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Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD⁺)

Queere Verfolgte der NS-Diktatur

ZDF-Doku in drei Teilen

In bisher drei Teilen untersucht die erfolgreiche ZDF-Doku-Reihe "Verbotene Liebe in der NS-Diktatur" die Lebensgeschichten von LSBTIQ* während der NS-Verfolgung. Dort macht sich unter anderem Verbandspressesprecher*in Kerstin Thost für den LSVD– Verband Queere Vielfalt auf die Suche nach LSBTIQ* Schicksalen. Die Dokumentationsfilme "Queere Opfer der NS-Diktatur" (2024) und "Queere Schicksale in der NS-Diktatur" (2025) und "Queere Überlebende der NS-Diktatur" (2026) sind alle kostenlos in der ZDF-Mediathek aufrufbar.

ZDF/Staatsarchiv Hamburg, Signatur Bestand 741-04_54705_104, Honorarfrei - nur für diese Sendung bei Nennung ZDF und Staatsarchiv Hamburg, Signatur Bestand 741-04_54705_104.
Foto: © ZDF/Staatsarchiv Hamburg, Signatur Bestand 741-04_54705_104, Honorarfrei - nur für diese Sendung bei Nennung ZDF und Staatsarchiv Hamburg, Signatur Bestand 741-04_54705_104

 

Queere Überlebende der NS-Diktatur (2026)

Ein schwuler KZ-Häftling, der überlebte und NS-Belastete zur Rechenschaft zog. Eine trans* Frau, die den gewalttätigen Vater erschlug. Eine Rebellin, die für ihre jüdischen Freundinnen alles riskierte. Sie alle stehen im Licht dieser Dokumentation. Drei Schicksale, die zeigen: Selbst unter brutalster Verfolgung bewahrten queere Menschen ihre Identität – und leisteten sogar Widerstand. Gegen ein Regime, das sie auslöschen wollte.

Für den Film begeben sich Jannik Schümann, Julia Monro und Kerstin Thost erneut auf Spurensuche – und stoßen auf drei außergewöhnliche Lebensgeschichten. Biografien, die von Verfolgung und Erniedrigung, aber auch von Mut, Widerstand und unbändigem Überlebenswillen gezeichnet sind. Die Historikerin Dr. Anna Hájková, Pionierin der queeren Holocaust-Forschung, ordnet die Schicksale historisch ein.

Kerstin Thost erforscht im Würzburger Staatsarchiv die Gestapo-Akten von Ilse Totzke. Die Musikerin trug gerne Anzug und Krawatte, verweigerte den Hitlergruß und hielt die Nürnberger Rassengesetze für Unrecht. Trotz Verfolgung durch die Gestapo hielt sie an ihren jüdischen Freundinnen fest – und half ihnen bei der Flucht in die Schweiz. Nach einem missglückten Fluchtversuch wurde sie 1943 ins KZ Ravensbrück deportiert. Nur mit knapper Not überlebte sie. 1995 ehrte die Holocaust-Gedenkstätte "Yad Vashem" sie als "Gerechte unter den Völkern".

Jetzt "Queere Überlebende der NS-Diktatur" (2026) kostenlos in der ZDF-Mediathek sehen: https://www.zdf.de/play/dokus/verbotene-liebe-in-der-ns-diktatur-100/zdfinfo-verbotene-liebe-queere-ueberlebende-der-ns-diktatur-100

 

"Queere Schicksale in der NS-Diktatur" (2025)

Die Dokumentation begibt sich auf Spurensuche dreier queerer Menschen in der NS-Zeit: Fritz Spangenberg, Gerd Kubbe und Nelly Mousset-Vos.  Für die Dokumentation begeben sich der Schauspieler Jannik Schümann und die Aktivist*innen Julia Monro und Kerstin Thost auf eine Spurensuche nach drei historischen Schicksalen. Sie bringen bewegende Lebensgeschichten ans Licht, die von Recht und Unrecht, Freiheit, Liebe, Widerstandskraft und Überlebenswillen erzählen. Dabei zeigt sich, wie manche es trotz widrigster Umstände schafften, ihre Identität zu leben.

