Vielfalt leben. Queerfeindlichkeit stoppen. Neutralität ist keine Option!
38. LSVD⁺-Verbandstag fordert Bundesregierung zum Handeln auf

Berlin, 20.04.2026. Die 38. Mitgliederversammlung des LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt tagte am Samstag und Sonntag in Berlin unter dem Motto „Laut – stark – bunt“. Der Verbandstag wählte neue Gremien und verabschiedete eine neue Satzung und Geschäftsordnung, gründete eine Verbands-Jugendorganisation und stellte klar, dass der Schutz von A_spec Personen Verbandsziel ist. Die 120 Mitglieder beschlossen vielfältige Anträge, so zum Schutz von LSBTIAQ* vor Hasskriminalität sowie zur ökonomischen und sozialen Chancengleichheit von LSBTIAQ*. Zur aktuellen Lage der queeren Community erklärt Patrick Dörr für den Bundesvorstand:
Als starke Stimme der Community fordern wir: Ergänzt unseren expliziten Schutz jetzt im Grundgesetz! Reformiert das Abstammungsrecht! Gewährt verfolgten queeren Menschen in Deutschland eine realistische Chance auf Schutz! Schützt uns wirksam vor Hasskriminalität – das sicherheitspolitische Staatsversagen beim Schutz von LSBTIAQ* muss enden.
Der Verbandstag stellt sich den großen Herausforderungen: Die queerpolitischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte stehen mehr denn je unter Druck: Die nunmehr auch in allen Landesteilen erstarkende AfD hat Queer- und vor allem Trans*feindlichkeit als Brückenideologie und Brandbeschleuniger identifiziert. Teile von CDU/CSU übernehmen mehr und mehr dieser queerfeindlichen Positionen, und die SPD steht zwar verbal klar an der Seite der Community, sie könnte jedoch innerhalb der Bundesregierung mehr queerpolitisches Rückgrat zeigen.
Große Teile unserer Communitys fürchten um ihre Sicherheit und den Fortbestand hart erstrittener Menschenrechte. Als Teil eines Paradigmenwechsels wird der Einsatz für “Minderheitenrechte” bewusst als parteipolitisch motiviert und als vermeintlich spaltende Identitätspolitik gerahmt. Der Einsatz für unsere Rechte und für eine freie, demokratische und vielfältige Gesellschaft wird niemals politisch neutral sein. Unsere Demokratie ist wertegebunden. Das Grundgesetz ist nicht neutral. In diesem Sinne machen wir gemeinsam weiter für Grund- und Menschenrechte und für unsere Community: Laut - stark - bunt.
Weitere Informationen:
Patrick Dörr, Andre Lehmann, Julia Monro, Alva Träbert und Alexander Vogt wurden für eine weitere zweijährige Amtszeit bestätigt. Neu im Bundesvorstand begrüßen wir Florian Wieczorek und Julia Zimmermann. Nach mehreren Jahren verließen Henny Engels sowie Jörg Hutter und Erik Jödicke den Vorstand.
Alle beschlossenen Anträge und ein Bericht werden diese Woche auf der Website veröffentlicht.
LSVD⁺-Bundesverband
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