Unsere Förderprojekte im Rahmen des Programms „Inklusion für queere Geflüchtete und Migrant*innen stärken“ 2026
Neuigkeiten von IQGMS

Ein großes Dankeschön gilt den Kommissionsmitgliedern, die sich viel Zeit genommen haben, um die Anträge zu sichten und ihre individuellen Expertisen und Erfahrungen in der Kommissionssitzung einzubringen: Jul Kolberg, Dr. Sung Un Gang und Charlotte Schuckmann. Außerdem Teil der Kommission war Chantal Müller (LSVD⁺ e.V.) als Projektleitung und begleitend anwesend war Dr. Ferdinand Mirbach von der Robert Bosch Stiftung.
Disclaimer:
Die Förderung der vorgestellten Projekte basiert auf den eingereichten Projektanträgen, den Förderbedingungen der Ausschreibung und einem strukturierten Auswahlverfahren. Für die Inhalte der Webseiten und anderer Veröffentlichungen sind ausschließlich die jeweiligen Träger verantwortlich. Die dort vertretenen Positionen stimmen nicht notwendigerweise mit den Positionen des LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt e.V. überein.
QueerTopia 2.0
Träger: Bildungsstätte Bredbeck
QueerTopia 2.0 ist ein Empowerment-Projekt für queere Migrant*innen und LSBTIQ-Geflüchtete, das kreative Selbstermächtigung und kollektive Verbundenheit ins Zentrum stellt. In einer Sommerwoche, 1.-17. Juli 2026 und einem Kreativ-Wochenende im Herbst, 23.-25. Oktober 2026 kommen die Teilnehmenden zusammen, um mit Methoden wie Graffiti, Zines, Collagen oder körperorientiertem Theater ihre Geschichten, Wünsche und Visionen sichtbar zu machen. Die künstlerischen Ergebnisse fließen in ein gemeinsames Zine ein und bilden die Grundlage für nachhaltige Netzwerkarbeit. Begleitet von queeren Kunst- und Community-Akteur*innen mit eigener Migrationserfahrung entsteht ein Raum, in dem Erfahrungen wertgeschätzt, Selbstwirksamkeit gestärkt und neue Verbindungen geknüpft werden. Das Projekt schafft damit nicht nur kreative Ausdrucksräume, sondern öffnet Wege zu langfristiger Teilhabe und solidarischen Strukturen.
Knowledge & Resilience
Träger: Bund deutscher Pfadfinder_innen Thüringen
Mit dem Projekt „Knowledge & Resilience“ möchten wir die Community-Arbeit mit queeren Geflüchteten und QT*BPoC (queer & trans* Black & People of Color) in Thüringen einen weiteren Schritt voranbringen. Ziel ist es, Personen aus dieser Community dafür zu schulen, die Gruppentreffen, Bildungsreisen und weitere Angebote eigenständig durchzuführen, und sie mit den dafür nötigen Ressourcen auszustatten. Zum einen wollen wir die fortlaufenden Aktivitäten wie die monatlichen Gruppentreffen nachhaltig sichern und auch im Sommer 2026 eine Bildungsreise in eine Stadt unserer Wahl möglich machen. Zum anderen soll es im Projektzeitraum insgesamt sechs Schulungstage geben.
Die Teilnehmenden dieser Fortbildungen eignen sich allgemeines Wissen über Gruppenprozesse und Veranstaltungsorganisation, aber auch spezifischere Kenntnisse, zum Beispiel zu Empowerment-Arbeit oder zum Umgang mit Trauma, an. Durch das Schulungsprogramm wollen wir mehr Menschen in die Organisation der bestehenden Angebote einbinden, neue und mehr Angebotsformate kreieren, und somit die Community-Arbeit in Thüringen auf ein breiteres und festeres Fundament stellen.
HorizonLAB – Schutz für LSBTIQ*-Geflüchtete
Träger: Exil e.V.
