Abstimmung im Europaparalament zum Verbot von Konversionsmaßnahmen
LSVD⁺ fordert lückenloses Verbot in Deutschland

Berlin, 29.04.2026. Heute Mittag hat das Europäische Parlament über den jährlichen Grundrechtereport abgestimmt. Darin wird die Europäische Kommission dazu aufgefordert, Konversionsmaßnahmen in der gesamten EU zu verbieten. Zuvor hat im letzten Jahr die Europäische Bürgerinitiative (EBI) 1,2 Millionen Stimmen von EU-Bürger*innen für das Verbot gesammelt. Die Europäische Kommission muss bis zum 18. Mai 2026 auf die Forderungen der Bürger*innen reagieren. Dazu erklärt Alva Träbert aus dem Bundesvorstand des LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt:
Konversionsmaßnahmen fehlt nicht nur jegliche wissenschaftliche Grundlage, sie sind auch eine Form psychischer und physischer Gewalt. Die heutige Entscheidung des Europäischen Parlaments sendet ein wichtiges Signal an alle lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und intergeschlechtlichen, a_spec und weiteren queeren Menschen (LSBTIAQ*) in Europa. Nun muss die Europäische Kommission diese menschenverachtenden Pseudotherapien endlich konsequent stoppen. Nichts Geringeres wäre eine angemessene Umsetzung des Schutzversprechens für LSBTIAQ* in der EU-Grundrechtecharta.
Deutschland hat als einer von bislang acht EU-Mitgliedsstaaten zumindest teilweise ein Verbot implementiert. Damit hat Deutschland eine europäische Vorreiterrolle, die es weiter auszubauen gilt, um auf eine entsprechende Entscheidung der Europäischen Kommission hinzuwirken. Aber es bestehen weiterhin auch hier erhebliche Lücken und Studien zeigen: Auch sechs Jahre nach Inkrafttreten des Konversionsbehandlungsschutzgesetzes (KonvBehSchG) sind Konversionsmaßnahmen in Deutschland Alltag. Die Entscheidung des Europaparlaments sollte die Bundesregierung motivieren, Konversionsmaßnahmen in Deutschland endlich wirksam zu unterbinden. Dazu gehört unter anderem, wie seit Jahren von Expert*innen gefordert, Konversionsmaßnahmen komplett und nicht nur bei Minderjährigen zu verbieten, die Strafausnahme für Familienangehörige zu revidieren und ein unabhängiges Monitoring der Akteur*innen abzusichern.
Weiterlesen:
- https://www.lsvd.de/de/ct/914-Umpolungs-quot-therapien-quot-wollen-LSBTIQ-quot-heilen-quot
- https://www.lsvd.de/de/ct/11463-Konversionsmassnahmen-wirkungsvoll-unterbinden
- https://www.ohchr.org/sites/default/files/Documents/Issues/SexualOrientation/IESOGI/CSOsAJ/IRCT_research_on_conversion_therapy.pdf
- https://www.europarl.europa.eu/RegData/seance_pleniere/textes_deposes/rapports/2026/0091/P10_A(2026)0091_DE.pdf
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