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Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD⁺)

LSVD Berlin-Brandenburg startet Fachstelle gegen digitale Gewalt „QueerSafe Berlin“

Kundgebung am Internationalen Tag gegen Queerfeindlichkeit (IDAHOBITA*)

Pressemitteilung vom 17.05.2026

Berlin, 17. Mai 2026. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Bi*-, Inter*- und Trans*- und Acefeindlichkeit (IDAHOBITA*) startet der LSVD Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg die neue Fachstelle „QueerSafe Berlin“. Die Fachstelle wird künftig queere Menschen unterstützen, die von digitaler Gewalt betroffen sind – mit psychosozialer Beratung, juristischer Unterstützung und konkreter Begleitung bei der Anzeige von Straftaten.

Im Rahmen der morgigen Kundgebung zum IDAHOBITA* um 16 Uhr auf dem Wittenbergplatz stellt der LSVD Berlin-Brandenburg die neue Fachstelle erstmals öffentlich vor. Die Kundgebung steht unter dem Schwerpunkt „Digitale Gewalt“ und thematisiert die zunehmende Radikalisierung queerfeindlicher Gewalt im Internet – und deren Auswirkungen auf den öffentlichen Raum.

Ob Misgendering, Deadnaming, queerfeindliche Beleidigungen, Doxxing oder digitale Bedrohungen: Immer mehr queere Menschen erleben gezielte Angriffe im Netz. Besonders betroffen sind trans*, inter*, nicht-binäre sowie mehrfach diskriminierte Menschen. Die Folgen reichen weit über digitale Räume hinaus – bis hin zu Einschüchterung, Rückzug aus der Öffentlichkeit und körperlicher Gewalt.

„Die Gewalt gegen queere Menschen auf unseren Straßen beginnt nicht erst dort. Sie radikalisiert sich in Kommentarspalten, Messengergruppen und sozialen Netzwerken. Digitale Gewalt ist reale Gewalt – und sie schafft ein Klima der Angst, das immer häufiger in konkrete Übergriffe mündet“, erklärt Florian Winkler-Schwarz, Geschäftsführer des LSVD Berlin-Brandenburg. „Mit QueerSafe Berlin schaffen wir erstmals in Berlin eine spezialisierte Anlaufstelle, die Betroffene ernst nimmt und konkret unterstützt – psychosozial, juristisch und bei der Durchsetzung ihrer Rechte.“

QueerSafe Berlin verfolgt dabei drei zentrale Ziele: queerfeindliche digitale Gewalt erkennen und dokumentieren, Multiplikator*innen sensibilisieren und Betroffene stärken. Die Fachstelle wird Fälle erfassen und erstmals eine systematische Datenlage zu digitaler Gewalt gegen queere Menschen in Berlin schaffen. Die Erkenntnisse sollen künftig politischen Handlungsbedarf sichtbar machen und in die Berliner Landespolitik einfließen.

Ab Juli können Betroffene Beratungen digital oder vor Ort wahrnehmen. Die Fachstelle unterstützt Menschen dabei, sich gegen digitale Queerfeindlichkeit zu wehren, sich von Angriffen zu erholen und Schutzstrategien zu entwickeln. Dazu gehört auch die Möglichkeit, Strafanzeigen gemeinsam mit dem Team einzureichen. Durch eine direkte Schnittstelle zur Staatsanwaltschaft können Verfahren niedrigschwelliger begleitet werden. Ziel ist es insbesondere auch, Menschen zu unterstützen, die sich ohne Begleitung keinen juristischen Prozess zutrauen oder leisten könnten.

„Queerfeindliche Hetze im Netz ist längst keine Randerscheinung mehr. Besonders trans*, inter* und nicht-binäre Menschen erleben massive digitale Angriffe, Einschüchterung und Bedrohungen. Gleichzeitig wissen viele Betroffene nicht, an wen sie sich wenden können oder ob ihnen überhaupt geglaubt wird“, erklärt Yasmine-Blanche Werder, Mitglied des Landesvorstands des LSVD Berlin-Brandenburg. „QueerSafe Berlin arbeitet intersektional, niedrigschwellig und parteilich an der Seite der Betroffenen. Niemand soll mit digitaler Gewalt allein bleiben.“

Neben Beratungsangeboten wird QueerSafe Berlin künftig Workshops, Vorträge und Sensibilisierungsangebote für Organisationen und Multiplikator*innen anbieten. Zudem setzt die Fachstelle auf Öffentlichkeitsarbeit und Zivilcourage gegen queerfeindliche Gewalt im Netz.
Auf der morgigen Kundgebung am Wittenbergplatz sprechen u.a. Jörn Oltmann (Bezirksbürgermeister Tempelhof-Schöneberg), Alfonso Pantisano (Queerbeauftragter des Landes Berlin), die Amadeu-Antonio-Stiftung sowie weitere Aktivist*innen der queeren Community. Zudem wird der queere Künstler FLAMYNGUS mit einem Song zum Thema digitale Gewalt auftreten.

LSVD⁺ Berlin-Brandenburg

Pressekontakt

Pressesprecher*in Florian  Winkler-Schwarz

LSVD Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg e.V.
Feurigstraße 54
10827 Berlin

Tel.: 030 – 75 43 7700
E-Mail: presse@lsvd.berlin