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Dokumentation

Pressemeldung von LSVD Pressestelle

01. Dezember 2005

Öffnung der Ehe in Südafrika

LSVD: Gleichstellung in Deutschland überfällig


Das Verfassungsgericht Südafrikas hat heute das Parlament angewiesen, die Ehe für homosexuelle Paare zu öffnen. Dazu erklärt Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):

Die Entscheidung des südafrikanischen Verfassungsgerichtes, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen, ist ein wichtiges politisches Signal. Nach den Niederlanden, Belgien, Kanada und Spanien ist Südafrika das fünfte Land, in dem das Recht auf Eheschließung von Lesben und Schwulen voll verwirklicht wird.

Die Entscheidung des Consitutional Court verlangt, die Institution der Ehe für Schwule und Lesben zu öffnen. Dafür soll die Definition als  ‚Verbindung zwischen Mann und Frau’ durch die Beschreibung ‚Verbindung zwischen zwei Personen’ ersetzt werden. Die bisherige Definition der Ehe sei nicht mit der Verfassung vereinbar.  Südafrika hatte seit 1994 den Grundsatz der Nichtdiskriminierung verfassungsrechtlich verankert. Der LSVD fordert die neue Regierung in Deutschland auf, dem Beispiel Südafrikas zu folgen und rechtliche Schritte zur vollen Gleichstellung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft mit der Ehe zu unternehmen.

Die Entscheidung des südafrikanischen Verfassungsgerichtes ist ein großer Erfolg für die Bürgerrechte von Lesben und Schwulen. Wir erwarten eine große Ausstrahlungskraft insbesondere auf andere Länder Afrikas, in denen Lesben und Schwule teilweise noch verfolgt werden. Schuld daran ist auch die Politik des Vatikans, insbesondere des neuen Papstes Benedikt XVI. Seit Jahren hetzt er gegen die rechtliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen als einer „Legalisierung des Bösen“.