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Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD⁺)

Romantische Vielfalt - Förderung romantischer Selbstbestimmung

Welche Formen romantischer Anziehung und Beziehungsmodelle gibt es? Wie können Fachkräfte romantische Selbstbestimmung fördern, Suchbewegungen begleiten und sexuelle Orientierung?

In diesem Beitrag geht es romantische Vielfalt und Förderung romantischer Selbstbestimmung. Die Inhalte dieses Artikels stammen aus dem zehnten und elften "Queer Papier", das im Rahmen des LSVD⁺-Projektes im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ entstanden ist. Die Papiere richten sich an Fachkräfte und Aktive in der Kinder- und Jugendarbeit sowie in Wohlfahrtsorganisationen.

Alle „Queer-Papiere“ können Sie sowohl online als PDF herunterladen als auch in gedruckter Form kostenfrei bestellen unter: koordinierungsstelle@lsvd.de.

Inhaltsverzeichnis

  1. Romantische Orientierungen: Geschlechterkonstellatnen und Maß der Anziehung
  2. Beziehungsmodelle
  3. Individuelle Variationen in allen drei Spektren
  4. Förderung romantischer Selbstbestimmung
  5. Kompetenzen für romantische Selbstbestimmung
  6. Suchbewegungen und Respekt
  7. Reflexion der professionellen Haltung
  8. Ansätze zur Förderung romantischer Selbstbestimmung
  9. Weitere Informationen

Der Begriff romantische Vielfalt bezieht sich auf Themen rund um Verlieben, Liebe und Beziehungen. Dieses Papier gibt Einblick in drei Spektren romantischer Vielfalt: Geschlechterkonstellationen, Maß der empfundenen romantischen Anziehung sowie Beziehungsmodelle. Fachkräfte müssen nicht alle genannten Begriffe auswendig kennen. Relevant ist ein Überblick über die verschiedenen Spektren, um Lebensweisen, Bedarfe, Fragen und Schwierigkeiten von Adressat*innen besser zu verstehen und eigene Normalitätsannahmen zu reflektieren.

Grenzen eines positiven Vielfaltsbegriffs

Ein positiver Vielfaltsbegriff in diesem Kontext bezieht sich auf Anziehung und Lebensweisen, die einvernehmlich unter Menschen ausgelebt werden können, die miteinander informiert einwilligungsfähig sind. Begehren, die in der Umsetzung gewaltvoll wären, wie z. B. sexuelle oder romantische Anziehung von Erwachsenen zu Kindern, fallen nicht unter diesen Vielfaltsbegriff. Sie müssen separat und gewaltpräventiv bearbeitet werden.

1. Romantische Orientierungen: Geschlechterkonstellationen und Maß der Anziehung

Schon immer beschrieben die Begriffe sexuelle Vielfalt und sexuelle Orientierungen nicht nur sexuelle Anziehung, sondern auch Verlieben, Liebe und Liebesbeziehungen und oft zudem gegenseitige Verantwortungsübernahme, Familie und Community. Dies gilt weiterhin – Begriffe wie homosexuell, bisexuell oder heterosexuell beziehen sich in der Regel auf eine je individuelle Mischung aus romantischer und sexueller Anziehung, Bindung und Community-Bezügen. Die Begriffe romantische Orientierungen und später daraus abgeleitet romantische Vielfalt wurden u. a. in Teilen des queeren Aktivismus begrüßt, um diese Relevanz von Verlieben, Liebe und Bindung auch begrifflich sichtbar zu machen.[1]

Ursprünglich kommen sie aus dem asexuellen[2] Aktivismus. Da nicht alle asexuellen Menschen auch aromantisch sind, wurde hier das Split Attraction Model entwickelt, das erlaubt, zwischen sexueller und romantischer Anziehung zu differenzieren.[3] Dann beschreibt sexuelle Orientierung die sexuelle Anziehung eines Menschen und die romantische Orientierung dessen romantische Anziehung, also ob und in welche Geschlechter er sich verliebt etc. Es geht also bei romantischen Orientierungen zum einen um Geschlechterkonstellationen in der romantischen Anziehung.

