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Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD)

Neuigkeiten

02.12.2021
Pressegespräch: Wie deutsche Medien Vielfalt für alle schaffenDie Neuen deutschen Medienmacher*innen haben gemeinsam mit Leidmedien, dem Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD), der MaLisa Stiftung, mit ProQuote Medien und Queer Media Society Hilfestellungen und Anleitungen für Diversität in den Medien erarbeitet.
30.09.2021
Darstellung von LSBTI im Fernsehen und den MedienErgebnisse von Studien zu Diversität und RepräsentationMediale Repräsentationen von LSBTI haben maßgeblichen Einfluss auf gesellschaftliche Einstellungen zu LSBTI und auch auf die Selbstbilder. Gleichzeitig kommt diese Gruppe jedoch kaum bis gar nicht in der Berichterstattung oder den fiktionalen Programmen vor - das belegen die hier aufgeführten Studienergebnisse.
16.06.2021
NDR-Rundfunkrat: Bürgerschaft darf Vielfaltssicherung nicht auf die lange Bank schiebenLSVD Hamburg fordert Reform bis 2025Das Thema Vielfalt darf jetzt nicht wieder für 16 Jahre auf die lange Bank geschickt werden. Die Zusammensetzung des NDR-Rundfunkrates muss noch in dieser Legislatur bis 2025 an unsere gesellschaftlichen Realitäten angepasst werden.
28.04.2021
Webtalk: Queervertretung in Rundfunkrat und MedienratIn Bayern fehlen in Rundfunkrat und Medienrat allerdings Vertreter*innen der LGBTIQ*-Community, anders als zum Beispiel bei ZDF und Radio Bremen. Warum das aber wichtig ist, wollen wir in diesem Webinar u.a. mit Tessa Ganserer (MdL), Luca Renner (ZDF-Fernsehrät*in / LSVD Thüringen) und Markus Apel (LSVD Bayern) diskutieren.

Was steht dazu in unserem Programm?

  • Vielfältige Kultur- und Medienlandschaft sichern

    Vielfältige Kultur- und Medienlandschaft sichern

    Kulturschaffen hat für LSBTI eine wichtige Funktion bei der Formulierung von Identitäten. Ebenso wichtig ist es für die Vermittlung von LSBTI-Thematiken in die Mehrheitsgesellschaft, sei es in Museen, Film oder Theater. LSBTI-Belange müssen bei der Förderung von Kulturprojekten durch Bund, Länder und Gemeinden angemessen berücksichtigt werden. 

    Die Freiheit der Kunst ist ein hohes Gut. Nicht selten musste sie gegen Zensurversuche von Sittenwächtern verteidigt werden, die homosexuelle Themen als unmoralisch, pornografisch und jugendverderblich verteufeln. Kulturschaffende galten und gelten als besonders offen gegenüber LSBTI. Es gibt aber in einzelnen Musikszenen, insbesondere in den Sparten Hip-Hop und Dancehall, Interpreten, die systematisch Hass gegen LSBTI verbreiten und zur Gewalt bis hin zum Mord aufrufen. Damit wird eine Grenze überschritten. Aufrufe zur Gewalt sind nicht mehr von der Kunst- und Meinungsfreiheit gedeckt. Der LSVD macht mobil gegen solche Hassmusik: in erster Linie durch Überzeugungsarbeit gegenüber Veranstaltern, Fans und Musikhandel, durch Protest und Öffentlichkeitsarbeit, notfalls aber auch durch Strafanzeigen und Indizierungsanträge. Wir fordern Musikindustrie, Veranstalter und Kulturpolitik auf, Verantwortung zu zeigen. Hasssänger sollen keine Bühne erhalten. 

    In der Medienberichterstattung über LSBTI hat sich vieles zum Besseren gewandelt. Während viele Blätter, Portale und Sender seriös und angemessen berichten, schweigen manche Medien Forderungen von LSBTI aber bis heute überwiegend tot. Andere behandeln LSBTI-Themen überwiegend in reißerischer oder voyeuristischer Aufmachung. Provokativ herabsetzende Aussagen gegen LSBTI bringen heute oft eine Eintrittskarte für Talkshows. Ressentiments dürfen aber nicht salonfähig werden. Gesellschaftspolitisch wollen wir darauf hinwirken, dass in den Medien ausgewogen und selbstverständlich über LSBTI berichtet wird. 

    Meinungsfreiheit heißt, vor staatlichen Eingriffen geschützt zu sein. Meinungsfreiheit bedeutet aber nicht, einen Anspruch auf Sendezeit zu haben, um krude Thesen über Homosexualität zu verbreiten und gegen Menschen zu hetzen. Wir wehren uns dagegen, dass Argumentationsmuster, die allein der Diffamierung dienen und die Existenz von LSBTI als Menschen gleicher Würde infrage stellen, als bloße „Debattenbeiträge” verharmlost werden. Angriffe auf die Würde und die Menschenrechte von LSBTI können nicht einfach als Teil eines legitimen Meinungsspektrums bagatellisiert werden. Die Medien sollen und müssen Meinungsvielfalt und gesellschaftliche Debatten abbilden, aber sie stehen auch in einer ethischen Verantwortung, Diskriminierung nicht zu befördern, sondern Ressentiments und Hetze aktiv entgegen zu wirken.

    2016 konnte der LSVD erstmals einen Sitz im ZDF-Fernsehrat erringen und ist heute in weiteren Rundfunkräten vertreten. Das ist aber noch nicht flächendeckend der Fall. Die gesellschaftliche Vielfalt muss sich in den Rundfunkräten aller öffentlich-rechtlichen Medien und den entsprechenden Gremien der Landesmedienanstalten abbilden. LSBTI müssen hier überall Sitz und Stimme erhalten.