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Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD)

Neuigkeiten

23.02.2021
NDR-Rundfunkrat: Norddeutsche Landesregierungen ignorieren LSBTILSVD protestiert und fordert Nachbesserung des StaatsvertragesEs ist inakzeptabel und beschämend, dass bisher keine der zuständigen Landesregierungen die Chance genutzt hat, auch LSBTI im Rundfunkrat zu berücksichtigen. Dadurch werden die positiven gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre gänzlich ignoriert.
19.02.2021
SPD versagt bei Parteinahme für queere MenschenFassungslose Farce bei SPD-Grundwertekommission und Kulturforum der Sozialdemokratie: Sandra Kegel zu Gast bei jour fixeDie Grundwertekommission der SPD und das Kulturforum der Sozialdemokratie hatten bei ihrem gestrigen Jour Fixe „Kultur schafft Demokratie“ die FAZ-Feuilletonchefin Sandra Kegel zu Gast. Dabei wurde deutlich: Die Parteinahme und Verteidigung von queeren Menschen scheinen offensichtlich nicht zu den Grundwerten der SPD zu gehören. Anders lässt sich das, was dann unter der Moderation von Gesine Schwan als Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission geschah, nicht erklären 
04.02.2021
Ein aktueller Hype: Falschdarstellung von trans* Menschen durch MedienReißerische Berichte und TSG erschweren das Leben von trans* MenschenUnsensible oder negative Berichterstattung bis hin zur Falschdarstellung von trans* Menschen nimmt in den Medien zu. Das betrifft nicht mehr nur „dead names”, die Verbreitung von Fotos vor einer Transition und die Verwechselung von Geschlechtsidentität mit sexueller Orientierung. 
28.01.2021
Neue Ausgabe der LSVD-Zeitschrift respekt! erschienen Achtseitiges Special über die Auswirkungen der Coronapandemie auf LSBTIDie neue Ausgabe der LSVD-Zeitschrift respekt! ist druckfrisch erschienen. Mit Kommentaren zur Bundespolitik, Berichten aus den LSVD-Landesverbänden und Beiträgen zu den Projekten der Hirschfeld-Eddy-Stiftung.

Was steht dazu in unserem Programm?

  • Vielfältige Kultur- und Medienlandschaft sichern

    Vielfältige Kultur- und Medienlandschaft sichern

    Kulturschaffen hat für LSBTI eine wichtige Funktion bei der Formulierung von Identitäten. Ebenso wichtig ist es für die Vermittlung von LSBTI-Thematiken in die Mehrheitsgesellschaft, sei es in Museen, Film oder Theater. LSBTI-Belange müssen bei der Förderung von Kulturprojekten durch Bund, Länder und Gemeinden angemessen berücksichtigt werden. 

    Die Freiheit der Kunst ist ein hohes Gut. Nicht selten musste sie gegen Zensurversuche von Sittenwächtern verteidigt werden, die homosexuelle Themen als unmoralisch, pornografisch und jugendverderblich verteufeln. Kulturschaffende galten und gelten als besonders offen gegenüber LSBTI. Es gibt aber in einzelnen Musikszenen, insbesondere in den Sparten Hip-Hop und Dancehall, Interpreten, die systematisch Hass gegen LSBTI verbreiten und zur Gewalt bis hin zum Mord aufrufen. Damit wird eine Grenze überschritten. Aufrufe zur Gewalt sind nicht mehr von der Kunst- und Meinungsfreiheit gedeckt. Der LSVD macht mobil gegen solche Hassmusik: in erster Linie durch Überzeugungsarbeit gegenüber Veranstaltern, Fans und Musikhandel, durch Protest und Öffentlichkeitsarbeit, notfalls aber auch durch Strafanzeigen und Indizierungsanträge. Wir fordern Musikindustrie, Veranstalter und Kulturpolitik auf, Verantwortung zu zeigen. Hasssänger sollen keine Bühne erhalten. 

    In der Medienberichterstattung über LSBTI hat sich vieles zum Besseren gewandelt. Während viele Blätter, Portale und Sender seriös und angemessen berichten, schweigen manche Medien Forderungen von LSBTI aber bis heute überwiegend tot. Andere behandeln LSBTI-Themen überwiegend in reißerischer oder voyeuristischer Aufmachung. Provokativ herabsetzende Aussagen gegen LSBTI bringen heute oft eine Eintrittskarte für Talkshows. Ressentiments dürfen aber nicht salonfähig werden. Gesellschaftspolitisch wollen wir darauf hinwirken, dass in den Medien ausgewogen und selbstverständlich über LSBTI berichtet wird. 

    Meinungsfreiheit heißt, vor staatlichen Eingriffen geschützt zu sein. Meinungsfreiheit bedeutet aber nicht, einen Anspruch auf Sendezeit zu haben, um krude Thesen über Homosexualität zu verbreiten und gegen Menschen zu hetzen. Wir wehren uns dagegen, dass Argumentationsmuster, die allein der Diffamierung dienen und die Existenz von LSBTI als Menschen gleicher Würde infrage stellen, als bloße „Debattenbeiträge” verharmlost werden. Angriffe auf die Würde und die Menschenrechte von LSBTI können nicht einfach als Teil eines legitimen Meinungsspektrums bagatellisiert werden. Die Medien sollen und müssen Meinungsvielfalt und gesellschaftliche Debatten abbilden, aber sie stehen auch in einer ethischen Verantwortung, Diskriminierung nicht zu befördern, sondern Ressentiments und Hetze aktiv entgegen zu wirken.

    2016 konnte der LSVD erstmals einen Sitz im ZDF-Fernsehrat erringen und ist heute in weiteren Rundfunkräten vertreten. Das ist aber noch nicht flächendeckend der Fall. Die gesellschaftliche Vielfalt muss sich in den Rundfunkräten aller öffentlich-rechtlichen Medien und den entsprechenden Gremien der Landesmedienanstalten abbilden. LSBTI müssen hier überall Sitz und Stimme erhalten.