Romantische Orientierungen im Sinne des
Split Attraction Models – Geschlechterkonstellationen

  • homoromantisch: romantische Anziehung zu Menschen des gleichen Geschlechts
  • heteroromantisch: romantische Anziehung zwischen Frauen/Mädchen und Männern/Jungen
  • biromantisch: romantische Anziehung zu Menschen aller Geschlechter oder zu Frauen/Mädchen und Männern/Jungen
  • panromantisch: romantische Anziehung zu Menschen aller Geschlechter oder Geschlecht spielt bei der romantischen Anziehung keine Rolle
  • polyromantisch (nicht polyamor): romantische Anziehung zu mindestens zwei, aber nicht allen Geschlechtern (z. B. zu Frauen und nicht-binären Menschen)
  • bi+romantisch: Überbegriff für alle romantischen Anziehungen zu mehr als einem Geschlecht
  • queerromantisch: u. a. nicht-heterosexuelle romantische Anziehung (als Selbstbeschreibung oder Überbegriff). Manche trans* Menschen verwenden queer zur grundsätzlichen Selbstbeschreibung oder weil keiner der anderen Begriffe passt. Oft drückt queer zusätzlich Kritik an Heteronormativität bzw. Schubladen-Denken aus.
  • aromantisch: romantische Anziehung zu keinem Geschlecht
  • Schwul (meist: Anziehung unter Männern/Jungen), lesbisch (meist: Anziehung unter Frauen/Mädchen) sowie questioning (die eigene sexuelle/romantische Orientierung als offene Frage empfinden – phasenweise oder grundsätzlich) werden selten zwischen -romantisch und -sexuell differenziert.

Romantische Orientierungen zur Differenzierung des Maßes romantischer Anziehung

Zum anderen kann das Maß der eigenen romantischen Anziehung differenziert beschrieben werden. 

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Grafik: Katharina Debus, 2025
  • aromantisch/aro: empfindet keine romantische Anziehung                             
  • demiromantisch: verliebt sich nur bei bereits bestehen- der emotionaler Verbindung
  • gray-/greyromantisch/grauromantisch: im Spektrum zwischen aromantisch und alloromantisch
  • alloromantisch (allo = anderer, also Anziehung zu ande ren) oder z-romantisch (als Gegenpol auf dem Alphabet von a bis z): empfindet romantische Anziehung
  • Analoge Begriffe mit -sexuell (asexuell, allosexuell/ z-sexuell, demisexuell, graysexuell) beschreiben das Maß der sexuellen Anziehung. Wichtig: Asexualität heißt nicht: Zölibat, Entscheidung gegen Sex. Es gibt zudem individuelle Umgänge mit Solo-Sex, Sex z. B. zur Entspannung, aus Fürsorge, für Fortpflanzung, Sexarbeit o. ä.

Der asexuelle Aktivismus hat im Split Attraction Model also herausgearbeitet, dass

  • Menschen in unterschiedlichem Maße romantische und sexuelle Anziehung empfinden.
  • diese sich nicht immer entsprechen und ein Mensch z. B. asexuell und heteroromantisch oder aromantisch und pansexuell sein kann. 

Später fanden auch Menschen jenseits des asexuellen Spektrums dieses Differenzierungsangebot interessant, um sich z. B. als bisexuell und homoromantisch oder heterosexuell und panromantisch etc. zu beschreiben.

Das Split Attraction Model schafft also begrifflich Raum für asexuelle Menschen, bietet Anregungen zum Nachdenken über sich selbst und Möglichkeiten zur Kommunikation, u. a. im Dating.

Allerdings sollte diese Differenzierung nur zur Selbstbeschreibung und als Denkangebot verwendet werden. Sie sollte nicht dazu führen, dass Begriffe umdefiniert und enteignet werden.[4] Im häufigsten Sprachgebrauch beziehen sich homosexuell, heterosexuell, bisexuell, pansexuell, polysexuell auf eine je individuelle Mischung romantischer und sexueller Anziehung. Es sollte kein Druck entstehen, sich ständig detailliert und differenziert zu offenbaren.

2. Beziehungsmodelle

Aufgrund dieser Begriffsgeschichte bezieht sich romantische Vielfalt meist auf romantische Orientierungen. Im Kontext romantischer Selbstbestimmung und Antidiskriminierung ist aber auch das Thema Beziehungsmodelle relevant. Ich habe neben den genannten Anliegen den Begriff amouröse Vielfalt (von amour: Liebe) auch entwickelt, um zusätzlich Beziehungsvielfalt einbeziehen zu können.[5] Meg-John Barker[6] und Dominic Davies[7] haben mit ähnlichem Anliegen den Begriff Gender, Sex and Relationship Diversity (GSRD) entwickelt, wobei Beziehungsvielfalt Beziehungsmodelle und -praktiken meint. Bisher variiert es, ob diese im Begriff romantische Vielfalt mitgemeint sind oder nicht. Wenn Fachkräfte romantische Selbstbestimmung fördern, sollten sie diese Vielfaltsdimension einbeziehen, oft kommen dazu auch Fragen von Jugendlichen. Es folgt ein Überblick über beispielhafte Beziehungsmodelle bzw. -konzepte.

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Beziehungsmodelle

Monogamie: mit nur einer Person eine Liebesbeziehung haben und Sex mit dieser Person oder gar nicht.

