Menu
Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD⁺)

Neuigkeiten

16.06.2026
Neues LSVD⁺-Projekt startet: „Flucht und Queer – Ankommen in Deutschland"Bundesweite Qualifizierung und Arbeitsmarktintegration für queere GeflüchteteSeit Mai 2026 ist das neue bundesweite Projekt „Flucht und Queer – Ankommen in Deutschland" des LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt gestartet. Ziel ist es, die nachhaltige Integration und gesellschaftliche Teilhabe von LSBTIAQ*-Geflüchteten, Neuzugewanderten und Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland wirksam zu stärken.
03.06.2026
Zeitschrift: Zivilgesellschaft unter DruckHeft 32 (Juni 2026)Schwerpunkte im Heft: Internationales - "Global Gag Rules", Aktuelles aus dem Bundesverband, 38. LSVD⁺-Verbandstag, Projekte: Neuigkeiten und Abschlüsse, Aktiv vor Ort: LSVD⁺-Landesverbände und Hirschfeld-Eddy-Stiftung (Wenn Freiheiten plötzlich kippen, Politische Präsenz in Zeiten des Backlash, Ruanda: Mit der Bibel gegen Hass und Ausgrenzung)
07.05.2026
Weiterbildung Ehrenamt Queer RefugeesDie Weiterbildung beinhaltet Wissen zu Flucht, Asyl- und Aufenthaltsrecht, Arbeitsmarktintegration und Anerkennung von Qualifikationen, Diskriminierungsschutz und Antirassismus, sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, psychosozialen Belastungen und Unterstützungsbedarfen.
04.05.2026
Den Global Gag Rules der USA entgegenstehenMenschenrechte und Gesundheitsversorgung weltweit schützenDie „Global Gag Rules“ sind US-amerikanische Richtlinien, die internationale Organisationen zur Einhaltung strenger Vorgaben verpflichtet, wenn sie Fördermittel erhalten. Sie beschränkt nicht nur medizinische Leistungen, sondern auch Informationsarbeit und politisches Engagement im Bereich sexueller und reproduktiver Rechte. Besonders betroffen sind Frauen sowie LSBTIAQ* Personen, deren Zugang zu Gesundheitsversorgung und Selbstbestimmung erheblich eingeschränkt wird.

Was steht dazu in unserem Programm?

  • Coming-out in jeder Lebensphase unterstützen

    Coming-out in jeder Lebensphase unterstützen

    Nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene kann es in jeder Lebensphase zu einer Veränderung der eigenen sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität kommen.
    Dies geht häufig mit Konflikten einher, die die betroffene Person erfassen, aber ebenso ihr persönliches bzw. familiales Umfeld. Nicht selten kommt es zu ablehnenden Reaktionen, sei es am Arbeitsplatz oder in der Kirchengemeinde, In der Verwandtschaft oder von Seiten eigener Kinder. Zu typischen Erfahrungen können Anfeindungen, schmerzhafte Brüche und die Gefahr der Isolierung gehören.

    In diesen krisenhaften Situationen brauchen LSBTI Unterstützung. Beratungsstellen, die Krisenintervention und Lebens- oder Paarberatung anbieten, müssen über Lebenskrisen im Zusammenhang mit Coming-out und Transition im mittleren und späten Lebensalter informiert bzw. fachlich fortgebildet sein, um diese Menschen angemessen beraten zu können. Beratungsangebote zu diesem Themenbereich müssen ausgebaut und bekannt gemacht, Selbsthilfegruppen und Vernetzung gefördert werden.

  • Für ein besseres Leben im Alter arbeiten

    Für ein besseres Leben im Alter arbeiten

    Das Recht auf ein angstfreies und offenes Leben muss in allen Lebensphasen verwirklicht werden. Nötig sind bessere Rahmenbedingungen, die ein selbstbestimmtes Leben im Alter unterstützen. Einschränkungen von Mobilität und Gesundheit führen zu Verlust von Autonomie und von sozialen Kontakten. Das hat auch für LSBTI massive Auswirkungen. Zudem sind Lesben als Teilgruppe von Frauen angesichts des Gender Pay Gaps (frauendiskriminierendes Lohngefälle) in Erwerbsbiografien und Entlohnung und des daraus resultierenden Gender Pension Gaps (frauendiskriminierende Altersversorgungslücke) stark von Altersarmut bedroht, was die Selbstbestimmungs- und Teilhabemöglichkeiten weiter einschränkt. Frauenpaare sind von Gender Pay Gap und Gender Pension Gap potenziell doppelt betroffen. 

    Sowohl die Angebote der offenen Altenhilfe als auch die ambulanten und stationären Angebote der Altenpflege sind zumeist noch nicht ausreichend für die besonderen Bedürfnisse und Lebenslagen älterer LSBTI ausgerichtet. Aus Angst vor Vorbehalten sehen sich ältere Menschen oft gezwungen, wichtige und identitätsstiftende Aspekte der Biografie zu verschweigen oder zu verleugnen. Das muss sich ändern. Notwendig sind kultursensible Biografiearbeit sowie Konzepte für die kultursensible Versorgung, Pflege und Begleitung von LSBTI, die gemeinsam mit der Zivilgesellschaft entwickelt und in bestehende institutionelle Systeme eingebettet werden. Informationen über gleichgeschlechtliche Lebensweisen müssen in die Aus- und Weiterbildung sowie in die Organisations- und Personalentwicklung in der Altenarbeit und Altenpflege sowie den Heilberufen verpflichtend integriert werden.

    Wissenschaft, Wohlfahrtsverbände, Verwaltung und Politik sind aufgefordert anzuerkennen, das ältere und alte Menschen verschiedene sexuelle Orientierungen, geschlechtliche Identitäten, Biografien und Lebensweisen haben. Wir wollen eine angemessene Berücksichtigung der Interessen und Bedürfnisse von älteren LSBTI in allen Bereichen der Seniorinnen- und Seniorenpolitik sowie der Altenhilfe. Das gilt für die Demografiestrategie der Bundesregierung, für die Förderung von Modellprojekten zu selbstbestimmtem und gemeinschaftlichem Wohnen, die Förderung des intergenerativen Dialogs und in der Quartiersarbeit im Rahmen des Programms „Anlaufstellen für ältere Menschen“. 
    Wir stehen für eine intergenerative Politik und wollen den Dialog zwischen Älteren und Jüngeren fördern. Es geht um Begegnung, Kommunikationsangebote und darum, Altersdiskriminierung entgegenzuwirken.