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Dokumentation

Pressemeldung von Initiative-Queer-Nations

26. Januar 2006

Wiederaufbau des Magnus-Hirschfeld-Instituts in Berlin


Berlin (26.01.2006). Das weltberühmte Berliner "Institut für Sexualwissenschaft" von Dr. Magnus Hirschfeld, 1933 von den Nationalsozialisten geplündert und geschlossen, wird in den kommenden Jahren im Bezirk Mitte von Berlin wiederaufgebaut. Der Verein Initiative Queer Nations stellte am Donnerstag seine Pläne im Haus der Kulturen der Welt in Berlin gemeinsam mit Wissenschaftssenator Dr. Thomas Flierl und dem Vereinskuratorium – Vertretern aus Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, Medien und Sport, Stiftungen, Gewerkschaften und Verbänden – der Öffentlichkeit vor.

"Durch Wissenschaft zur Gerechtigkeit", dieser Satz des Sexualreformers Magnus Hirschfeld (1868-1935) ist das Leitmotiv der Organisation "Initiative Queer Nations (IQN) zur Gründung eines Magnus-Hirschfeld-Instituts in Berlin". Das Profil der Akademie zur Erforschung der Geschichte und Gesellschaftlichkeit der Homosexualitäten wird heute während einer Pressekonferenz im Haus der Kulturen der Welt, ehemaliger Standort des Instituts für Sexualwissenschaft, vorgestellt. Dr. Thomas Flierl, Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur, sagt der Initiative in seiner Eröffnungsrede die Unterstützung des Landes Berlin zu: "Berlin braucht eine Forschungsstätte, die sich exklusiv den wissenschaftlichen Blicken auf und durch Homosexuelle wie andere sexuelle Minderheiten widmet. (...) Gerade die Interdisziplinarität, auf die das Konzept es absieht, überzeugt: Geschichte, Soziologie, Ethnologie und Politologie als mehrgliedrige Akademiestruktur verspricht eine Belebung auch aller anderen Forschungsstätten in Berlin..." Der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit begrüßt das Vorhaben im Grußwort der Broschüre der Initiative Queer Nations: "Sie will die schmerzliche Lücke schließen und in Berlin eine Forschungs- und Erinnerungsstätte gründen. Dort soll Raum geschaffen werden für die wissenschaftliche Erkundung von Themen, die an Hochschulen oft nur ein Dasein am Rande führen: dem Denken und Forschen zur Geschichte und Gesellschaftlichkeit der Homosexualitäten und der Diskriminierung Homosexueller. Dazu erklärt Jörg Litwinschuh, Geschäftsführer der Initiative: "Das Institut, das wir in Berlin-Mitte errichten wollen, kann nicht allein der privaten Initiative überantwortet werden: Es zu fördern, am Leben zu halten, zu guten Resultaten zu motivieren, ist eine Aufgabe, die zum Kern dessen gehört, was Deutschland erst frei macht – demokratisch, seine Minderheiten schützend. Eine Denkfabrik in der Linie Hirschfelds zu begründen, ist ein patriotisches Unterfangen der BRD. Sie möge eines Tages in einem Staatsakt von dem/der Bundespräsidenten/in eröffnet werden."

Kuratorium der Initiative Queer Nations: Maren Kroymann • Alfred Biolek • Dr. Susanne zur Nieden • Seyran Ate s • Prof. Dr. Henning Bech • Prof. Dr. Claudia Liebrand • Kurt Krickler • Ortrun Gauper • Dr. Claudia Schoppmann • Prof. Dr. Andreas Meyer-Hanno • Mirjam Müntefering • Prof. Dr. Rüdiger Lautmann • Dr. Peter Popp • Judith Arndt • Dr. Alexander Boroffka • Ralf Dose • Dr. Hermann Simon • Manuela Kay • Prof. Dr. Gunter Schmidt • Prof. Dr. Martin Dannecker • Leo Volleth • Margrit Wendt • Jaecki Schwarz • Dr. Andreas Salat • Gustav Peter Wöhler

Kontakt: Jörg Litwinschuh

Tel. 0177-437 68 48, E-mail: litwinschuh@initiative-queer-nations.de