Serielle Monogamie: mehrere monogame Beziehungen nacheinander, nicht gleichzeitig. Bei Verlieben in/Begehren für eine andere Person: Gefühle unterdrücken, daraus weder Beziehung noch Sex entstehen lassen, sich trennen, betrügen und/oder das Beziehungsmodell neu verhandeln bzw. aufkündigen.

ethische Nicht-Monogamie (ENM): verschiedene Varianten offen kommunizierter nicht-monogamer Lebensweisen, u.a. offene Beziehungen mit Einverständnis für z. B. Promiskuität oder Freund*innenschaft+.

Polyamorie/Polyamory: Varianten ethischer Nicht-Monogamie mit Einverständnis für mehr als eine Liebesbeziehung, u. a.:                                                                                           - nicht-hierarchisches Poly: alle Beziehungen auf Augenhöhe, keine (formale) Priorisierung einzelner Partner*innen. Varianten: Solo-Poly: u. a. zur Betonung der eigenen Unabhängigkeit bzw. der Unabhängigkeit der Beziehungen voneinander. Beziehungsanarchie: u. a. Beziehungen nicht nach Kategorien wie Freund*innenschaft oder Partner*innenschaft unterscheiden.           - hierarchisches Poly: Priorisierung einer oder mehrerer Primärbeziehungen vor z.B. Sekundärbeziehungen.                                                                                                         - geschlossene Triade: (relativ) monogame Beziehung zu dritt.

Freund*innenschaftszentrierte Lebensweise: Priorität von Freund*innenschaften vor Liebesbeziehungen bzgl. Lebensgestaltung, gegenseitiger Verantwortungsübernahme etc.; keine Liebesbeziehungen oder Nachrangigkeit nach (bestimmten) Freund*innenschaften.

queerplatonische Beziehungen: besonders nahe bzw. verbindliche nicht-romantische, nicht-sexuelle Beziehungen in queeren Kontexten.

Single: ohne Liebesbeziehung – als dauerhaftes Lebensmodell, freiwillig zeitweise oder ungewollt mit Beziehungswunsch.

Promiskuität: Sex ohne tiefere Beziehung mit wechselnden Menschen.

Freund*innenschaft+: Freund*innenschaft mit Sex

Romantische Vielfalt: Beziehungsmodelle

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Grafik: Katharina Debus, 2025

3. Individuelle Variationen in allen drei Spektren

In allen drei Spektren, also Geschlechterkonstellationen, Maß der romantischen Anziehung und Beziehungsmodellen, finden wir individuelle Variationen: In allen Lebensweisen kann es individuell Unterschiede zwischen Gefühlen, Umsetzungswünschen, Lebensentscheidungen, Identität und gelebter Praxis geben. Z. B. kann es sein, dass eine Person biromantische Anziehung spürt, aber bislang noch zu schüchtern oder nicht erfolgreich war, eine Beziehung mit einer Person des gleichen Geschlechts aufzubauen. Oder ein Mensch fühlt polyamor, entscheidet sich aber für eine monogame Beziehung. Eine Person kann sich aus politischen Gründen für eine freund*innenschaftsorientierte Lebensweise entscheiden, weil sie keine romantische Anziehung empfindet und/oder weil sie Freund*innen mehr vertraut, etc. Manche Menschen haben daher Mühe mit Labels. Grundsätzlich sollten alle in ihrer Selbstbestimmung bzgl. der Begriffswahl gestärkt, aber Begriffsentscheidungen nicht zu hoch gehängt werden. Ebenso variiert es individuell, als wie konstant oder dynamisch Menschen ihre Anziehung und Lebensweise empfinden. Viele erleben ihre romantischen Orientierungen, aber auch z. B. monogame oder polyamore Empfindungen als etwas Konstantes in ihrem Leben, das sie und ihre Identität dauerhaft auszeichnet. Ihnen tut es nicht gut, wenn sie andere Wege gehen. Andere nehmen mehr Fluidität oder Spielräume für sich wahr. Sie sind z. B. flexibler bzgl. ihrer Lebensweise; treffen bewusste Entscheidungen, wie sie leben wollen; und/ oder erleben einmal oder mehrmals im Leben Veränderungen, ohne die vorherigen Empfindungen oder Lebensweisen als falsch zu empfinden. Zwischen diesen beiden Polen gibt es ein Spektrum. Fachkräfte sollten dieses Spektrum als Aspekt menschlicher Vielfalt sichtbar machen und Selbstaussagen ernstnehmen, ohne Menschen zu Festlegungen oder Veränderungen zu drängen. Konversionsbehandlungen, die die sexuelle (inkl. romantischer) Orientierung eines Menschen oder seine Geschlechtsidentität verändern sollen, sind schwer schädigend[8] und daher in Deutsch land bei Minderjährigen verboten und bei Erwachsenen nur eingeschränkt erlaubt.[9] Unsere Vorstellungen von Verlieben, Liebe und Beziehungen sind von einer Vielzahl Denk- und Gefühlsgewohnheiten, Normalitätsannahmen, politischer, religiöser und/oder Community-Normen, Zugehörig keitsgefühlen und -wünschen etc. geprägt. Diese können es Menschen erschweren, gute Wege für das eigene Leben und ein gutes Miteinander zu entwickeln.

