Deutschland bisher jede rechtliche Verbesserung für LSBTI massiv politisch bekämpft und tun dies auch heute noch. Sie tragen schwere Schuld an vergangener wie fortdauernder Diskriminierung. Es ist unverantwortlich, wenn religiöse Autoritäten zu konkreten Fällen von Diskriminierung und Gewalt gegenüber LSBTI konsequent schweigen oder sie nicht eindeutig verurteilen.

    Wir fordern alle Religionsgemeinschaften auf, sich für LSBTI zu öffnen, zum Beispiel schwulen und lesbischen Paaren, die dies wünschen, eine religiöse Trauung anzubieten. Als Arbeitgeber sind Religionsgemeinschaften und die ihnen zugehörigen Einrichtungen aufgerufen, LSBTI ohne jede Vorbehalte oder Auflagen hinsichtlich ihrer sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität zu beschäftigen. Dies gilt auch für die Ordination.