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Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD⁺)

Bayern hat noch keinen Aktionsplan gegen Queerfeindlichkeit

Drei Projekte sind kein Aktionsplan: LSVD+ Bayern fordert zügige Vorlage eines Entwurfs und angemessene Finanzierung

Pressemitteilung vom 21.01.2026

München, 21.01.2026. Der LSVD+ Verband Queere Vielfalt in Bayern begrüßt, dass die Bayerische Staatsregierung die Verabschiedung eines Bayerischen Aktionsplans Queer weiterverfolgt. Zugleich stellt der Verband klar: Einen beschlossenen Aktionsplan gibt es bislang nicht. Er ist weder verabschiedet noch liegt ein finaler Entwurf vor.

Die heutige Ankündigung des Bayerischen Sozialministeriums zur Förderung von drei Einzelprojekten mit rund 350.000 Euro ist kein Aktionsplan. Sie ersetzt weder eine strategische Gesamtplanung noch spiegelt sie die Breite der Forderungen wider, die von der queeren Community in den vergangenen Jahren erarbeitet wurden. Unklar ist zudem, in welchem Verhältnis die angekündigten 350.000 Euro zum Gesamtbudget eines künftigen Aktionsplans stehen sollen. Bis heute hat die Staatsregierung nicht offengelegt, welches finanzielle Volumen insgesamt vorgesehen ist und wie eine landesweite Umsetzung gewährleistet werden soll.

„Drei geförderte Projekte sind kein Aktionsplan. Ein Aktionsplan braucht klare Ziele, Zuständigkeiten, Zeitpläne, ein transparentes Gesamtbudget und eine ernsthafte Verbändeanhörung. Wir begrüßen, dass die Staatsregierung die Verabschiedung eines Aktionsplans weiterverfolgt. Dass Bayern überhaupt auf dem Weg zu einem Aktionsplan ist, ist nicht zuletzt dem anhaltenden öffentlichen Druck der queeren Community und der Zivilgesellschaft geschuldet. Jetzt ist die Staatsregierung aufgefordert, zügig einen vollständigen Entwurf vorzulegen, Fachorganisationen noch einmal angemessen zu beteiligen, ihn zu beschließen und finanziell so auszustatten, dass er tatsächlich wirkt,“ erklärt Markus Apel, Vorstand des LSVD+ Verband Queere Vielfalt in Bayern.

Der LSVD+ Bayern fordert die Staatsregierung auf, den Prozess nun transparent und konsequent fortzuführen und den Bayerischen Aktionsplan Queer als verbindliche Strategie gegen Diskriminierung und Gewalt auf den Weg zu bringen. In einem zivilgesellschaftlichen Maßnahmenkatalog von 2023 – getragen von über 70 Organisationen – sowie im offiziellen Beteiligungsverfahren wurden umfassende Bedarfe benannt, etwa zu Bildung und Prävention, Gesundheit, Antidiskriminierung, rechtlichem Schutz, Kulturförderung, Forschung und zur nachhaltigen Absicherung queerer Strukturen.

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LSVD⁺ Bayern

Pressekontakt

Pressesprecher*in Markus Apel

LSVD Bayern e.V.
c/o Sub e.V.
Müllerstraße 14
80469 München

E-Mail: bayern[at]lsvd.de