„HorizonLAB – Schutz für LSBTIQ*-Geflüchtete“ stärkt die Resilienz und Selbstbestimmung queerer Menschen im Ankunftszentrum Osnabrück Bramsche. Viele von ihnen haben in Herkunftsländern und auf der Flucht Gewalt, Verfolgung und Diskriminierung erlebt. Die isolierte Lage des Zentrums verstärkt diese Belastungen zusätzlich. Das Projekt schafft daher niedrigschwellige Schutz- und Lernräume, in denen Empowerment, Stabilisierung und soziale Teilhabe im Mittelpunkt stehen. Kreative Gruppenangebote, traumasensibles Yoga, Theater- und Tanzworkshops fördern Ausdruck, Selbstbewusstsein und emotionale Stabilität. Ergänzend vermitteln Workshops zu Schutz- und Asylrechten wichtiges Wissen und stärken Handlungssicherheit. Eine vertrauliche LSBTIQ*-Einzelberatung unterstützt Betroffene individuell in Krisen, im Asylverfahren oder bei Diskriminierungserfahrungen. Schulungen für Mitarbeitende sensibilisieren das Umfeld nachhaltig. So verbindet HorizonLAB psychosoziale Unterstützung, Empowerment und Vernetzung zu einem wirkungsvollen Schutzkonzept für besonders vulnerable Geflüchtete.
Queer Refugees Network
Träger: Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.
Unser Projekt „Queer Refugees Network“ richtet sich an alle LSBTIQ*-Geflüchteten in Niedersachsen. Dabei legen wir einen besonderen Fokus auf Personen in ländlichen Regionen – denn dort fehlen queere Beratungs- und Community-Angebote meist gänzlich.
Um LSBTIQ*-Geflüchteten eine möglichst gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, kombinieren wir mit „Queer Refugees Network“ drei ineinandergreifende Maßnahmen: eine landesweite, mehrsprachige und auf Wunsch anonyme individuelle Beratung sowie Community-Angebote als safer spaces für Empowerment und gegenseitige Unterstützung.
Drittens machen wir mit unserem Projekt strukturelle Missstände bei der Aufnahme und Unterbringung von LSBTIQ*-Geflüchteten sichtbar. Wir benennen Schutzlücken, thematisieren Diskriminierung und setzen uns gegenüber Politik und Verwaltung für diskriminierungsfreie, menschenrechtsbasierte Strukturen ein.
So stellen wir uns aktiv gegen Ausgrenzung, stärken die Rechte queerer Geflüchteter und streiten gemeinsam mit unseren Verbündeten für ihren Schutz und ihre gesellschaftliche Teilhabe.
Vielfalt findet Raum
Träger: New Chapter e.V.
„Vielfalt findet Raum“ ist ein einjähriges Empowerment-Projekt von New Chapter e.V., das queere Geflüchtete und Migrant*innen im ländlichen Raum unterstützt. Ziel ist der Aufbau eines geschützten, niedrigschwelligen Ankommens- und Begegnungsraums, der Orientierung, Sicherheit und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht und strukturelle Hürden wie Unsichtbarkeit, Sprachbarrieren, Rassismus und fehlenden Zugang zu Hilfsangeboten abbaut. Zentrales Element ist die bestehende „Kleiderkiste mit Gesprächscafé“, ein wöchentlicher offener Treffpunkt mit kostenfreier Kleiderausgabe, Beratung und Vermittlung von Unterstützung, der im Projekt gezielt queersensibel weiterentwickelt wird. Ergänzend bieten wir psychosoziale und traumasensible Einzelberatung, Empowerment- und Selbstverteidigungskurse, Antirassismus-Trainings sowie Unterstützung bei Anträgen, Bildungswegen und Alltagsfragen. Ehrenamtliche Sprachmittler begleiten mehrsprachig, auch zu Terminen bei Behörden. Gleichzeitig werden regionale Fachkräfte geschult, um nachhaltige queersensible Strukturen zu stärken. Queere Menschen mit eigener Flucht- und Migrationserfahrung wirken als Peer-Multiplikator*innen aktiv an der Umsetzung und Weiterentwicklung des Projekts mit.
Power of Color
Träger: Place e.V.
Power of Color ist ein Community-basiertes Empowerment- und Vernetzungsprojekt von PLACE e.V., gestaltet für queere Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte. Das Projekt schafft geschützte Räume, in denen Rücksicht, gegenseitige Fürsorge und achtsamer Umgang mit individuellen Erfahrungen zentral sind. In diesen Räumen werden eigene Perspektiven, Wissensformen und Lebensrealitäten sichtbar gemacht und als politische sowie gesellschaftliche Positionen ernst genommen.
Durch Peer-Mentoring, Workshops, kreative Ausdrucksformate und öffentliche Veranstaltungen entwickeln Teilnehmende selbstbestimmte Narrative, reflektieren Machtverhältnisse und stärken kollektive Handlungsstrategien gegen Diskriminierung. Dabei steht nicht Anpassung, sondern Selbstrepräsentation im Vordergrund. Power of Color fördert solidarische Strukturen, nachhaltige Vernetzung und die aktive Mitgestaltung gesellschaftlicher Diskurse – insbesondere im ländlichen Raum.
