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Dokumentation

Pressemeldung von SCHWUSOS:

06. Oktober 2005

Zum deutlichen Anstieg der HIV-Neuinfektionen in der Bundesrepublik Deutschland


Am vergangenen Freitag hat das Robert-Koch-Institut (rki.de) in Berlin ihren aktuellen Halbjahresbericht zu den HIV-Neuinfektionen vorgelegt. Für das erste Halbjahr 2005 wurden dem RKI 1164 HIV-Neuinfektionen gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kann von einer Zunahme der HIV-Erstdiagnosen von 20 % ausgegangen werden.

Am stärksten steigen die Zahlen bei "Männern, die Sex mit Männern haben" (schwule, bisexuelle, aber auch von der Identität sich als heterosexuell bezeichnende Männer, die Sex mit Männern haben). Vergleicht man die aktuellen Zahlen mit dem Halbjahresbericht von 2001, so lässt sich in dieser Teilgruppe sogar ein Anstieg von 80% feststellen. Auch andere sexuell übertragbare Infektionen wie Syphilis sind deutlich auf dem Vormarsch.

Dieser Trend kann nicht verwundern: Zwar ist AIDS nach wie vor eine chronische tödliche Erkrankung, aufgrund von falschem Therapieoptimismus hat sich das Safer-Sex-Verhalten allerdings in den letzten Jahren ungünstig verändert. Die Bereitschaft, sich beim behandelnden Arzt oder in den Gesundheitsämtern auf HIV testen zu lassen ist ebenfalls rückläufig.

Im europäischen Vergleich gilt das Aids-Hilfe-Konzept der Integration von Prävention, Beratung und Betreuung dabei als außerordentlich erfolgreich. Die Arbeit der Aids-Hilfen steht allerdings in den letzten Jahren zur Disposition. Im Rahmen der Individualisierung von Gesundheits- und Krankheitsrisiken sind immer mehr Aids-Hilfen von Kürzungen bedroht oder müssen schließen. Aktuell stehen die bayrischen Aids-Hilfen in Augsburg, Memmingen und Regensburg vor dem Aus. Das bayrische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz hat die dringend benötigten Projektstellen ab dem 1. August 2005 ersatzlos gestrichen hat.

Die Schwusos in der SPD fordern die Verantwortlichen auf, ihren gesetzlichen Aufgaben nachzukommen, die HIV-Prävention der Aids-Hilfen nachhaltig zu stärken und die finanziellen Mittel zur Fortführung und Intensivierung der Arbeit umgehend bereit zu stellen.

Dr. Dirk Sander, Gesundheitsexperte und Mitglied der Berliner Schwusos warnt vor weiteren Kürzungen: "Die Arbeit der Aids-Hilfen hat maßgeblich dazu beigetragen, die Aids-Krise abzuwenden! Eine finanzielle Kürzung bei den Aids-Hilfe-Organisationen ist nicht nur volkswirtschaftlich gesehen unklug und zynisch. Wer hier kürzt handelt fahrlässig und zutiefst unsolidarisch! Die Arbeit basiert auf gewachsenen Strukturen, die einmal zerschlagen, nicht mehr so schnell aufgebaut werden können! Deshalb werden wir diesen Kahlschlag nicht zulassen!"

Für den Bundesvorstand:

Markus Schuke, Jan Oswald

buero@schwusos.de

BERLINER SCHWUSOS

c/o SPD-Berlin

Müllerstraße 163, 13353 Berlin

Vorsitz:

Jan Oswald, Komm. Bundesvorsitzender, Driesener Straße 1, 10439 Berlin

Tel. 030 – 54714799

jan_oswald@schwusos.de