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4. Förderung romantischer Selbstbestimmung

Der Begriff romantische Selbstbestimmung bezieht sich auf romantische Vielfalt u. a. entlang dieser Spektren: 1. Zu Menschen welcher Geschlechter empfindet eine Person romantische Anziehung? 2. Empfindet ein Mensch überhaupt romantische Anziehung und wie stark? (diese beiden Spektren werden zusammengefasst unter dem Begriff romantische Orientierungen) sowie 3. Beziehungsmodelle. Um in diesem Sinne romantische Selbstbestimmung zu fördern, brauchen Fachkräfte und Multiplikator*innen Grundlagenwissen über verschiedene Vielfaltsspektren.[10] Sie sollten hilfreiche Kompetenzen für romantische Selbstbestimmung kennen und fördern, professionell mit dem Spektrum zwischen Kontinuität und Dynamik sowie mit Suchbewegungen umgehen und den Einfluss eigener Erfahrungen und Bilder professionell reflektieren können. Außerdem sind Handlungsansätze hilfreich. Diese Aspekte werden im vorliegenden Papier beleuchtet.

Vielfalt von der Vielfalt aus denken

Der Begriff Vielfalt steht für einen gleichberechtigten Blick auf alle Lebensweisen. Er sollte also nicht nur Minderheiten beschreiben, sondern das gesamte Spektrum der Lebensweisen umfassen (in den Grenzen von Gewaltfreiheit).[11] Jutta Hartmann bringt dies auf den Begriff Vielfalt von der Vielfalt aus denken.[12]

5. Kompetenzen für romantische Selbstbestimmung

Unter anderem sollten die folgenden Kompetenzen zur Förderung romantischer Selbstbestimmung gestärkt werden:

  • Wissen über romantische Vielfalt und verschiedene Optionen sowie über Vielfalt innerhalb der verschiedenen romantischen Orientierungen, Lebensweisen und Beziehungsmodelle
  • kritischer Blick auf Normen, die die romantische Selbstbestimmung einschränken
  • Gespür für eigene Bedürfnisse, Wünsche und Grenzen sowie Orientierungsfähigkeit in der Vielfalt der Optionen
  • Kommunikations- und Aushandlungsfähigkeit, auch im Umgang mit Unsicherheit und Suchbewegungen
  • Fähigkeit, Grenzen zu setzen und die eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu vertreten
  • Fähigkeit, die Grenzen, Wünsche und Bedürfnisse anderer Menschen wahrzunehmen und zu respektieren
  • Fähigkeit, grenzachtend, respektvoll, selbstfürsorglich und (selbst-)schützend mit herausfordernden Situationen umzugehen, z. B. mit asymmetrischen Gefühlen, Wünschen und/oder Inkompatibilität sowie mit Grenzüberschreitungen, Druck, Diskriminierung, Gewalt etc. – als selbst betroffene Person und als Zeug*in

6. Suchbewegungen und Respekt

Für viele Menschen erfordern romantische Selbstbestimmung und die Entwicklung der genannten Fähigkeiten (oft auch lebenslange) Erkundungen und Suchbewegungen. Einige Aspekte ihrer Anziehung werden vielen Menschen in der Kindheit, Jugend oder später klar und bleiben bei vielen dann ein Leben lang stabil und kontinuierlich. Viele von ihnen erleben diese als zentralen Anteil ihrer Persönlichkeit. Für viele Menschen gibt es auch Themen rund um Anziehung, Verlieben, Liebe und Beziehungen, die dynamisch in ihrem Leben sind, die sich einmal oder phasenweise immer wieder verändern, oder die flexibel sind und Entscheidungsspielräume erlauben.[13] Das Verhältnis von kontinuierlichen bzw. stabilen und dynamischen bzw. flexibleren Themen variiert individuell. Wissen um dieses Spektrum und eine Normalisierung von Suchbewegungen kann vom Druck entlasten, möglichst schnell eine eindeutige Identität entwickeln und passende Begriffe finden zu müssen und sich frühzeitig festlegen zu sollen, wer wir sind und wie wir in Gegenwart und Zukunft leben wollen (Entlastung von Vereindeutigungs- und Zeitdruck). Ambiguitätstoleranz und Orientierungsfähigkeit in Komplexität sind dabei wichtige zu fördernde Kompetenzen. Fachkräfte und Multiplikator*innen sollten Menschen, die sich in Suchbewegungen befinden und/oder ihre Lebensweisen als dynamisch verstehen, nicht drängen, sich festzulegen. Umgekehrt sollten sie Selbstaussagen ernst nehmen und romantische Orientierungen oder Identitäten rund um Beziehungsmodelle nicht als Phase abtun. Adressat*innen sollten erfahren, dass Konversionsbehandlungen zur gezielten Veränderung von sexueller inkl. romantischer Orientierung und Geschlechtsidentität schädigend und in Deutschland für Kinder und Jugendliche verboten und für Erwachsene nur eingeschränkt erlaubt sind.[14]

