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Dokumentation

Pressemeldung von LSVD

27. November 2006

Schwul = vogelfrei?

Kolpingwerk kündigt Mitarbeiter, weil er homosexuell ist


Pressemeldungen zufolge hat das katholische Kolpingwerk einem langjährigen Mitarbeiter fristlos gekündigt, nachdem bekannt wurde, dass dieser ein eigenes Chatprofil in einem Internetportal für Schwule hatte. Dazu erklärt Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):

Wir sind entsetzt über die unbarmherzige Haltung der Leitung des Kolpingwerkes, die einen verdienstvollen Mitarbeiter kündigt, nur weil dieser schwul ist. 25 Jahre lang hat der Sozialpädagoge sein Leben der christlichen Jugendarbeit gewidmet und sich niemals eines Vergehens schuldig gemacht. Dann wird er von einem Tag auf den anderen entlassen, als bekannt wird, dass er homosexuell ist. Eine solche Maßnahme ist unmenschlich, unsozial und moralisch verwerflich.

Es ist schon schlimm genug, dass die römisch-katholische Kirche und die ihr nahe stehenden Organisationen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erwarten, dass diese ihre sexuelle Orientierung verstecken. Hier sind die Verantwortlichen des Kolpingwerkes aber noch einen Schritt weiter gegangen: Sie verlangen, dass die Angestellten auch im Privatleben ihre Identität unterdrücken. Das ist eine Verdammung der Homosexualität an sich.

Das darf nicht so stehen bleiben. Wir rufen alle Betroffenen auf, ihrer Empörung Ausdruck zu verleihen und sich über diesen unchristlichen Umgang mit Homosexuellen beim Vorsitzenden des Kolpingwerks der Diözese Limburg, Herrn Wolfgang Aumüller, zu beschweren (http://www.kolpingwerk-limburg.de/).