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Dokumentation

Pressemeldung von LSVD

23. Oktober 2006

Anerkennung ohne Gleichstellung

Die CSU bemerkt homosexuelle Familien, will ihnen aber keine Rechte geben


Zur Diskussion um die Erwähnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften im Familienkapitel des neuen CSU-Grundsatzprogramms erklärt Axel Hochrein, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):

Wir begrüßen, dass sich nun auch die CSU dazu aufrafft, den überkommenen Familienbegriff der Realität anzupassen. Die CSU zeigt sich Sachargumenten gegenüber aufgeschlossen und wird damit erstmalig zu einem politischen Ansprechpartner für Homosexuelle. Der kurze Passus, der gleichgeschlechtliche Lebensformen anerkennend erwähnt, ist ein großer Schritt für die CSU, aber dennoch nur ein kleiner Schritt für die Gleichstellung von Lesben und Schwulen.

Denn leider hat die CSU es versäumt, politische Konsequenzen aus dieser Anerkennung zu ziehen. Es fehlen programmatische Forderungen, die die Lebenssituation von Kindern in Lebenspartnerschaften verbessern könnten. Nach wie vor leiden gleichgeschlechtliche Familien unter der steuerlichen Diskriminierung. Hier muss nachgebessert werden. Anerkennung ohne rechtliche Gleichstellung ist kalter Kaffee.

Wörtlich heißt es in dem Papier «Die CSU lehnt die rechtliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften mit der Ehe und ein entsprechendes Adoptionsrecht ab. Die CSU anerkennt, wenn in diesen Partnerschaften Menschen für einander einstehen und verlässlich Verantwortung und Sorge für einander übernehmen.»