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7. Reflexion der professionellen Haltung

Wir wachsen alle mit verschiedenen Normen und Normalitätsannahmen auf und bringen gute und schlechte Erfahrungen mit verschiedenen Lebensweisen mit. Diese sollten wir professionell reflektieren, weil sie sich (auch ungewollt) wertend in pädagogischen Situationen niederschlagen können. Oft spüren dies unsere Adressat*innen an zum Beispiel Mimik, Körpersprache, Tonfall, Schweigen oder Ablenken vom Thema. Dies beeinträchtigt unsere Fähigkeit zu analysieren und angemessen zu handeln. Es kann problematische Botschaften senden, die die professionelle Beziehungsarbeit stören, und führt dazu, dass wir für Adressat*innen in schwierigen Situationen weniger ansprechbar sind.

Beispiele zum möglichen problematischen Einfluss eigener Erfahrungen als Reflexionsanregung:

  • Wer gut entlang der Norm gelebt hat, unterstellt vielleicht eher, andere Wege seien ‚Modeerscheinungen‘ oder ein Coming-out müsse einfach sein.
  • Wer selbst mühsam die eigene Identität finden und verteidigen musste, tendiert vielleicht dazu, bei an deren ähnliche Bedarfe und Wege zu vermuten.
  • Wer selbst Druck erlebt hat, sich auf bestimmte Lebensweisen einzulassen, vermutet vielleicht schnell, dass andere das auch nur aufgrund von Druck tun.
  • Wer schlechte Erfahrungen mit gebrochenen Absprachen in monogamen Beziehungen gemacht hat, lehnt möglicherweise ethisch nicht-monogame Lebensweisen ab (oder umgekehrt Monogamie).[15]

Andersherum können aus all diesen und vielen weiteren Erfahrungen auch Stärken erwachsen, zum Beispiel eine besondere Sensibilisierung für bestimmte Ressourcen oder Probleme. Es lohnt daher, eigene Sichtweisen zu reflektieren, um einen differenziert(er)en Blick auf die Vielfalt an Empfindungen, Lebensweisen und Beziehungskonstellationen zu entwickeln. Das erfordert eine gute Nutzung der eigenen Ressourcen und einen reflektierten Umgang mit Herausforderungen.qp_11_romantischeselbstbestimmung_spiegel.png

Reflexionsfragen

  • Zu welchen Lebensweisen im Kontext romantischer Vielfalt empfinden Sie Nähe oder Vertrautheit? Wie können Sie dies nutzen und dabei auch Differenzen und Vielfalt innerhalb dieser Lebens weisen würdigen?
  • Welchen Lebensweisen gegenüber sind Sie neugierig? Wie können Sie diese Neugier verfolgen und als Ressource nutzen? Wie können Sie achtsam und grenzachtend mit dieser Neugier umgehen?
  • Gibt es Lebensweisen, bzgl. derer Sie Fremdheit, Ablehnung oder Sorge empfinden? Warum? Können Sie diese Gefühle so differenzieren oder weiterentwickeln, dass diese sich nicht gegen Adressat*innen oder Lebensweisen richten, die nicht die Selbstbestimmung anderer Menschen einschränken, bzw. den Kontakt zu ihnen beeinträchtigen?
  • Welche Vorerfahrungen bezüglich romantischer Lebensweisen bringen Sie mit? Wie können Sie diese als Ressourcen nutzen? Wollen Sie auf etwas achten, damit sie sich nicht negativ auf Ihre Kontakte und Professionalität auswirken?

8. Ansätze zur Förderung romantischer Selbstbestimmung

Im Folgenden stelle ich erste Ideen vor, wie Fachkräfte romantische Selbstbestimmung fördern können. Dabei sind grundsätzlich mindestens vier Ebenen relevant:

  • Berücksichtigung im Querschnitt
  • Kompetenz- und Wissensvermittlung
  • Unterstützung in herausfordernden Situationen bzw. Verweiskompetenz an unterstützende Angebote
  • Interventionsfähigkeit in Fällen, in denen die romantische Selbstbestimmung durch andere eingeschränkt wird

Vielfalt sichtbar machen und im Querschnitt berücksichtigen

Spezifische pädagogische Angebote, Projekte, Plakate, Broschüren etc., die romantische Vielfalt und Lebensweisen altersgerecht sichtbar machen und eine Auseinandersetzung damit ermöglichen, sind sinnvoll.[16] Zudem sollten Fachkräfte auch in alltäglichen Interaktionen, Tür- und Angelgesprächen oder im Querschnitt bei anderen Themen darauf achten, möglichst wenig normierend zu sprechen und Vielfalt sichtbar zu machen.