Aktivistin Julia Monro erforscht das Schicksal des trans* Mannes Gerd Kubbe. Er lebte und arbeitete in der Weimarer Zeit offen als Mann. Doch die Nationalsozialisten tolerierten keine trans* Personen. Gerd bekam 1933 seinen "Transvestitenschein" entzogen, der ihm das Tragen von Männerkleidung amtlich erlaubte. Als er sich dem Verbot widersetzte, wurde er im Januar 1938 wegen "Transvestismus" auf Anordnung von Reinhard Heydrich in sogenannte Schutzhaft genommen und im Konzentrationslager Lichtenburg ohne Prozess inhaftiert. Dort herrschten katastrophale Haftbedingungen. Kubbe überstand die Hölle und setzte sich gegen das Regime durch. Im Oktober 1938 wurde er freigelassen. Er erhielt sogar eine erneute Sondergenehmigung von der Gestapo, sodass er weiterhin Männerkleidung tragen und einen männlichen Vornamen verwenden durfte.

Aktivist*in Kerstin Thost enthüllt die bewegende Liebesgeschichte zwischen Nadine Hwang und Nelly Mousset-Vos. Die beiden verband eine unglaubliche Beziehung, die sie durch die dunkelsten Zeiten des Zweiten Weltkrieges trug. Sie lernten sich am Heiligabend 1944 als Insassen im Konzentrationslager Ravensbrück kennen. Nelly, eine belgische Opernsängerin und Widerstandskämpferin, und Nadine, eine Juristin und Pilotin mit chinesischen Wurzeln, fanden inmitten der Grausamkeiten Trost und Halt in ihrer Beziehung. Sie lebten ihre Liebe im Geheimen, unter den extremen Bedingungen des Lagers, trotz der ständigen Gefahr und drohenden Strafen. Es gelang ihnen, zu überleben und sich nach der Befreiung wiederzufinden. Nach dem Krieg lebten sie ihr Glück in Caracas, Venezuela. Doch sie hielten ihre Beziehung geheim. Für Kerstin öffnet Nellys Enkelin Sylvie Bianchi ihr Privatarchiv und offenbart die bewegende Geschichte dieser Liebe.

Jetzt "Queere Opfer der NS-Diktatur" (2025) kostenlos in der Mediathek sehen: https://www.zdf.de/play/dokus/verbotene-liebe-in-der-ns-diktatur-100/verbotene-liebe-queere-schicksale-in-der-ns-diktatur-100

 

"Queere Opfer der NS-Diktatur" (2024)

Drei ergreifende Schicksale zeigen, wie Homosexuelle in der NS-Zeit unterdrückt wurden, aber auch, wie sie lebten und überlebten. Ihren Geschichten gehen der Schauspieler Jannik Schümann und die Aktivist*innen Kerstin Thost und Julia Monro nach. Sie erfahren, wie manche es trotz widrigster Umstände schafften, ihre Identität auszuleben und sich als queerer Mensch in der NS-Zeit zu behaupten.

Die Dokumentation beleuchtet drei ergreifende Schicksale im Kontext des NS-Terrors: Elli Smula wurde als lesbische Frau verfolgt, Liddy Bacroff als "Transvestit" von den Behörden schikaniert und Rudolf Brazda wegen seiner Homosexualität im KZ Buchenwald inhaftiert. 

Schon ab 1934 wurden nahezu alle Treffpunkte für queere Menschen durch die Nationalsozialisten zerstört. Die Akten zeigen: Etwa 50.000 homosexuelle Männer wurden zwischen 1933 und 1945 wegen Verstößen gegen Paragraf 175 verurteilt. Ihr Weg führte nicht nur in die Zuchthäuser, sondern oft auch in die Konzentrationslager. Die Verfolgung von Lesben und trans* Personen ist schwieriger nachzuzeichnen, da die Strafverfolgung in der NS-Justiz für sie keine eigene Kategorie vorsah. Doch auch für sie fand das Regime eigene Methoden der Verfolgung.

Mit dem Ende des Nationalsozialismus blieb das Unrecht, das man homosexuellen Menschen und Transpersonen angetan hatte, lange ungesühnt. Denn sie blieben auch nach 1945 gesellschaftlich unerwünscht. Erst 2022 wurde ihnen im Bundestag offiziell gedacht. Eine Entschädigung haben die meisten für das erlittene Unrecht nie erhalten.

Jetzt "Queere Opfer der NS-Diktatur" (2024) kostenlos in der Mediathek sehen: https://www.zdf.de/video/dokus/verbotene-liebe-in-der-ns-diktatur-100/verbotene-liebe-queere-opfer-der-ns-diktatur-100

 

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