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Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD⁺)

Neuigkeiten

03.06.2026
Zeitschrift: Zivilgesellschaft unter DruckHeft 32 (Juni 2026)Schwerpunkte im Heft: Internationales - "Global Gag Rules", Aktuelles aus dem Bundesverband, 38. LSVD⁺-Verbandstag, Projekte: Neuigkeiten und Abschlüsse, Aktiv vor Ort: LSVD⁺-Landesverbände und Hirschfeld-Eddy-Stiftung (Wenn Freiheiten plötzlich kippen, Politische Präsenz in Zeiten des Backlash, Ruanda: Mit der Bibel gegen Hass und Ausgrenzung)
03.06.2026
LSVD Berlin-Brandenburg beteiligt sich an neuem Buch gegen Desinformation und Vorurteile„Das stimmt so nicht!“ stärkt Widerspruch gegen Queerfeindlichkeit und andere gesellschaftliche FalschbehauptungenMit dem heutigen Erscheinen des Buchs „Das stimmt so nicht!“ veröffentlicht ein Bündnis aus zehn zivilgesellschaftlichen Organisationen eine gemeinsame Argumentationshilfe gegen Desinformation, Vorurteile und menschenfeindliche Narrative. Der LSVD Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg hat an dem Buch mitgewirkt und das Kapitel zum Thema queeres Leben beigesteuert.
06.02.2026
MagdeQueer - queere BuchmesseAm 21. Februar 2026 von 10 bis 18 Uhr findet die erste MagdeQueer, die Buchmesse für queere Literatur in Mitteldeutschland, statt. Unter dem regenbogenbunten Schirm feiern alle, die queere Geschichten lesen, schreiben oder gerade erst entdecken.
10.02.2025
Keine Bühne für die AfD auf der Bildungsmesse „didacta“Bildungsorte müssen sichere Orte für Vielfalt seinDie didacta Messe findet vom 11. - 15.02.2025 in Stuttgart statt. Sitz des Didacta Verband e.V ist in Darmstadt.

Was steht dazu in unserem Programm?

  • Vielfältige Kultur- und Medienlandschaft sichern

    Vielfältige Kultur- und Medienlandschaft sichern

    Kulturschaffen hat für LSBTI eine wichtige Funktion bei der Formulierung von Identitäten. Ebenso wichtig ist es für die Vermittlung von LSBTI-Thematiken in die Mehrheitsgesellschaft, sei es in Museen, Film oder Theater. LSBTI-Belange müssen bei der Förderung von Kulturprojekten durch Bund, Länder und Gemeinden angemessen berücksichtigt werden. 

    Die Freiheit der Kunst ist ein hohes Gut. Nicht selten musste sie gegen Zensurversuche von Sittenwächtern verteidigt werden, die homosexuelle Themen als unmoralisch, pornografisch und jugendverderblich verteufeln. Kulturschaffende galten und gelten als besonders offen gegenüber LSBTI. Es gibt aber in einzelnen Musikszenen, insbesondere in den Sparten Hip-Hop und Dancehall, Interpreten, die systematisch Hass gegen LSBTI verbreiten und zur Gewalt bis hin zum Mord aufrufen. Damit wird eine Grenze überschritten. Aufrufe zur Gewalt sind nicht mehr von der Kunst- und Meinungsfreiheit gedeckt. Der LSVD macht mobil gegen solche Hassmusik: in erster Linie durch Überzeugungsarbeit gegenüber Veranstaltern, Fans und Musikhandel, durch Protest und Öffentlichkeitsarbeit, notfalls aber auch durch Strafanzeigen und Indizierungsanträge. Wir fordern Musikindustrie, Veranstalter und Kulturpolitik auf, Verantwortung zu zeigen. Hasssänger sollen keine Bühne erhalten. 

    In der Medienberichterstattung über LSBTI hat sich vieles zum Besseren gewandelt. Während viele Blätter, Portale und Sender seriös und angemessen berichten, schweigen manche Medien Forderungen von LSBTI aber bis heute überwiegend tot. Andere behandeln LSBTI-Themen überwiegend in reißerischer oder voyeuristischer Aufmachung. Provokativ herabsetzende Aussagen gegen LSBTI bringen heute oft eine Eintrittskarte für Talkshows. Ressentiments dürfen aber nicht salonfähig werden. Gesellschaftspolitisch wollen wir darauf hinwirken, dass in den Medien ausgewogen und selbstverständlich über LSBTI berichtet wird. 

    Meinungsfreiheit heißt, vor staatlichen Eingriffen geschützt zu sein. Meinungsfreiheit bedeutet aber nicht, einen Anspruch auf Sendezeit zu haben, um krude Thesen über Homosexualität zu verbreiten und gegen Menschen zu hetzen. Wir wehren uns dagegen, dass Argumentationsmuster, die allein der Diffamierung dienen und die Existenz von LSBTI als Menschen gleicher Würde infrage stellen, als bloße „Debattenbeiträge” verharmlost werden. Angriffe auf die Würde und die Menschenrechte von LSBTI können nicht einfach als Teil eines legitimen Meinungsspektrums bagatellisiert werden. Die Medien sollen und müssen Meinungsvielfalt und gesellschaftliche Debatten abbilden, aber sie stehen auch in einer ethischen Verantwortung, Diskriminierung nicht zu befördern, sondern Ressentiments und Hetze aktiv entgegen zu wirken.

    2016 konnte der LSVD erstmals einen Sitz im ZDF-Fernsehrat erringen und ist heute in weiteren Rundfunkräten vertreten. Das ist aber noch nicht flächendeckend der Fall. Die gesellschaftliche Vielfalt muss sich in den Rundfunkräten aller öffentlich-rechtlichen Medien und den entsprechenden Gremien der Landesmedienanstalten abbilden. LSBTI müssen hier überall Sitz und Stimme erhalten.