Gelegenheit für Fragen schaffen

Viele Menschen stellen sich Fragen rund um die Themen Verlieben, Liebe und Beziehungen. Eine anonyme Fragenkiste[17] schafft Raum, zu diesen Fragen ins Gespräch zu kommen. Oft wird zum Beispiel gefragt: „Bin ich asexuell, wenn ich mit 17 noch nie jemanden geküsst habe?“, „Bin ich richtig bisexuell, wenn ich schon mit einem Jungen zusammen war, mich aber auch für Mädchen interessiere?“, „Was kann man machen, wenn man in zwei Menschen verliebt ist?“. Bei der Beantwortung der Fragen empfiehlt sich Deutungsoffenheit und das Angebot verschiedener möglicher Umgangsweisen, Optionen und Interpretationen sowie ein Fokus auf Selbstbestimmung.

Orientierungsfähigkeit

Wichtig im Umgang mit diesen Themen und gleichzeitig auch gewaltpräventiv sind die Fragen: „Woran merke ich, was mir guttut?“, „Woran spüre ich meine Grenzen?“, „Wie merke ich, wenn etwas nicht stimmt?“, „Was kann ich machen, wenn ich unsicher bin?“, „Was kann ich machen, wenn sich mein Gegenüber unsicher ist?“ sowie „Wie kann ich mit belastenden und/oder aggressiven Gefühlen umgehen?“. Zu diesen Fragen sollte einerseits reflektierend gearbeitet werden, idealerweise auch mit Körperarbeit. Andererseits tauchen sie oft in Gesprächen auf und können mit Anregungen zur Selbsterkundung und Begleitung bei Suchbewegungen aufgegriffen werden.

Entlastung von Anforderungen und Normen,
die die romantische Selbstbestimmung einschränken

Lebensweltabhängig sind Menschen mit verschiedenen Normen konfrontiert, die es erschweren, den eigenen Weg zu finden sowie offen und respektvoll mit anderen und deren Bedürfnissen, Wünschen und Grenzen umzugehen. Je nach Lebenswelt finden wir unter anderem folgende (sich teils überschneidende) Norm-Sets:

  • traditionelle bzw. konservative Normen
  • lebensweltspezifische Coolness-Normen[18]
  • Community-Normen
  • explizit ideologische, religiöse bzw. politische Normen
  • Kohärenzanforderungen, also z. B. die Annahme, dass romantische und sexuelle Anziehung deckungsgleich sein oder dass Anziehung und Praxis sich entsprechen müssen[19]
  • Norm lebenslang kontinuierlicher Identitäten, die möglichst schnell entdeckt und dann umfassend geoutet werden sollen

All diese Normen können irgendwo im Spektrum zwischen unreflektiert internalisierten Normalitätsannahmen und ideologisch gefestigtem Weltbild liegen.

Fachkräfte können im Querschnitt, in Gesprächen und in thematischen Angeboten Adressat*innen darin stärken, einen kritischen Blick auf Normen zu werfen, sich gegen Einschränkungen ihrer Selbstbestimmung zu wehren und ihre eigenen Wege zu erkunden.

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Prävention unter anderem gegen Gewalt und Machtmissbrauch

Präventiv gegen Gewalt und Machtmissbrauch helfen unter anderem:

  • allgemeine Herangehensweisen der Gewaltprävention
  • Förderung der zuvor genannten Kompetenzen
  • Vielfaltsorientierung, Wertschätzung individueller Selbstbestimmung sowie solidarischer Umgangsweisen
  • Sensibilisierung für die (auch unbewusste) Nutzung bestimmter Normen, um Wünsche auf Kosten anderer durchzusetzen – offen oder subtil manipulativ
  • Beschäftigung mit Risiken von (auch unbeabsichtigtem) Machtmissbrauch und Erarbeitung von Umgangsweisen aus betroffener und unterstützender Position

Interventionen und Unterstützung

Zur Unterstützung bei Schwierigkeiten können Fachkräfte zum Beispiel durch Bemerkungen, Aushänge, Materialien, Lerneinheiten, Projekte, Veranstaltungen etc. Ansprechbarkeit signalisieren und Situationen schaffen, in denen sie vertraulich ansprechbar sind (z. B. Tür- und Angelgespräche, schriftlicher Kontakt, Sprechstunden, Aktivitäten mit Einzelsituationen etc.). In diskriminierenden bzw. abwertenden oder stereotypisierenden Situationen sollten Fachkräfte intervenieren – zum Schutz (auch unsichtbar) betroffener Adressat*innen, als Signal für Ansprechbarkeit und zur Sensibilisierung aller Adressat*innen. Adressat*innen sollten bei Bedarf Unterstützung im Umgang mit herausfordernden Situationen finden und Fachkräfte sollten sie ggf. an spezialisierte Stellen weiterverweisen. Wünschenswert ist auch eine Liste mit vielfalts- und selbstbestimmungsorientierten sowie diskriminierungsreflektierten Therapeut*innen und Ärzt*innen, die Adressat*innen bei Leidensdruck ergebnisoffen und patient*innenzentriert begleiten.

