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Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD⁺)

Gedenken am Nollendorfplatz: LSVD Berlin-Brandenburg warnt vor zunehmender queerfeindlicher Gewalt

27. Januar - Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Pressemitteilung vom 27.01.2026
Anlässlich des internationalen Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus hat der LSVD Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg e.V. am 27. Januar am Nollendorfplatz der queeren Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung gedacht. Bei der Kranzniederlegung an der Gedenktafel am U-Bahnhof Nollendorfplatz erinnerte der Verband an die Menschen, die im NS-Regime aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität verfolgt, erniedrigt und ermordet wurden.

„Dieser Gedenktag ist mehr als Erinnerung – er ist eine Verpflichtung für die Gegenwart“, betonte Florian Winkler-Schwarz, Geschäftsführer des LSVD Berlin-Brandenburg. Die Gedenktafel mit der Inschrift „Totgeschlagen – totgeschwiegen“ mache deutlich, dass das Leid queerer Menschen lange unsichtbar geblieben sei. Wiederholte Schmierereien und Beschädigungen am Denkmal in den vergangenen Jahren zeigten zudem, dass queerfeindliche Aggressionen bis heute fortwirken.
Der LSVD Berlin-Brandenburg warnt zugleich vor einer anhaltend hohen und teils steigenden Zahl queerfeindlicher Straftaten in Berlin. Polizeiliche Erfassungen dokumentieren seit Jahren Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Angriffe auf LSBTIQ*-Personen. Diese Entwicklung wirkt sich spürbar auf das Sicherheitsgefühl queerer Menschen im öffentlichen Raum aus.
Besonders alarmierend ist, dass sich queerfeindliche Gewalt nicht nur gegen Einzelpersonen richtet, sondern zunehmend auch gegen sichtbare Orte queerer Gemeinschaft. So wurden queere Cafés, Bars und Schutzorte in Berlin innerhalb des letzten Jahres mehrfach Ziel von queerfeindlichen Angriffen – von Sachbeschädigungen und Beleidigungen bis hin zu massiven Bedrohungen. Auch Beratungs- und Anti-Gewalt-Einrichtungen sind betroffen: In Berlin-Schöneberg kam es zuletzt zu wiederholten Angriffen auf Projekte bei denen Polizei und Staatsschutz ermittelten.

„Diese Vorfälle stehen nicht isoliert nebeneinander“, so Winkler-Schwarz. „Wir erleben eine gesellschaftliche Atmosphäre, in der rechtsextreme und queerfeindliche Ideologien wieder sichtbarer werden. Das erhöht die Gefahr, dass Hass in Gewalt umschlägt.“
Das gemeinsame Gedenken am Nollendorfplatz hat eine lange Tradition. Der LSVD Berlin-Brandenburg unterstreicht, dass Erinnerung untrennbar mit Verantwortung verbunden ist: für den Schutz queerer Menschen heute, für sichere Orte und für eine Stadt, in der alle Menschen frei von Angst und Gewalt leben können.

Auch morgen setzt der LSVD Berlin-Brandenburg ein sichtbares Zeichen: Im Anschluss an die Gedenkstunde im Deutschen Bundestag laden der LSVD Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg e. V. und der LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt e.V. gemeinsam mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas zu einem Gedenken mit Kranzniederlegung am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Berliner Tiergarten ein. Ulrich Keßler, Vorstandsmitglied des LSVD Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg e.V., und Alva Trabert, Bundesvorstand des LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt e.V., werden das Gedenken mit Redebeiträgen inhaltlich rahmen. 

Gedenken mit Kranzniederlegung an die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten LSBTIQ* 
Mittwoch, 28. Januar 2026 
15:00 Uhr – Kranzniederlegung
Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen,
Ebertstraße auf Höhe Hannah-Arendt-Straße, 10785 Berlin-Tiergarten 

Am Denkmal können Blumen und Kränze niedergelegt werden. Pressevertreter*innen sind zur Berichterstattung eingeladen – wir bitten um vorherige Anmeldung an presse@lsvd.de, auch um z.B. Interviews zu vereinbaren. 

Neben der Gedenkstunde im Bundestag finden am 28. Januar zudem noch weitere Gedenken statt, bei denen eine öffentliche Teilnahme möglich ist:
  • 11.00 Uhr - Gedenken des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen am Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen »Euthanasie«-Morde (Tiergartenstraße 4, 10785 Berlin)
  • 14.00 Uhr – Gedenken des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas (Simsonweg, 10557 Berlin) 

LSVD⁺ Berlin-Brandenburg

Pressekontakt

Pressesprecher*in Florian  Winkler-Schwarz

LSVD Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg e.V.
Feurigstraße 54
10827 Berlin

Tel.: 030 – 75 43 7700
E-Mail: presse@lsvd.berlin