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Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD⁺)

International Family Equality Day: Selbstbestimmt Familie!

Regierung lässt überfällige Gleichstellung von queeren Familien weiter auf sich warten

Pressemitteilung vom 30.04.2026

Anlässlich des International Family Equality Day (IFED) fordern die Regenbogenfamilienprojekte Berlin-Brandenburg ein Ende der Diskriminierung von Regenbogenfamilien. Vor allem das veraltete und queerfeindliche Abstammungsrecht sorgt weiterhin für die Benachteiligung von queeren Familien. Bisherige Versprechen seitens der Politik, gleiches Recht für alle Familien zu schaffen, blieben bislang unerfüllt.

Während Selbstbestimmt Familie sein zu können für viele Familien in Berlin und Brandenburg unhinterfragte Realität ist, müssen die meisten Regenbogenfamilien weiterhin für ihre Gleichberechtigung kämpfen. Leidtragende sind hierbei nicht nur die Eltern. Kinder aus Regenbogenfamilien werden dadurch einem unnötigen, rechtlichen Risiko ausgesetzt, da sie nur eine*n Sorgeberechtigte*n haben. Die staatliche Anerkennung des zweiten Elternteils – gleichzeitig die Voraussetzung für den Zugang zum Sorgerecht – bleibt Personen mit weiblichem, diversem oder offenem Geschlechtseintrag bisher verwehrt. Sie müssen sich dem belastenden und monatelangen Prozess der Stiefkindadoption aussetzen, in dem Familien häufig noch mehr Diskriminierung erleben (vgl. Ratajszczak, Saskia (2025): Erfahrungen von Regenbogenfamilien mit der Stiefkindadoption).

Trans*, inter* und nicht-binäre Eltern werden im Abstammungsrecht in ihrer geschlechtlichen Identität missachtet, wenn bspw. trans* Männer, die Kinder gebären, fälschlicherweise als ‚Mutter‘ in die Geburtsurkunde eingetragen werden. Mehrelternfamilien mit drei oder mehr (sozialen) Eltern stehen weiterhin vor der Herausforderung, ihr Familienleben in einer Gesellschaft zu gestalten, die rechtliche Verantwortungsübernahme elterlicher Pflichten nur zwei Personen gestattet.

Lisa Haring, Projektleitung des Regenbogenfamilienzentrums in Berlin-Schöneberg fordert hierzu: „Die rechtliche Zuordnung und damit Absicherung von Kindern und Eltern darf nicht an ein bestimmtes Geschlecht geknüpft sein. Das Abstammungsrecht muss endlich so reformiert werden, dass es der Lebensrealität aller Familien entspricht - dafür kämpfen wir heute und jeden anderen Tag im Jahr gemeinsam!“

Zur gemeinsamen Begehung des IFED laden die Regenbogenfamilienprojekte Berlin- Brandenburg alle queeren Familien am 03.Mai von 10-13 Uhr zum Brunch in das Familienzentrum Ritterburg (Ritterstr. 35, 10969 Berlin) ein!

Regenbogenfamilienprojekte Berlin-Brandenburg:
Regenbogenfamilienzentrum (Schöneberg), LSVD Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg e.V., www.regenbogenfamilien.de
Regenbogenfamilien in Brandenburg stärken!, LSVD Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg e.V., www.regenbogenfamilien-brandenburg.de
Regenbogenfamilienzentrum Lichtenberg, LesLeFam e.V., www.regenbogenfamilienzentrum-lichtenberg.de
Beratungsstelle Regenbogenfamilien und Geschlechtsidentität Marzahn-Hellersdorf (BeRe), LesLeFam e.V., bere.berlin
Queeres Regenbogenfamilienzentrum (Friedrichshain), Trialog Jugendhilfe gGmbH, www.queeres-regenbogenfamilienzentrum-berlin.de/

Pressekontakt
Lisa Haring
Regenbogenfamilienzentrum Berlin (LSVD)
Lisa.haring@lsvd.berlin

Constanze Körner
Geschäftsführung Lesben Leben Familie e.V. (LesLeFam)
Constanze.koerner@leslefam.de
0162 / 78 635 28

LSVD⁺ Berlin-Brandenburg

Pressekontakt

Pressesprecher*in Florian  Winkler-Schwarz

LSVD Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg e.V.
Feurigstraße 54
10827 Berlin

Tel.: 030 – 75 43 7700
E-Mail: presse@lsvd.berlin