Autorin: Katharina Debus

9. Weitere Informationen

Über das Kompetenznetzwerk

Wir gestalten die offene Gesellschaft und stärken ein respektvolles Miteinander. Dafür fördert der LSVD+ – Verband Queere Vielfalt die Regenbogenkompetenz von Fachkräften. Als Teil des Kooperationsverbunds „Selbstverständlich Vielfalt“ entwickeln wir Bildungsformate, um LSBTIAQ*-Feindlichkeit wirksam zu begegnen.

Wenn Sie mehr über das LSVD-Projekt und unsere Angebote erfahren wollen, besuchen Sie die Website: https://www.selbstverstaendlich-vielfalt.de/

Fußnoten

[1] Laut Historicallyace wurde spätestens ab 1989 im englischsprachigen Raum mit ähnlicher Intention von affectional/sexual orientation geschrieben:
Historicallyace (2016): What kind of attraction? A history of the split attraction model.
Online: http://historicallyace.tumblr.com/post/152267147477/what-kind-of-attraction-a-history-of-the-split (zuletzt abgerufen: 27.08.2025).
Ich habe aus allen in Kapitel 1 und 2 beschriebenen Motivationen den Begriff amouröse Vielfalt vorgeschlagen, bevor sich der Begriff romantische Vielfalt verbreitet
hat, u.a. in Debus, Katharina/Laumann, Vivien (2018): LSB-was? Geschlechtliche, amouröse und sexuelle Vielfalt – Einführung und Spannungsfelder. In: Dies. (Hrsg.):
Pädagogik geschlechtlicher, amouröser und sexueller Vielfalt. Berlin, 12–70.
Online: https://interventionen.dissens.de/materialien/handreichung (zuletzt abgerufen: 27.08.2025).
[2] Asexuell bedeutet, dass ein Mensch keine oder geringe sexuelle Anziehung zu anderen empfindet. Asexualität ist als Spektrum zu verstehen und reicht auf individueller
Ebene von einer völligen Abwesenheit sexueller Anziehung bis hin zu wenig oder von bestimmten Faktoren abhängiger sexueller Anziehung.
[3] Zur historischen Entwicklung: Historicallyace 2016 aus Fn 2.
[4] Vertiefend: Feline (2017): Homoromantisch und heterosexuell? – Über Sinn und Unsinn des Split Attraction Model.
Online: https://innenansicht-magazin.de/2017/07/26/sinn-und-unsinn-des-split-attraction-model/ (zuletzt abgerufen: 27.08.2025).
[5] U. a. in Debus/Laumann 2018, s. Fn 1.
[6] Barker, Meg-John (o. J.): Working with – outer and inner – relationship diversity.
Online: https://www.rewriting-the-rules.com/love-commitment/working-with-outer-and-inner-relationship-diversity/ (zuletzt abgerufen: 27.08.2025).
[7] Davies, Dominic/Pink Therapy (2021): What does GSRD mean?
Online: https://pinktherapy.org/wp-content/uploads/2021/01/What-does-GSRD-mean-.pdf (zuletzt abgerufen: 27.08.2025).
[8] Vgl. u.a. Spahn, Annika (2018): Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt sind nicht behandlungsbedürftig: Konversionstherapien verhindern. In: Dies./Wedl, Juliette
(Hrsg.): Schule lehrt / lernt Vielfalt. Praxisorientiertes Basiswissen und Tipps für Homo-, Bi-, Trans- und Inter*freundlichkeit in der Schule. Göttingen, 84–85.
Online: http://akzeptanz-fuer-vielfalt.de/home.html (zuletzt abgerufen: 28.08.2025).
BMH (2019): Abschlussbericht. Wissenschaftliche Bestandsaufnahme der tatsächlichen und rechtlichen Aspekte von Handlungsoptionen unter Einbeziehung inter
nationaler Erfahrungen zum geplanten „Verbot sogenannter ,Konversionstherapien‘“ in Deutschland zum Schutz homosexueller Männer, Frauen, Jugendlicher und
junger Erwachsener vor Pathologisierung und Diskriminierung. Berlin.
Online: https://mh-stiftung.de/wp-content/uploads/Abschlussbericht_BMH_neu.pdf (zuletzt abgerufen: 28.8.2025).
[9] Bundesministerium der Justiz (2020): Gesetz zum Schutz vor Konversionsbehandlungen. Berlin.
