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Dokumentation

Pressemeldung von LSVD

21. Dezember 2005

Rule Britannia

In Nordirland, England, Schottland und Wales können Lesben und Schwule jetzt heiraten


Zur Einführung der Lebenspartnerschaft für Lesben und Schwule in Großbritannien erklärt  Uta Kehr, Sprecherin des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):

Das Gesetz zur zivilen Partnerschaft ist ein großer Schritt für die Gleichstellung von Lesben und Schwulen in Großbritannien. Es gibt homosexuellen Paaren praktisch die gleichen Rechte wie heterosexuellen Ehepartnern. Wir gratulieren den Lesben- und Schwulen, die diese Regelungen erkämpft haben und nicht zuletzt auch denen, die am heutigen Tag heiraten werden.

Das bereits am 5. Dezember verabschiedete Gesetz trat am Montag zunächst in Nordirland in Kraft, seit Dienstag gilt es in Nordirland, und ab heute können nun Homosexuelle auch in England und Wales heiraten. Für die zivile Partnerschaft müssen die Paare zunächst ihre Heiratsabsicht registrieren lassen, zwei Wochen später können sie in Standesämtern und anderen bevollmächtigten Orten ihre Partnerschaft eintragen. In England haben allein für heute fast 700 homosexuelle Paare ihre Hochzeitspläne amtlich angemeldet. Das britische Wirtschaftsministerium schätzt, dass weitere 1,5 – 2 Millionen erwerbstätige Lesben und Schwule im Falle einer Verpartnerung von dieser Regelung profitieren könnten.

Großbritannien ist nach Belgien, Spanien und den Niederlanden das vierte Land in der Europäischen Union das homosexuelle Partnerschaften rechtlich der Ehe gleichstellt. In Deutschland droht dagegen der Gleichstellung Eingetragener Lebenspartnerschaften der Stillstand. Dringend notwendig wären Maßnahmen im Erb- und Steuerrecht, die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften nicht nur belasten, sondern auch deren Rechte sichern.