Meilenstein für die „Queere City“: Frankfurt beschließt historischen Aktionsplan
Frankfurt setzt ein starkes Zeichen für Vielfalt!

11.03.2026 Nach einem mehrjährigen, intensiven Beteiligungsprozess hat die Stadtverordnetenversammlung am 5. März 2026 mit großer Mehrheit den "Frankfurter Aktionsplan: Schutz, Akzeptanz und Vielfalt" verabschiedet.
Darüber wurde an der heutigen Pressekonferenz berichtet. Zur Vorstellung des Aktionsplans hat die Stadt Frankfurt eingeladen. Neben Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin Dr. Nargess Eskandari-Grünberg und der Leiterin der Stabsstelle Antidiskriminierung, Dr. Harpreet Cholia haben Shana Vierheilig (Initiative "Queer and Friends"), Carsten Gehring (Geschäftsführung Aids Hilfe Frankfurt) sowie unser Vorstand Georgios Kazilas (LSVD⁺ Hessen) als Vertreter der Community teilgenommen.
Gemeinsam stark: Das Engagement des LSVD⁺ Hessen
Mehrere LSVD⁺ Mitglieder, sowie unser Vorstand Georgios Kazilas haben diesen Prozess von Beginn an maßgeblich mitgestaltet. Als Teil des LSBTIQA*-Koordinierungskreises brachte LSVD⁺ Hessen seit 2023 die Expertise der Community in über 20 Sitzungen ein.
"Das ist ein Meilenstein. Die Stadt Frankfurt gehört zu den ersten Kommunen, die einen Aktionsplan mit einer derart intensiven Beteiligung der Zivilgesellschaft angegangen sind", betont Georgios Kazilas.
172 Empfehlungen für ein sichereres Frankfurt
Der Aktionsplan ist kein bloßes Papier, sondern ein konkreter Auftrag an die gesamte Stadtverwaltung. Er umfasst 172 Handlungsempfehlungen, die Frankfurt intersektional und inklusiv weiterentwickeln. Themenfelder umfassen u.a.
Schutz & Safer Spaces:
Ausbau der Safe-Space-Kampagne in Gastronomie und Hotels sowie verstärkte Präventionsarbeit gegen die steigende Hasskriminalität.
Bildung & Sport:
Frühzeitige Aufklärung in Schulen zur Vorurteilsprävention und spezifische Schulungsangebote für Vereine und Unternehmen.
Kultur & Erinnerung:
Förderung queerer Kunstschaffender, Benennung von Straßen nach queeren Vorbildern und der Aufbau einer lebendigen Erinnerungskultur.
Empowerment & Familie:
Prüfung eines eigenen Regenbogenfamilienzentrums (nach Berliner Vorbild) und die Verstetigung des Pride Month in den Stadtteilen.
Flucht & Migration:
Sensibilisierung und Unterstützung für queere Geflüchtete.
Ausblick: Vom Plan zur Praxis
Die Arbeit fängt jetzt erst richtig an. Ein neu zu gründendes Gremium wird die Umsetzung koordinieren, während die Dezernate zur regelmäßigen Berichterstattung verpflichtet sind.
Gemeinsam mit Partnern wie der Aids Hilfe Frankfurt, "Queer and Friends" sowie weiteren Vertreter*innen der Zivilgesellschaft wird der LSVD⁺ Hessen die Umsetzung kritisch und konstruktiv begleiten.
Weiterlesen:
- Stadt Frankfurt: Aktionsplan LSBTIQ - Frankfurt am Main
- Frankfurter Rundschau: Frankfurt beschließt Maßnahmen zur Stärkung der queeren Community
- Queer.de: Frankfurt beschließt LGBTI-Aktionsplan
- Rhein Main Verlag: Frankfurt auf dem Weg zur queeren City
- Schwulissimo: Aktionsplan in Frankfurt