Online: https://www.gesetze-im-internet.de/konvbehschg/BJNR128500020.html (zuletzt abgerufen: 28.08.2025).                                                                                                    [10] Vgl. hierzu Queer-Papier 10 „Romantische Vielfalt“.
[11] Vgl. hierzu Queer-Papier 10 „Romantische Vielfalt“.
[12] U. a. in Hartmann, Jutta (2018): Queere Pädagogik. Theoretisch fundiert handeln! Einführung in die queere genderreflektierte Pädagogik. In: Spahn, Annika/Wedl,
Juliette (Hrsg.): Schule lehrt/lernt Vielfalt. Praxisorientiertes Basiswissen und Tipps für Homo-, Bi-, Trans- und Inter*freundlichkeit in der Schule. Göttingen, 44–51.
Online: http://www.akzeptanz-fuer-vielfalt.de/fileadmin/daten_AfV/PDF/AWS_MAT18_Schule_lehrt_lernt_Vielfalt_Bd1.pdf (zuletzt abgerufen: 03.09.2025).
[13] Vgl. vertiefend auch Queer-Papier 10 „Romantische Vielfalt“. Queer Theory und entsprechende pädagogische Ansätze arbeiten den Wert dynamischer Selbstverständnisse
heraus, vgl. u. a. Hartmann (2018) aus Fn 3 sowie Engel, Antke A. (2024): Queer Theorie – Queer_Pädagogik. Eine Einführung. Weinheim.
[14] Vgl. u. a. Spahn, Annika (2018): Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt sind nicht behandlungsbedürftig: Konversionstherapien verhindern. In: Dies./Wedl, Juliette (Hrsg.):
Schule lehrt/lernt Vielfalt. Praxisorientiertes Basiswissen und Tipps für Homo-, Bi-, Trans- und Inter*freundlichkeit in der Schule. Göttingen, 84–85.
Online: http://www.akzeptanz-fuer-vielfalt.de/fileadmin/daten_AfV/PDF/AWS_MAT18_Schule_lehrt_lernt_Vielfalt_Bd1.pdf (zuletzt abgerufen: 03.09.2025).
BMH (2019): Abschlussbericht. Wissenschaftliche Bestandsaufnahme der tatsächlichen und rechtlichen Aspekte von Handlungsoptionen unter Einbeziehung inter
nationaler Erfahrungen zum geplanten „Verbot sogenannter ,Konversionstherapien‘“ in Deutschland zum Schutz homosexueller Männer, Frauen, Jugendlicher und
junger Erwachsener vor Pathologisierung und Diskriminierung. Berlin.
Online: https://mh-stiftung.de/wp-content/uploads/Abschlussbericht_BMH_neu.pdf (zuletzt abgerufen: 28.8.2025).
Bundesministerium der Justiz (2020): Gesetz zum Schutz vor Konversionsbehandlungen. Berlin.
Online: https://www.gesetze-im-internet.de/konvbehschg/BJNR128500020.html (zuletzt abgerufen: 28.08.2025).
https://www.lsvd.de/de/ct/914-Umpolungs-quot-therapien-quot-wollen-LSBTIQ-quot-heilen-quot (zuletzt abgerufen: 13.10.2025).
[15] Zu den Begriffen vgl. Queer-Papier 10 „Romantische Vielfalt“.
[16] Z. B. das Gender Unicorn als Plakat: https://transstudent.org/gender/; ausführlicher mit S. 14–19 in Debus, Katharina (2021): Was geht? Das Heft über Geschlechter, Liebe
und Grenzen. Bonn. Online: https://www.bpb.de/shop/lernen/was-geht/327569/das-heft-ueber-geschlechter-liebe-und-grenzen (zuletzt abgerufen: 28.08.2025).
[17] Laumann, Vivien (o.J.): Fragenkiste. Berlin. Online: https://interventionen.dissens.de/materialien/methoden (zuletzt abgerufen: 28.08.2025).
[18] Also Normen, wie eine Person sich verhalten soll, um als cool zu gelten. Dies kann sich je nach Lebenswelt z.B. auf Wissen oder Sprachgebrauch beziehen, auf
sexuelle Erfahrungen oder spezifische sexuelle Praktiken, auf Porno-Konsum, auf den Umgang mit Unsicherheit, Verliebtheit, Bindungssehnsucht, asymmetrischen
Gefühlen oder Enttäuschung, auf sexuelle und romantische Orientierungen bzw. Lebensweisen, auf Beziehungsmodelle, Beziehungs- oder sexuellen ‚Erfolg‘, politi
sche Haltungen etc.
[19] Vgl. Queer-Papier 10 „Romantische Vielfalt“.