Roots and Rainbows
Träger: Plus Rhein-Neckar e.V.
Das Projekt Roots and Rainbows stärkt LSBTIAQ*-Geflüchtete im Norden Baden-Württembergs durch Empowerment, Teilhabe und selbstorganisierte Community-Strukturen. Im Zentrum steht die Empowerment-Gruppe Unicorn Refugees, die durch queere Geflüchtete selbst organisiert wird. Ergänzend bietet das Café International Heidelberg alle zwei Monate für queere Geflüchtete, und besonders für Menschen in der Erstaufnahme, eine niederschwellige Anlaufstelle, in denen die Sorgen des Asylverfahrens für eine kurze Zeit in den Hintergrund rücken können. Außerdem werden Initiativen für und von Gruppenmitglieder und Ehrenamtlichen gefördert um weitere Unterstützungsstrukturen zu schaffen. Durch Empowerment, Beteiligung und Vernetzung schafft das Projekt nachhaltige Strukturen der Selbstorganisation und Teilhabe und unterstützt queere geflüchtete Menschen, trotz aller Widrigkeiten in der Ankunftsgesellschaft, sich selbst, ihren Wurzeln und ihrer Queerness mit Stolz und Liebe zu begegnen.
[re]claim - Beratung und Empowerment für queere Geflüchtete & Migrant*innen
Träger: PSZ Rostock / Diakonie Rostocker Stadtmission e.V.
Das Projekt [re]claim - Beratung und Empowerment für queere Geflüchtete & Migrant*innen in MV ist ein Teilprojekt des Psychosozialen Zentrums Rostock (PSZ Rostock). Das PSZ Rostock stellt ein spezifisches Beratungs- und Versorgungszentrum für Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrungen dar und wurde neu in die Trägerschaft der Rostocker Stadtmission e.V. aufgenommen. Das Projekt bietet Beratung und Empowerment für LSBTIQ*-Geflüchtete und Migrant*innen in Mecklenburg-Vorpommern. Es setzt sich darüber hinaus für die Sichtbarmachung und Anerkennung der besonderen Schutzbedarfe der Zielgruppe gegenüber Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit ein.
Die Angebote erfolgen durch ein multiprofessionelles Team. Dazu zählen u.a. psychologische Beratung (im Einzel- oder Gruppensetting), Kunsttherapie sowie systemische Sozialarbeit und rechtliche Beratung (insbesondere im Asylverfahren) zur Durchsetzung der Anerkennung besonderer Schutzbedarfe sowie Empowerment-Trainings.
Als Voraussetzung für die mehrsprachige Arbeit mit Klient*innen finden im Rahmen des Projekts Akquise, Schulungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen von Sprachmittelnden statt.
Neben der direkten Klient*innenarbeit findet strategische Öffentlichkeits-, Sensibilisierungs- und Netzwerkarbeit zu Früherkennung besonderer Schutzbedarfe und den daraus folgenden Maßnahmen für Mecklenburg-Vorpommern statt.
FLINTA* Welcome
Träger: Fachberatungsstelle Regensburg SOLWODI Bayern e.V.
Das Projekt FLINTA WELCOME der Fachberatungsstelle Regensburg von SOLWODI Bayern e.V. richtet sich an weiblich gelesene queere Menschen Migrations- oder Fluchtgeschichte, die sich z.B. als lesbisch, bi, trans*, inter oder nichtbinär identifizieren, und von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind oder aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität mehrfach marginalisiert werden. In Regensburg besteht ein Mangel an spezialisierter Beratung für queere Geflüchtete. Der Schwerpunkt liegt daher auf der direkten Arbeit mit queeren Klient*innen vor Ort. Die angebotene Unterstützung ist individuell angepasst und umfasst u.a. Clearing-Gespräche, psychosoziale Beratung und Begleitung, Klärung der aufenthaltsrechtlichen Situation, Vermittlung von anwaltlicher, medizinischer und/oder psychotherapeutischer Hilfe, queersensible Vorbereitung auf Asyl- und Klageverfahren, Ausarbeitung von Stellungnahmen, Veranlassung von Schutzmaßnahmen sowie die Beratung von Kolleg*innen innerhalb und außerhalb von SOLWODI zum Thema Queer Refugees.











